11.09.2018, 15.12 Uhr

Moto2 2018 in San Marino: Nach Misano-Skandalrennen - Fenati tritt jetzt zurück!

Beim Moto2-Rennen in San Marino kam es zu einem Schock-Moment. (Symbolbild)

Beim Moto2-Rennen in San Marino kam es zu einem Schock-Moment. (Symbolbild) Bild: dpa

In der Motorsportszene ist Romano Fenati als "Enfant terrible" bekannt. Am Sonntag sorgte der Moto2-Fahrer auf der Rennstrecke in San Marino für einen Schock-Moment. Er zog die Bremse eines Konkurrenten - mit 225 Stundenkilometern auf dem Tacho.

Bremseziehen bei 225 km/h! Fenati attackiert Konkurrenten

Als Stefano Manzi seinen Landsmann erneut auf einer geraden Strecke überholte, nahm Fenati die Hand vom Lenker, griff zur Bremse seines Konkurrenten und zog den Hebel. Das Motorrad von Manzi verlangsamte sich sichtbar. Bei 200 Stundenkilometern kam er ins Schleudern, doch er hielt sich.Fenati war unmittelbar nach seiner Aktion mit der schwarzen Flagge aus dem Rennen geholt worden. Die Rennleitung stufte den Zwischenfall als "verantwortungslose Fahrweise" ein.

Rennsperre für Fenati verhängt - Bereits als Teenie "Wildschwein" genannt

Wenige Stunden nach dem Rennen wurde dem Psycho-Lenker noch eine Rennsperre aufgebrummt. In den nächsten zwei WM-Rennen darf Fenati nicht auf die Strecke. Der Italiener habe klar gegen den Grundsatz "vernünftig und ohne irgendeine Gefahr für andere Teilnehmer zu fahren" verstoßen, heißt es in einem offiziellen Schreiben der Rennleitung.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Fenati so harsch ins Renngeschehen eingreift. Als er noch in der Moto3 fuhr, sorgte er ebenfalls für schockierende Schlagzeilen. So trat er seinen Konkurrenten Niklas Ajo aus dem Sattel und stellte dessen Motorrad während Startübungen ab, schreibt "Motorsport-Total.com". Fenati ist schon seit Beginn seiner Karriere als abgehoben, aggressiv und arrogant bekannt. Als Teenie soll er deswegen "Wildschwein" genannt worden sein. Wie die "Bild" schreibt, lässt er sich seit etwa einem Jahr mental betreuen.

Moto2-Kollege Cal Crutchlow fordert lebenslange Sperre für Fenati

Im Anschluss an das Rennen folgte eine Pressekonferenz, auf der der Drittplatzierte Cal Crutchlow seinen Standpunkt zu dem Manöver klar machte: "Er sollte nie wieder auf einem Motorrad antreten," sagte der britische Rennfahrer. "Er hätte zurück zur Garage gehen müssen, und sein Team hätte ihn gleich aus dem Hinterausgang werfen sollen. Sowas kannst du nicht mir einem anderen Motorrad-Rennfahrer machen. Wir riskieren unser Leben schon genug."Auch der spanische MotoGP-Fahrer Pol Espargaro sprach von einer "Schande", so etwas dürfe ein Rennfahrer "niemals tun".

Fenatis Verbleib im italienischen Marinelli-Snipers-Team war zunächst ungewiss. Am Montag trennte sich das italienische Teamdann von dem Piloten. Auch seine Sponsoren wenden ihm den Rücken zu, und von seinem zukünftigen Arbeitgeber kam die Absage. Es wäre das "Forward Racing Team" von Manzi gewesen.

+++ Update 11.09.2018:Fenati kündigt seinen Rücktritt an +++

Zwei Tage nach dem Rennskandal von Misano hat der Italiener Romano Fenati seinen Rückzug vom Motorradsport angekündigt. "Ich werde jetzt für eine Weile im Eisenwarenladen meines Opas arbeiten, mit ihm und Mamma", sagte der 22-Jährige in einem Interview der Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. Sein Rennrivale Stefano Manzi warf ihm derweil einen Mordversuch vor.Fenati sagte "La Repubblica", dass ihn Manzi provoziert habe und er es in jedem Moment bereut, seinen impulsiven Charakter Überhand nehmen zu lassen.

Alle Rennergebnisse des Motorsport-Wochenendes in San Marino finden Sie hier.

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bua/kad/dpa/news.de
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