07.05.2018, 16.18 Uhr

Datenschutz Grundverordnung 2018: Änderung der DSGVO ab Mai - DAS müssen Sie jetzt wissen

Die neuen Gesetze sollen zur Sicherheit Ihrer Daten im Netz beitragen. Ab dem 25. Mai 2018 treten sie in Kraft.

Die neuen Gesetze sollen zur Sicherheit Ihrer Daten im Netz beitragen. Ab dem 25. Mai 2018 treten sie in Kraft. Bild: dpa

Informationen zu aktualisierten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen füllen momentan alle E-Mail-Posteingänge. Der Grund: Die neue Datenschutz Grundverordnung der EU, kurz DSGVO, wird am 25. Mai 2018 wirksam und beeinflusst alle Vorgänge im Netz. Aber was genau ändert sich? Die neuen Regelungen sind in 99 Artikeln vorzufinden - ganz schön viel Text.

Datenschutz Grundverordnung 2018: Höchste Zeit für neue Regeln

Das EU-Grundrecht zum Datenschutz stammt aus dem Jahr 1995: "Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten." Die Umsetzung der dazugehörigen Richtlinien erfolgte bisher nach eigenem Ermessen der Mitgliedsstaaten. An die Entstehung von Streaming oder Internet-Riesen wie Google und Facebook war damals noch nicht zu denken, weshalb die alten Bestimmungen mittlerweile völlig veraltet sind.

Die Reformen gingen schon 2012 in Arbeit; am 25. Mai 2018 wird die neue Verordnung schließlich in allen EU-Staaten gültig. Betroffen sind aber auch internationale Unternehmen, die ihre Dienste in Europa anbieten und personenbezogene Daten speichern. Zusammengefasst sollen die Anbieter strenger reguliert werden, damit die Nutzer selbst in der Hand haben, wer welche Informationen über sie besitzt.

Die wichtigsten Änderungen der neuen DSGVO sind in dieser Infografik zusammengefasst.

Die wichtigsten Änderungen der neuen DSGVO sind in dieser Infografik zusammengefasst. Bild: dpa

Ihre DSGVO-Rechte im Überblick

  • Recht auf Transparenz: Die Anbieter sind dazu verpflichtet, Sie auf transparente und verständliche Weise über die Verarbeitung Ihrer Daten in Kenntnis zu setzen
  • Informations- und Widerspruchsrecht: Sobald Ihre Daten erhoben werden, müssen Sie über Folgendes informiert werden: Die Namen und Kontaktdaten des Anbieters, zu welchen Zwecken und wie lange die Daten verwendet werden, auf welcher Rechtsgrundlage dies geschieht und gegebenenfalls an welche dritte Parteien die Informationen weitergegeben werden. Sie haben das Recht, die Einwilligung zur Verarbeitung Ihrer Daten jederzeit zu widerrufen und sich bei einer Aufsichtsbehörde zu beschweren. Es ist Ihnen möglich bei Anbietern zu erfragen ob, welche und wozu persönliche Daten verarbeitet werden.
  • Recht auf Berichtigung: Auf Anfrage hin muss ein verantwortlicher Anbieter personenbezogene Daten unverzüglich berichtigen oder vervollständigen.
  • Recht auf Löschung/"Vergessenwerden": Sie haben das Recht, Ihre Einwilligung zurückzuziehen und bei bestimmten Voraussetzungen die Löschung Ihrer persönlichen Informationen zu verlangen.
  • Recht auf Einschränkung der Verarbeitung:Als betroffene Person können Sie die Verarbeitung Ihrer Daten auf Anfrage hin einschränken.
  • Recht auf Datenübertragbarkeit: Soweit technisch möglich, haben Sie das Recht, die von einem Anbieter erhobenen Daten zu erhalten und an einen anderen Verantwortlichen auf manuelle oder automatische Weise zu übertragen, um Wechsel zu erleichtern.
  • Ausnahmen: Geht es um nationale und öffentliche Sicherheit, Landesverteidigung, die Unabhängigkeit der Justiz oder andere Ziele von öffentlichem Interesse sind Ausnahmen möglich.

Hier finden Sie die vollständige DSGVO.

Was bedeuten die Änderungen der DSGVO für Privatpersonen?

Diese Rechte finden in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens Anwendung: Als Arbeitnehmer müssen Sie personenbezogene Daten auf Dienstgeräten nach aktuellen Standards verschlüsseln, beim Arztwechsel muss die Praxis Ihre Daten auf Wunsch sicher weiterleiten und auch internationale Online-Verkäufer dürfen nur die notwendigsten Informationen erheben.

Bei Fehltritten winken saftige Strafen

Entgegen der bisherigen Richtlinien, werden Verstöße gegen die DSGVO schärfer kontrolliert. Es drohen Verwarnungen und Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro. Besonders große Konzerne können außerdem zu Zahlungen von bis zu vier Prozent ihres weltweiten Umsatzes herangezogen werden. Experten rechnen mit Abmahnwellen, da viele Betriebe dem Recht unsicher gegenüberstehen. Auch Betreiber kleinerer Webseiten, Blogs und Homepages müssen aufpassen, denn selbst eine private Seite erhebt persönliche Daten und unterliegt demnach den Richtlinien der DSGVO.

Führerschein

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

scs/rut/kad/news.de
Themen: Datenschutz
WhatsApp-News aktuellTricoder, Dual Messenger und Co.Meghan Markle schwangerNeue Nachrichten auf der Startseite