20.08.2019, 08.26 Uhr

FC-Bayern-Rückzug: Uli Hoeneß bestätigt Rücktritt als Bayern-Präsident

Uli Hoeneß bestätigt seinen Rückzug beim FC Bayern

Uli Hoeneß bestätigt seinen Rückzug beim FC Bayern Bild: picture alliance/Matthias Balk/dpa

Eigentlich wollte er zu seiner Zukunft beim FC Bayern München erst einmal schweigen. Doch Uli Hoeneß hat erstmals bestätigt, dass er beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München die Ämter als Vereinspräsident und Aufsichtsratschef niederlegen will. Zuvor teilt er noch dem "Kicker" mit: "Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung." Dieses Schweigegelübge hat das FBC-Alphatier somit nicht durchgehalten. Einen Zeitpunkt ließ der 67-Jährige in dem Bericht vom Sonntagabend offen, zudem kündigte er an, sich nicht vollständig vom FC Bayern zurückziehen zu wollen.

Uli Hoeneß bestätigt Rückzug beim FC Bayern München - doch lässt Zeitpunkt offen

"Ich bleibe im Aufsichtsrat. Den Vorsitz gebe ich aber mit dem Amt des Präsidenten zurück, wenn es soweit ist", zitierte die Zeitung Hoeneß am Rande des FC Bayern Charity Golf Cups in Gut Rieden. Erst vor wenigen Tagen hatte Hoeneß erneut betont, dass er seine Entscheidung, im November möglicherweise nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Präsident zu kandidieren, am 29. August dem Aufsichtsrat mitteilen wolle. Vorher werde es von ihm keine offizielle Stellungnahme dazu geben.

Herbert Hainer als Hoeneß-Nachfolger

Im von Hoeneß befürworteten Zukunftsszenario soll dem Vernehmen nach sein enger Freund Herbert Hainer (65) die Nachfolge antreten. Der frühere Adidas-Chef, ebenfalls ein Metzgerssohn wie Hoeneß, soll dessen Ämter in der Vereinsführung und an der Spitze des neunköpfigen Aufsichtsrats übernehmen.

Dabei hatte sich Hoeneß im Dezember noch bis 2022 an der Spitze des Aufsichtsrats, das die Geschäftsführung eines Unternehmens überwacht, bestätigen lassen. "Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar", hatte Hoeneß, der erst am 1. Mai sein 40-jähriges Manager-Jubiläum gefeiert hatte, indes über seine Person einmal gesagt.

Es sind Sätze des Wandels. So wie der FC Bayern den Umbruch in seiner Mannschaft mit Transfers wie von Philippe Coutinho oder Lucas Hernandez forciert, vollzieht er sich auch auf der Führungsebene. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (63) hört Ende 2021 auf. Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn (50) soll dann seine Position an der Spitze des Vorstandes einnehmen. Am 1. Januar 2020 beginnt die Einarbeitung des ehemaligen Kapitäns. Das hatte Hoeneß so eingefädelt.

Kahn war als Spieler ein wichtiger Werbepartner für Adidas, als Hainer bei dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach noch der Chef war. Und der frühere Topmanager war einer der ersten, die Hoeneß nach dessen Verurteilung wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis besuchten. "Gerade in so einer Situation zeigt sich wahre Freundschaft", hatte Hainer gesagt.

Bayern München muss ohne Uli Hoeneß funktionieren

Ohne Hoeneß erlebt der FC Bayern zweifellos eine Zäsur in XXL-Format. Die Münchner funktionieren aber auch ohne den streitbaren Übervater. Nach der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung trat Hoeneß im März 2014 schon einmal von seinen Ämtern zurück. Ende 2016 feierte er ein Comeback, zwischenzeitlich hatte Rummenigge den Verein erfolgreich als Frontmann geführt.

"Was hier sportlich und gesellschaftlich geschaffen wurde", meinte Hoeneß auf dem Golf-Turnier voll Pathos über sein Lebenswerk, "gibt es auf der ganzen Welt nicht noch mal."

Hoeneß hatte 1979 das Amt als Manager beim FC Bayern übernommen und den Club zum deutschen Branchenführer aufgebaut, nachdem er zuvor als Spieler große Erfolge mit den Münchnern gefeiert hatte.

sba/news.de/dpa
Mick Schumacher steigt aufMichael Schumacher aktuellPrinz William und Prinz CharlesNeue Nachrichten auf der Startseite