06.08.2019, 19.00 Uhr

Streaming: Videostreaming im Überblick: Was es gibt, was kommt und was sich lohnt

Mit diesen Anbietern sollte keine Langeweile vor dem Fernseher aufkommen

Mit diesen Anbietern sollte keine Langeweile vor dem Fernseher aufkommen Bild: pikselstock/Shutterstock.com/spot on news

Vorbei sind die Zeiten, zu denen es in Deutschland gerade Mal eine Handvoll an Streamingdiensten wie Netflix, Watchever oder Maxdome gab. Mittlerweile ist die Auswahl an Videostreaming-Diensten deutlich gewachsen - und in nicht allzu ferner Zukunft sollen noch weitere Angebote hinzukommen. Hier gibt es die wichtigsten Services im Bereich Live- und On-Demand-Streaming im Überblick.

Allerhand Twitch-Merchandise gibt es hier

Ohne diese beiden geht es nicht

Der wohl größte Name im Videostreaming ist Netflix. Der Service wird fast schon als Synonym genannt, wenn es um das Schauen von Filmen oder Serien direkt aus dem Internet geht. Der Dienst trumpft mit einer breitgefächerten Auswahl auf. Besonders Eigenproduktionen wie "Stranger Things" oder "Orange Is the New Black" und exklusive Serien sprechen für den Streaming-Riesen. Dazu kommen hunderte weitere Serien, Dokumentationen und Hollywoodfilme, die allerdings oft schon einige Monate oder auch Jahre auf dem Buckel haben. 30 Tage lang kann der Service kostenlos getestet werden, danach schlägt das Ganze je nach gewähltem Tarif mit mindestens 7,99 Euro im Monat zu Buche.

In Sachen Bekanntheitsgrad schließt Prime Video allerdings immer mehr auf. Das Streaming-Angebot von Amazon hat genauso tausende Serien und Filme zu bieten - unter denen sich ebenfalls immer mehr Eigenproduktionen oder exklusive Inhalte befinden. Zuletzt sorgten etwa die hauseigenen Serien "Good Omens" und "The Boys" für Aufsehen. Was allerdings verwirrend sein kann: Gerade neuere Inhalte wie aktuelle Filme sind meist nicht im Abo enthalten und kosten extra. Die Mitgliedschaft gibt es für 7,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr. Mitglieder erhalten allerdings auch noch weitere Vorteile wie den Zugriff auf das Musikstreaming-Angebot Amazon Music oder kostenlosen Premiumversand bei Bestellungen. 30 Tage lang kann man den Service kostenlos testen.

Der junge Wilde

Der noch sehr junge Service Joyn will eine Art Allround-Lösung werden und vereint Live-Fernsehen mit Mediatheken und weiteren On-Demand-Angeboten. Derzeit gibt es rund 50 TV-Sender zu sehen und die Inhalte aus elf Mediatheken. Die Sender der Mediengruppe RTL fehlen allerdings, denn dort setzt man auf eine eigene Plattform. Das Angebot, für das nicht einmal eine Anmeldung notwendig ist, ist derzeit komplett kostenlos, weil es durch Werbeeinblendungen finanziert wird. Später soll auch eine Premiumversion folgen, die dann ohne Werbung auskommen soll. Ein Preispunkt ist hier allerdings noch nicht bekannt. Zudem sollen der Streaminganbieter Maxdome und der Eurosport Player bald in Joyn integriert werden.

Wer nur TV-Inhalte streamen möchte, für den gibt es weitere Alternativen. Über Services wie Zattoo oder Waipu.tv lassen sich die Live-Streams deutscher Fernsehsender auf Computer, Smartphone und Co. darstellen. Auch hier gibt es wie bei vielen anderen Anbietern den ersten Monat kostenlos - die Monatsgebühr schwankt danach je nach Angebot zwischen 4,99 Euro und 19,99 Euro. Beide bieten auch kostenlose Alternativen, in denen die Privatsender von ProSiebenSat.1 und RTL allerdings nicht enthalten sind.

RTL hat mit TVNow unterdessen sein eigenes Videoportal am Start. Neben den regulären Inhalten sehen Fans dort teils schon vor TV-Ausstrahlung neue Episoden oder greifen wie bei anderen Mediatheken auf bereits gelaufene Inhalte zurück, die man zuvor vielleicht verpasst hat. Wer gerade beispielsweise "Das Sommerhaus der Stars" verfolgt, der sieht bei TVNow die neueste Folge schon drei Tage vor normaler Ausstrahlung. Für die Vorab-Inhalte und exklusive Serien oder Eigenproduktionen wie "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" wird ein Premium-Account benötigt, der nach einer einmonatigen Testphase bei 4,99 Euro im Monat liegt. Sonst reicht auch das kostenlose Angebot des Senders.

Mehr Sport

Etwas komplizierter wird es bei Sky Ticket, denn hier muss man sich entscheiden, ob man nur Serien sehen möchte oder auch Filme - je nachdem variiert der Preis zwischen 9,99 Euro und 14,99 Euro. Sky ist das Heim von Serien-Produktionen aus dem Hause HBO und von Eigen- beziehungsweise Koproduktionen - darunter absolute Highlights wie "Chernobyl" oder "Babylon Berlin". Auch die neuen Folgen von "Game of Thrones" gab es hier immer bereits wenige Stunden nach US-Erstausstrahlung zu sehen. Sportfans greifen hingegen zum entsprechenden Sport-Ticket für 29,99 Euro im Monat. Praktisch: Für Einzelveranstaltungen gibt es hier auch Tagestickets für 9,99 Euro.

