23.05.2019, 12.58 Uhr

Niki Lauda (70) ist tot: Formel-1-Legende hat bis zum Schluss gekämpft: Lauda-Arzt äußert sich zur Todesursache!

Die Welt trauert um Niki Lauda.

Die Welt trauert um Niki Lauda. Bild: cristiano barni / Shutterstock.com/spot on news

Niki Lauda zählte zu den Großen in der Formel-1-Geschichte. Dreimal holte er den WM-Titel. Legendär wurde er durch den Horror-Unfall 1976 auf dem Nürburgring und seine Rückkehr nach nur 42 Tagen. Nun ist er mit 70 Jahren gestorben.

Niki Lauda ist tot: Formel-1-Legende stirbt mit 70 Jahren

Die österreichische Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Er starb am Montag im Alter von 70 Jahren, wie sein Arzt Walter Klepetko am frühen Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft Laudamotion, dessen Namensgeber Niki Lauda ist, schrieb im Namen der Familie Lauda: "In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019, im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich."

Lauda-Familie äußert sich zum Tod von Niki Lauda

Formel-1-Legende Niki Lauda ist "im Kreise seiner engsten Familie in der Universitätsklinik in Zürich friedlich eingeschlafen". Das teilte die Familie Lauda am Dienstagvormittag in einem weiteren Statement mit, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. "In den letzten zehn Monaten waren wir jede Minute an seiner Seite. Wir haben mit ihm gelacht, geweint, gehofft und gelitten, aber schlussendlich verließen Niki gestern seine Kräfte", heißt es demnach weiter. Gezeichnet wurde die Mitteilung von Laudas Ehefrau Birgit, seiner Ex-Gattin Marlene und seinen Kindern Lukas, Matthias, Max und Mia. Die Universitätsklinik Zürich gab aus Datenschutzgründen keine Auskunft.

Lauda-Arzt äußert sich zur Todesursache der Formel-1-Legende

Der Tod von Niki Lauda kam nach Angaben seines Arztes nicht ganz überraschend. "Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die "Rennstrecke" zurück bringen können", sagte Mediziner Walter Klepetko vom Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der österreichischen Nachrichtenagentur APA. "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist."

Lauda hatte Anfang August 2018 eine Spender-Lunge erhalten, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte. Klepetko hatte sich nach dem Eingriff immer wieder optimistisch gezeigt, dass sein Patient wieder auf die Beine kommen werde. In der Reha machte Lauda zunächst auch große Fortschritte.

Niki Laudas Arzt verrät: Er hat bis zum Schluss gekämpft

Auch der am Dienstag ausgestrahlten Sondersendung im ORF äußerte sich Klepetko noch einmal zu den letzten Monaten des verstorbenen Formel-1-Stars.Schon "seit Jahresbeginn hat es sich abgezeichnet", so Klepetko in der Talkrunde, bei der auch Laudas guter Freund Dr. Helmut Marko anwesend war. Dementsprechend habe "der Tod von Niki Lauda (...) uns nicht überrascht", sagte Laudas Arzt weiter.Nach einem Weihnachtsurlaub, in dem sich Lauda gut von der Operation erholte, "kam eine Grippeinfektion, die hat ihn sehr zurückgeworfen. Immer wenn wir geglaubt haben, wir hätten es geschafft, sind wir wieder zurückgeworfen worden." Spätestens ab Anfang Mai kam demnach die traurige Erkenntnis auf, dass Lauda nicht mehr viele Tage haben wird.

Dennoch habe er bis zuletzt gekämpft - so, wie man das von ihm auch auf der Rennstrecke kannte: "Er hat mehr Übungen verlangt als eigentlich vorgeschrieben waren. Zu allen war er freundlich, niemals herablassend", zeigte sich Klepetko in der Show von dem eisernen Willen Laudas beeindruckt.

Niki Lauda bei Formel-1-Unfall schwer verletzt

Der 70-Jährige mit der roten Kappe als Markenzeichen hatte seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 immer wieder mit Gesundheitsproblemen zu tun. Nur knapp überlebte er damals das Flammeninferno. Nicht nur seine Kopfhaut wurde dabei durch schwere Verbrennungen gezeichnet. Der spätere Airline-Besitzer zog sich unter anderem auch Verätzungen der Lunge zu.

Lungentransplantation! Niki Lauda kämpfte mit Spätfolgen des Unfalls

42 Tage nach dem Horrorcrash startete er wieder beim Großen Preis von Italien. 1997 und 2005 musste sich Lauda als Folge des Unfalls zwei Nierentransplantationen unterziehen. Im Sommer letzten Jahres hatte er zudem eine Lungentransplantation. Anfang des Jahres musste er aufgrund einer Grippe-Erkrankung erneut ins Krankenhaus.

Niki Lauda gründet eigene Airline

An seine aktive Sportlerkarriere schloss der Industriellensohn nahtlos eine Laufbahn als Unternehmer an. Aus seiner Begeisterung für das Fliegen entwickelte er als Pilot seine eigene Airline. 1991 erlebte die Fluggesellschaft ihre dunkelste Stunde mit dem Absturz einer Maschine in Thailand. 223 Menschen kamen um. Ende der 1990er Jahre verkaufte er Lauda an den Konkurrenten Austrian Airlines (AUA). 2003 ging er mit einer neuen Flotte unter dem Namen Niki an den Start.

Bei Niki stieg ihr Gründer 2011 aus. Air Berlin übernahm die Linie. Mit der Firma Laudamotion stieg Lauda Anfang 2016 ins Geschäft mit Privatjets ein. Nach den Pleiten von Air Berlin und Niki übernahm er die Führung bei Niki erneut und brachte das Unternehmen unter dem Namen Laudamotion wieder an den Start. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Niki Lauda privat: Formel-1-Legende hinterlässt Frau und Kinder

Lauda hat aus seiner ersten Ehe (1976-1991) mit Marlene Knaus zwei Söhne und aus seiner Ehe mit Birgit Lauda (seit 2008) achtjährige Zwillinge.

Mehr über Niki Lauda erfahren Sie in dieser Dokumentation

jat/news.de/spot on news/dpa
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