18.12.2017, 15.22 Uhr

Abschaffung der Netzneutralität: Gibt es bald keine Gratis-Pornos mehr im Internet?

Pornhub könnte in Zukunft kostenpflichtig werden.

Pornhub könnte in Zukunft kostenpflichtig werden. Bild: fotolia.de/deagreez

Dem kostenlosen Porno könnte das Aus drohen! Denn die bisher kostenlose Porno-Seite Pornhub könnte demnächst kostenpflichtig werden. Schuld ist die abgeschaffte Netzneutralität in den USA. Dahinter standen vor allem große Konzerne. Pornhub reagierte auf Twitter mit Sarkasmus: "Drei reiche Männer fi**** alle Amerikaner. Bald zu sehen auf Pornhub." Tatsächlich war die Abstimmung knapp ausgefallen. Drei Männer hatten sich für die Abschaffung, zwei dagegen ausgesprochen.

Pornhub bald kostenpflichtig wegen Abschaffung der Netzneutralität in den USA

Doch wieso ist Pornhub in Gefahr? Durch die Abschaffung der Netzneutralität können Netzbetreiber wie AT&T, Verizon und Comcast ihre Angebote modifizieren, schreibt "tag24.de". Für gewisse Dienste könnten nun also Gebühren verlangt werden. Und nicht nur Pornhub, auch Google, Facebook, Amazon und Netflix haben Sorge, dass sie Netzbetreibern nun entsprechend mehr Geld zahlen müssen, was dann natürlich auf die Kunden umgelegt werden würde.

Netzneutralität in den USA abgeschafft: Wie sieht die Rechtslage in Europa aus?

In Europa schreibt eine vor etwas über einem Jahr verabschiedete Leitlinie der EU-Telekom-Regulierungsbehörde Berec die Netzneutralität weitgehend fest. Demnach dürfen Internet-Anbieter Streaming-Plattformen keine großzügigen Sonderregelungen einräumen. Unter Auflagen sind allerdings Spezialdienste wie etwa Internet-TV-Angebote ausgenommen. Auch das aktuell diskutierte "Zero Dating", wie es die Telekom bei ihrem Tarif "StreamOn" anbietet, ist mit Einschränkungen rechtskonform. Dabei werden bestimmte Dienste von Partnern nicht auf das gebuchte Datenvolumen angerechnet.

Welche Auswirkungen werden für deutsche Verbraucher erwartet?

Nach der Abschaffung der strikten Regeln in den USA dürften Nutzer in Deutschland zunächst einmal kaum unmittelbare Auswirkungen wahrnehmen. Indirekt könnten sie es jedoch spüren, da die Marktmacht großer Anbieter wachsen und die Auswahl auch für europäische Nutzer schrumpfen werde, schätzt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands vzbv. Mittelfristig sieht der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, damit aber die Netzneutralität auch in Europa gefährdet. Die Telekom und andere Anbieter würden nur darauf warten, mit immer neuen Datentarifen Geld im Netz zu verdienen, sagte von Notz am Freitag der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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gea/loc/news.de/dpa
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