24.06.2019, 18.56 Uhr

Vergabe der XXV. Olympischen Winterspiele: Entscheidung für Mailand! Winterspiele 2026 finden in Italien statt

Ob die Olympischen Winterspiel 2026 in Stockholm (Schweden) oder in Mailand (Italien) stattfinden, darüber entscheidet das Internationale Olympische Komittee am 24. Juni 2019.

Ob die Olympischen Winterspiel 2026 in Stockholm (Schweden) oder in Mailand (Italien) stattfinden, darüber entscheidet das Internationale Olympische Komittee am 24. Juni 2019. Bild: Gabriele Facciotti / AP / picture alliance / dpa

Am Abend des 24. Juni 2019 fällt die Entscheidung: Wo werden die Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden? Neben Schweden hat sich auch Italien um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele beworben. Nun wird das Internationale Olympische Komittee am 24.06.2019 entscheiden, ob die Spiele in Stockholm/Are oder in Mailand/Cortina d'Ampezzo stattfinden werden. Die Entscheidung soll dem Zeitplan entsprechend um 18.00 Uhr in Lausanne in der Schweiz bekanntgegeben werden.

Olympische Winterspiele 2026 werden in Mailand stattfinden

Die Modestadt Mailand wird 2026 zur Bühne für die XXV. Olympischen Winterspiele. Dies entschied die Session des Internationalen Olympischen Komitees am Montag in Lausanne. Die 82 stimmberechtigten IOC-Mitglieder votierten dabei mehrheitlich gegen Mitbewerber Stockholm. 20 Jahre nach den Spielen in Turin wird das Sportspektakel auf Eis und Schnee nicht nur erneut nach Italien, sondern in eine klassische Wintersportregion in Europa zurückkehren. Zuletzt waren Vancouver (2010), Sotschi (2014) und Pyeongchang in Südkorea (2018) Gastgeber gewesen, 2022 wird es Peking sein.

Italiens Vize-Premier und Innenminister Matteo Salvini sprach von einem "historischen Tag" und einem "Sieg für alle Italiener. Mit den Winterspielen werden wir der Welt unsere Exzellenz und unsere Fähigkeiten beweisen", erklärte der Chef der rechten Lega.

Enttäuschung in Schweden nach Olympia-Vergabe an Mailand

Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2026 an Mailand und Cortina d'Ampezzo herrscht beim Mitbewerber aus Schweden große Enttäuschung. Biathletin Hanna Öberg sagte am Montagabend dem schwedischen Fernsehsender SVT, der Moment der Bekanntgabe habe sich sehr ernüchternd angefühlt. "Es hat große Hoffnungen gegeben, Olympische Spiele hätten große Investitionen in den Sport in Schweden bedeutet", sagte die Olympiasiegerin von Pyeongchang in Östersund. Für ihre Sportart hätte es außerdem viel bedeutet, wenn für Olympia eine Biathlon-Anlage in Stockholm gebaut worden wäre.

Sebastian Samuelsson, der mit der schwedischen Biathlon-Staffel ebenfalls Gold in Pyeongchang gewonnen hatte, sagte an Öbergs Seite, Olympische Spiele in Stockholm/Are wären großartig gewesen. "Wir haben gezeigt, dass wir nachhaltige Olympische Spiele ausrichten wollten", sagte er. Aber nicht nur Schweden, sondern auch Italien habe eben eine gute Bewerbung abgegeben.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte am Montagabend in Lausanne verkündet, dass die Bewerbung von Mailand und Cortina d'Ampezzo den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026 bekommt. Schweden hat sich damit acht Mal in Serie erfolglos um Olympia beworben, sieben Mal davon für Winterspiele.

"Made in Sweden": Stockholm will erstmals Winterspiele ausrichten

Schwedens Hauptstadt Stockholm war 1912 und 1956 Gastgeber Olympischer Sommerspiele, aber noch nie der im Winter. Die Skandinavier sind mit dem Motto "Made in Sweden" und einem Budget von 1,2 Milliarden Euro in die Bewerbung gegangen. Die Wettbewerbe sollen vom 6. bis 22. Februar 2026 - gefolgt von den Paralympics (6. bis 15. März) - an vier Austragungsorten stattfinden.

Stockholm ist dabei nicht nur Schauplatz von Medaillenkämpfen in der Halle wie beim Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eishockey oder Curling, sondern auch für Langlauf, Biathlon oder Big Air. In Are soll Ski alpin, Snowboard und Freestyle-Ski ausgetragen werden. Falun wird das Zentrum für Skispringen und Nordische Kombination. Rodeln, Bob und Skeleton werden nach Sigulda/Lettland ausgelagert, um keinen Eiskanal bauen zu müssen, für den es in Schweden keinen Bedarf gibt. Von den erforderlichen zwölf Sportstätten existieren bereits neun.

