30.03.2018, 16.30 Uhr

Snap: Wie gut geht es Snapchat eigentlich noch?

Vor allem junge Nutzer setzen auf Snapchat

Vor allem junge Nutzer setzen auf Snapchat Bild: ThomasDeco / Shutterstock.com/spot on news

Im Bereich der Social-Media- und Messaging-Apps gab es in den vergangenen Jahren kein Vorbeikommen an Snapchat. Auch die Aktie des Betreibers Snap startete 2017 äußerst erfolgreich. Doch nach einigem Auf und Ab in den vergangenen Monaten stellt sich die Frage: Wie gut geht es Snapchat eigentlich?

Die vergangenen Wochen waren zumindest äußerst turbulent: Snap konnte sich Anfang Februar dank überraschend guter Zahlen - täglich aktive Nutzer stiegen unter anderem laut Konzernangaben auf 187 Millionen - zwar über ein Hoch an der Börse freuen, doch mit einem Quartalsverlust von umgerechnet etwa 283 Millionen Euro steckte der Konzern trotzdem in den tiefroten Zahlen. Kylie Jenner (20) und Rihanna (30, "Umbrella") dürften die Situation für das Unternehmen zudem in den darauffolgenden Tagen sicher nicht verbessert haben.

"Ugh, das ist so traurig"

Ein Tweet von Jenner reichte am 21. Februar aus, um die Aktie wieder kräftig abstürzen zu lassen. "Ugh, das ist so traurig", schrieb das Reality-Sternchen. Und Jenner fragte, ob sie die einzige sei, die die Snapchat-App quasi gar nicht mehr öffne. Zeitweise sank der Börsenwert des Unternehmens um umgerechnet bis zu 1,4 Milliarden Euro. Anfang März berichtete das Business-Portal "Cheddar" dann, dass rund 120 Mitarbeiter aus dem IT-Bereich des Konzerns in den kommenden Tagen gekündigt würden - etwa zehn Prozent der Arbeitskräfte der Abteilung. Kein Wunder, dass das interne Betriebsklima laut "Los Angeles Times" nicht gerade zufriedenstellend sein soll. Und dann war da ja noch das Rihanna-Debakel.

Nachdem bei Snapchat eine Anzeige für ein Handygame die Sängerin verärgert hatte, rief diese ihre mehr als 61 Millionen Instagram-Abonnenten dazu auf, die App getrost wegzuwerfen. In der Anzeige, in der hypothetisch gefragt wurde, ob man lieber Rihanna ohrfeigen oder Chris Brown boxen würde, sah die Sängerin eine Verunglimpfung von Opfern häuslicher Gewalt. Daraufhin fiel der Börsenwert erneut um umgerechnet bis zu 485 Millionen Euro. Verheerend ist dabei aber nicht einmal der schwankende Aktienkurs, sondern vor allem der PR-Alptraum, den Snap in den letzten Wochen durchleben musste.

Ein Glück, dass es Facebook gibt

Es gibt aber auch zwei Faktoren, die dafür sprechen, dass die vergangenen Monate nicht gerade der Anfang vom Ende, sondern einfach nur ein Stolperstein sein dürften. Zum einen gibt es für Snap gerade bei einer jüngeren Zielgruppe Hoffnung: 78 Prozent junger Amerikaner zwischen 18 und 24 Jahren sind Snapchat-Nutzer. Das geht aus einer im Januar geführten Umfrage hervor, die kürzlich vom "Pew Research Center" veröffentlicht wurde. Bei den 25- bis 29-jährigen Usern fällt dieser Wert aber bereits auf 54 Prozent ab.

In Deutschland sieht dies noch einmal deutlich anders aus, auch wenn Snapchat hier beliebter ist als beispielsweise Facebook. Laut einer Forsa-Umfrage für die DAK, an der 1.001 deutsche Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren teilgenommen haben, verbringen insgesamt rund neun Prozent der Befragten am meisten Zeit mit Snapchat. Instagram bringt es im Vergleich auf 14 Prozent und WhatsApp liegt bei uneinholbaren 66 Prozent.

Zum anderen gibt es mit Facebook ein großes soziales Netzwerk, das derzeit noch viel schlimmer in der Bredouille steckt als Snapchat. Nach dem Bekanntwerden des massiven Datenskandals laufen Facebook viele Nutzer und auch Firmen davon. Der US-"Playboy" hat seinen Account deaktiviert, Tesla und SpaceX von Star-Unternehmer Elon Musk (46) sind von der Plattform verschwunden und auch Stars wie Will Ferrell (50) oder Cher (71) sprechen sich gegen eine Nutzung aus. Eine ganze Bewegung hat sich unter dem Hashtag #DeleteFacebook gegründet, die dazu auffordert, genau das zu tun: Facebook zu löschen. Klingt ganz so, als ob Snapchat nichts Besseres hätte passieren können, um von den eigenen Problemen abzulenken.

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Themen: Snapchat
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