Auch DAZN konzentriert sich einzig auf die Ausstrahlung von Sportinhalten. Neben der NFL, NBA und der NHL gibt es Übertragungen unzähliger weiterer Ligen aus den unterschiedlichsten Sportarten. Und ab der Saison 2019/2020 wird der Service auch die beste Anlaufstelle für Fans des deutschen Fußballs, denn DAZN hat die Bundesliga-Rechte von Eurosport erworben. Es gibt insgesamt unter anderem 40 reguläre Spiele, vier Relegationsspiele und alle Highlights aus der ersten und zweiten Bundesliga zu sehen. Nach einem Gratismonat kostet der Dienst 11,99 Euro monatlich.

Neben Eigenproduktionen und exklusiven Serien wie "Get Shorty" oder "The Handmaid's Tale" gibt es bei MagentaTV besonders US-Serien wie "The Walking Dead" oder auch "Prison Break" zu sehen. Zudem können Kunden 75 TV-Sender streamen und auf viele Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen zugreifen - darunter "Schimanski" oder auch der "Tatort". Nach 30 kostenlosen Tagen kostet das Angebot 7,95 Euro im Monat.

Gaming im Livestream

Auch Livestreams aus dem Bereich Gaming erfreuen sich mittlerweile größter Beliebtheit, egal ob von Turnieren oder einzelnen Spielern. Der 2014 von Amazon aufgekaufte Service Twitch ist hier der absolute Platzhirsch. Grundsätzlich können die Übertragungen kostenlos verfolgt werden, wer sein Amazon-Prime-Konto allerdings mit Twitch verknüpft, der bekommt monatlich unter anderem kostenlose Spiele und Ingame-Boni für ausgewählte Titel. Streamer können zudem auf freiwilliger Basis mit finanziellen Zuwendungen unterstützt werden.

Microsofts Service Mixer bietet - zumindest was die Streams an sich angeht - grundsätzlich sehr ähnliche Features wie Twitch, ist aber bei weitem nicht so beliebt. Daran dürfte selbst der Fakt nichts ändern, dass Ninja, einer der mittlerweile bekanntesten Gamer der Welt, seit Kurzem exklusiv bei Mixer zu sehen ist. Nur zum Vergleich: Während sich bei Mixer am Montagnachmittag rund 6.500 Menschen "Fortnite"-Streams anschauten, waren es zum gleichen Zeitpunkt bei Twitch fast 110.000 "Fortnite"-Zuschauer.

Auch YouTube sollte man nicht vergessen, denn dort gibt es ebenso Livestreams jeglicher Art. Zudem werden auf der beliebten Videoplattform eigene Originals wie "Impulse" oder "Cobra Kai" geboten, die es allerdings nur mit Premium-Mitgliedschaft voll zu sehen gibt. Die Hauptvorteile eines solchen Abos liegen aber vor allem darin, dass Videos aufs Smartphone heruntergeladen werden können, Werbung komplett wegfällt und auch eine Mitgliedschaft für YouTube Music Premium inbegriffen ist. Den ersten Monat gibt es wie so oft kostenlos, danach werden 11,99 Euro monatlich fällig.

Das kommt in der Zukunft

Das ohnehin schon breitgefächerte Angebot wird sich künftig noch weiter zersplittern, denn in den kommenden Monaten drängen mindestens drei weitere große Mitspieler auf den Markt. Medien-Riese Disney startet noch im Herbst seinen hauseigenen Streamingdienst Disney+. Spätestens dann werden viele Film- und Serieninhalte bei anderen Anbietern verschwinden, denn zu Disney gehören unter anderem auch erfolgreiche Studios wie Pixar, Lucasfilm, 20th Century Fox und Marvel. In den USA wird der Service umgerechnet rund 6,20 Euro im Monat kosten, für Deutschland sind bisher keine weiteren Informationen bekannt.

Hinter dem für die USA für 2020 angekündigten Streamingdienst HBO Max steckt der Konzern WarnerMedia, dem unter anderem mehrere Fernsehkanäle wie HBO und der Comicverlag DC Comics gehören. Dort werden neben dem gerade erst angekündigten Remake von "Gossip Girl" unter anderem auch Serien wie "Friends" oder "Game of Thrones" zu sehen sein. Derzeit ist noch nicht bei allen Serien aus dem Hause klar, wo sie womöglich in Deutschland landen - oder ob es den Dienst auch bei uns geben wird. Netflix hatte zumindest bestätigt, dass "Friends" und "Pretty Little Liars" in Deutschland vorerst bei ihnen bleiben werden.

Im Herbst soll zudem angekündigt werden, wann Apple TV+ an den Start gehen soll und wieviel der Dienst der Kalifornier kosten wird. Ende März hatte man im Beisein zahlreicher Stars wie Jennifer Aniston (50) und Steven Spielberg (72) den Service angekündigt. Es befinden sich bereits einige spannende Eigenproduktionen wie "The Morning Show" oder "For All Mankind" in der Mache.

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