Stärken der Bewerbung sind der besondere Fokus auf Nachhaltigkeit. Das gilt im Land von Aktivistin Greta Thunberg sowohl für Klima- und Umweltfragen als auch für wirtschaftliche und soziale Aspekte, womit die Bewerbung in besonderem Maße die Anforderungen der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees zur Zukunft der Spiele erfüllt. Außerdem gibt es eine exzellente Infrastruktur mit gutem Nahverkehr in Stockholm und leidenschaftliche Wintersportfans.

Schwächen der Kandidatur ist die im Vergleich zum Kandidaten Mailand deutlich geringere Zustimmung der Bevölkerung zu dem Großprojekt von weit unter 50 Prozent. Zudem stellt der Ort Are ein logistisches Problem dar: Er liegt rund 600 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Hinzu kommt die nördliche Lage Schwedens: Dass im Winter weniger Tageslicht herrscht als weiter südlich, könnte Auswirkungen auf die Länge der Wettkampftage haben.

Große Zustimmung der Italiener für Winterspiele 2026 in Mailand

Mailand ist noch nie Austragungsort für Olympische Spiele gewesen, Cortina d'Ampezzo dagegen war es bereits 1956. Nach Italien wurden zudem 1960 die Sommer- und 2006 die Winterspiele vergeben. Die Mailänder Bewerbung mit dem Motto "Dreaming Together" basiert auf einem Budget von 1,4 Milliarden Euro. Geplant sind die Spiele vom 6. bis 22. Februar 2026, gefolgt von den Paralympics (6. bis 15. März). Die Eröffnungsfeier soll im San-Siro-Stadion von Mailand und die Schlusszeremonie in der Arena in Verona stattfinden.

Die Medaillenkämpfe sollen in Mailand (Eishockey, Eiskunstlauf, Shorttrack), Valtellina (Ski Alpin Männer, Freestyle Ski, Snowboard), Cortina (Ski Alpin Frauen, Bobsport, Curling, Biathlon) und Val di Fiemme (u.a. Skilanglauf, Skispringen, Eisschnelllauf) ausgetragen werden. Für die Athleten sind sechs Olympische Dörfer in Mailand, Cortina, Livigno, Bormio, Val di Fiemme und Antholz vorgesehen.

Stärken der Kandidatur sind der große Rückhalt der italienischen Bevölkerung (83 Prozent) und dass nur zwei permanente Sportstätten gebaut werden müssen. Mailand ist mit Auto, Bahn und Flugzeug gut zu erreichen und hat als Mode-Hauptstadt ein großes Kultur- und Gastronomie-Angebot sowie historische Sehenswürdigkeiten. Cortina ist mit der Dolomiten-Kulisse ein beliebtes Touristenziel. Norditalien war Schauplatz vieler Wintersportveranstaltungen.

Die Schwächen sind der Transport zwischen den Veranstaltungen in den Bergen und der Stadt, der ausgebaut werden muss. Kritisiert wird auch, dass Ski alpin für Männer und Frauen an getrennten Orten stattfinden sollen, was zu höheren Kosten und logistischen Schwierigkeiten führen könnte.

DOSB: Mailand und Stockholm wären perfekte Winterspiele-Gastgeber

Der Deutsche Olympische Sportbund hält Mailand und Stockholm für herausragende Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2026. "Beide Kandidaten wären zweifelsohne perfekte Gastgeber", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Es sind klassische Wintersportländer mit großer Tradition, recht unterschiedlich in ihrer Art, aber die häufig nachgewiesen haben, dass sie das können." Die Entscheidung über den Winterspiele-Gastgeber in sieben Jahren fällt am Montag auf der 134. Session des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne.

Für Hörmann wäre es auch ein deutliches Signal, "dass nach zweieinhalb Mal Asien - je nachdem wo man das russische Sotschi zuordnet - die Winterspiele wieder nach Europa zurückkehren". 2018 war das südkoreanische Pyeongchang der Ausrichter, 2022 wird es Peking sein. In Ergänzung zu den Sommerspielen 2024 in Paris erwartet er zudem Winterspiele, "die auch in Deutschland große Begeisterung wecken" werden.

Schweden schickt Kronprinzessin zur Olympia-Bekanntgabe beim IOC

Hoher Besuch beim IOC: Kronprinzessin Victoria kommt zur Unterstützung der schwedischen Olympia-Delegation nach Lausanne. Neben der Thronfolgerin werden auch Victorias Ehemann Prinz Daniel und Regierungschef Stefan Löfven auf der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees dabei sein, wie die schwedische Bewerbungskampagne am Donnerstag mitteilte. In Lausanne wird am Montag bekanntgegeben, ob Stockholm mit Are oder das italienische Mailand mit Cortina d'Ampezzo die Olympischen Winterspiele 2026 austragen dürfen. Schweden hat zwar 1912 Olympische Sommer-, aber noch nie Winterspiele veranstaltet.

