30.12.2018, 08.10 Uhr

Michael Schumacher: Emotionale Geständnisse von Schumi-Vertrauten Todt und Haug

Michael Schumacher bekommt regelmäßig Besuch von seinem Freund Jean Todt.

Michael Schumacher bekommt regelmäßig Besuch von seinem Freund Jean Todt. Bild: dpa

Es war der Skiunfall am 29. Dezember 2013 in den französischen Alpen, der Michael Schumachers Dasein von einer Sekunde auf die andere mehr veränderte als seine unzähligen Erfolge, Titel und Auszeichnungen, als seine Crashs auf vier und zwei Rädern, als alle sportlichen Triumphe und Tragödien auf der Rennstrecke.Seit September 2014 befindet sich der Kerpener, der am 3. Januar 50 Jahre alt wird, zur weiteren Rehabilitation wieder in seiner Schweizer Wahlheimat und wird von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Michael Schumacher aktuell: Schumi-Vertrauter Norbert Haug spricht Klartext

"Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ich war selbst beim Skilaufen in Kitzbühel", sagt Norbert Haug in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Weil schlechtes Wetter herrschte, schaute sich der langjährige Mercedes-Motorsportchef ein Skirennen im TV an und wurde per Laufband von den Nachrichten über Schumachers Sturz informiert. Wie vermutlich die meisten, die Schumacher kannten und um seine Skifahrer-Qualitäten wussten, dachte auch Haug im ersten Moment, dass die Berichterstatter ein bisschen übertreiben würden.

Michael Schumacher in der Formel 1 nie schwer verletzt

Die Schwere der Verletzungen und ihre Folgen, all das wurde am Morgen danach aber schmerzhaft klar. Das Leben des Michael Schumacher, der in seiner Karriere aberwitzig viele Kilometer in über 700 PS starken Rennwagen fuhr und bis auf einen Schienbeinbruch zumindest auf vier Rädern keine schwereren Verletzung davongetragen hatte, war nicht mehr dasselbe.

Als Rennfahrer wurde Michael Schumacher zu einem Phänomen. Ein Außergewöhnlicher in seinem Metier. Ein Grenzenverschieber, ein Bessermacher. "Michael Schumacher konnte Dir Löcher in den Bauch fragen. Er wollte einfach wissen, worüber er spricht", erklärt Haug.

Michael Schumacher bleibt eine Formel-1-Legende

Schumacher wurde früh zum Sinnbild eines bis in die letzten Muskeln durchtrainierten Fahrerathleten, unter T-Shirts und Hemden zeichneten sich die Muskeln ab. Schumacher trieb auch den Kampf um mehr Sicherheit voran. Nicht ohne Grund. Er erlebte einige der dunkelsten Stunden der Formel 1 hautnah mit.

Er war am 1. Mai 1994 dabei, als Ayrton Senna, eine Ikone der Motorsport-Königsklasse, tödlich in Imola verunglückte. Es war das schwarze Wochenende der Formel 1. Einen Tag vor Senna hatte der Österreicher Roland Ratzenberger einen Unfall nicht überlebt.

Emotional und bescheiden: Schumi als Rennfahrer

Schumacher gewinnt das Rennen, er gewinnt in diesem Jahr auch zum ersten Mal die Weltmeisterschaft. Als er sechs Jahre später die Siegmarke von Senna erreicht, bricht Schumacher nach dem Großen Preis von Italien in Tränen aus. Selten zeigt sich der gebürtige Rheinländer bis dahin öffentlich derart berührt.

Schumi-Fans wollen wissen, wie es Michael Schumacher aktuell geht

Da sind sie wieder, die Erinnerungen. Wie eine Zeitreise. Mehr ist den Fans in den fünf Jahren seit Schumachers Skiunfall nicht geblieben. Als Ort des Erinnerns dient auch eine Ausstellung in Marburg. "Natürlich fehlt Michael an Tagen wie heute", sagt seine Managerin Sabine Kehm bei der Eröffnung im Februar 2016. Es sind Sätze, bei denen der letzte Laut verstummt und Blicke gen Boden gehen. "Leider können wir das, was passiert ist, nicht ändern", sagt Kehm, eine enge Vertraute der Familie Schumacher.

Emotionales Geständnis: Schumi-Freund Jean Todt über Michael Schumacher

"Wir lieben uns, weil wir gemeinsam eine unglaubliche Geschichte geschrieben haben", sagte Jean Todt jüngst bei einer Veranstaltung des Magazins "Auto Bild Motorsport" angesprochen auf Schumacher. Überall in seinem Büro und seinen Wohnungen würden Bilder von Schumacher hängen, erzählte der 72 Jahre alte Franzose, der beiFerrari als knochenharter Rennleiter wirkte. "Die Zeit mit Michael wird mir immer als die beste meines Lebens in Erinnerung bleiben."

Jean Todt besucht Schumi regelmäßig

Todt soll einer der wenigen sein, der sich regelmäßig auf dem Schumacher-Anwesen in Gland aufhält.Der Präsident des Internationalen Automobilverbands versicherte, er habe weiter "viel Kontakt zu Michael, sehe ihn regelmäßig". Im Gespräch mit der "Bild" wird der 72-Jährige aktuell wehmütig: "Warum ist dieser schreckliche Unfall passiert? Es war furchtbar und so unnötig. Er hat in seinem Leben so viele gefährliche Dinge getan, aber sich nie schwer verletzt. Der Unfall hat alles verändert. Sein Leben und auch das seiner Familie."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fka/news.de/dpa
Michael SchumacherMichael Schumacher aktuellDieter BohlenNeue Nachrichten auf der Startseite