Befragung: Knappe Mehrheit gegen Olympia 2026 in Stockholm

Die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt Stockholm wird von vielen Schweden weiter kritisch betrachtet. In einer neuen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Zeitung "Dagens Nyheter" sprach sich eine knappe Mehrheit der Befragten gegen eine Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 in Stockholm und Are aus: 37 Prozent der 1130 Befragten sind demnach gegen eine Austragung, 34 Prozent dafür. Der Rest war unentschlossen.

In einer vor knapp einer Woche veröffentlichten Befragung des schwedischen Radios sprachen sich 47 Prozent für und 41 Prozent gegen die Austragung der Winterspiele aus. Das Internationale Olympische Komitee (IOC), das am kommenden Montag über den Veranstaltungsort der Spiele entscheidet, spricht von 55 Prozent Unterstützung in Schweden. Um die Austragung bewirbt sich neben Stockholm/Are auch Mailand mit Cortina d'Ampezzo. In Italien ist die Unterstützung laut IOC-Angaben deutlich höher. Schweden hat noch nie Olympische Winterspiele ausgerichtet.

Schwedischer Ministerpräsident wirbt für Olympia 2026 in Stockholm

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven und andere namhafte Schweden haben sich für eine Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 in Stockholm ausgesprochen. Eine Woche vor der IOC-Entscheidung über die Olympia-Vergabe brachte Löfven gemeinsam mit Außenministerin Margot Wallström seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Entscheidung zugunsten der schwedischen Bewerbung fallen werde.

Schweden sei eine Wintersportnation, die sich auf die Austragung großer Wettkämpfe verstehe, wurde Löfven in einer Mitteilung der schwedischen Olympia-Kampagne zitiert. Wallström ergänzte: "Willkommen in Schweden. Sie können uns vertrauen und darauf vertrauen, dass wir unser Bestes geben werden, um es zu denkwürdigen Spielen zu machen."

"Schweden ist bereit, die ersten wirklich nachhaltigen Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten", hieß es in einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Erklärung der Stockholmer Handelskammer, die von Löfven und anderen schwedischen Persönlichkeiten wie Spotify-Gründer Daniel Ek und Ericsson-Chef Börje Ekholm unterzeichnet worden war. "Wir sind uns sicher, dass die großartigen Möglichkeiten einer Austragung von Olympischen Spielen die Herausforderungen deutlich übertreffen."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am kommenden Montag über die Austragung der Winterspiele. Darum bewerben sich das italienische Mailand und Cortina d'Ampezzo sowie Stockholm mit Are. Schweden hat noch nie Olympische Winterspiele ausgerichtet.

IOC-Evaluierung: Italien für 2026 im Vorteil - Bach: Kein Favorit

Am Tag der Veröffentlichung des Evaluierungsberichts zu den Olympia-Bewerbungen Italiens und Schwedens wollte IOC-Chef Thomas Bach noch keinen Favoriten für die Ausrichtung der Winterspiele 2026 benennen. "Es sind zwei Bewerber aus klassischen europäischen Wintersportländern, die eine Rückkehr Olympias zu den Wurzeln bedeuten. Insoweit will ich da nicht abwägen", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees am Freitag vor der Veranstaltung "Bild 100" in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Um die Austragung der Spiele bewerben sich Mailand und Cortina d'Ampezzo sowie die schwedische Hauptstadt Stockholm mit Are. Wer die übernächsten Winterspiele austragen darf, entscheidet das IOC am 24. Juni in Lausanne. "Man kann ruhig schlafen, es wird einen guten Ausrichter für 2026 geben", fügte Bach hinzu. "Die Athleten dürfen sich dort auf ein fachkundiges und enthusiastisches Publikum freuen."

Die italienische Regierung hatte zuvor staatliche Garantien für die Kandidatur zugesagt. Damit waren die Chancen von Mailand/Cortina auf die Spiele gestiegen. Aus dem Bericht des IOC geht hervor, dass die Zustimmung der Bevölkerung in Italien bei 83 Prozent und in Schweden bei 55 Prozent liegt.

Dem Bericht zufolge fehlen im schwedischen Angebot «verbindliche Finanzierungsgarantien» für das Sportlerdorf in Stockholm und die geplanten neuen Sportarenen für Eisschnelllauf sowie Ski-Langlauf und Biathlon. Das IOC-Bewertungsteam schlug daher vor, bereits vorhandene Skiorte in Falun und Östersund zu nutzen. Auch sollte zur Kostensenkung die Nutzung einer Bobbahn im lettischen Sigulda erwogen werden. IOC-Experten schlugen auch vor, Bormio als einen der beiden alpinen Skiorte zu streichen, um logistische Probleme der italienischen Bewerbung zu lösen.

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