29.08.2018, 14.44 Uhr

Joachim Löw auf DFB-PK: Kein Kontakt zu Özil - Kehrer, Schulz, Havertz neu dabei, Khedira raus!

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nominiert den Kader der Deutschen Nationalmannschaft nach der WM in Russland 2018. 

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nominiert den Kader der Deutschen Nationalmannschaft nach der WM in Russland 2018.  Bild: dpa

Mit der Nominierung für die Länderspiele gegen Frankreich und Peru gibt Bundestrainer Joachim Löw einen Hinweis auf seine künftigen Personalplanungen. Aus dem Russland-Kader haben bislang nur Mesut Özil und Mario Gomez ihre DFB-Karriere beendet.

Die Pressekonferenz von Jogi Löw

+++ Das sagt Löw zu Götze und Sané +++

- den Tagen nach dem K.o.: "Das WM-Aus war für mich und für uns alle natürlich ein absoluter Tiefschlag. [...] Die ersten zwei, drei Tage danach waren bei mir persönlich geprägt von einem großen Frust, von Niedergeschlagenheit, von einer großen Enttäuschung und von einer großen Portion Wut."

- Differenzen in der eigenen Mannschaft: "Da wird viel geschrieben, was auch so nicht zutrifft. Nach unserer Analyse konnten wir die Cliquenbildung mit Konflikt nicht identifizieren. Das stimmt so nicht. Es wird mal ein Spaß gemacht, das gehört dazu."

- Leroy Sané: "Zum damaligen Zeitpunkt waren wie der Meinung, dass der Kader so der Beste ist. Dass der Leroy ein unglaubliches Talent hat, ist uns nicht verborgen geblieben. Ich habe ihm gesagt: Deine Zukunft bei der Nationalmannschaft, die muss dann nach der WM beginnen."

- Internetspielen im WM-Quartier: "Eines kann ich mit Sicherheit sagen. Es wird viel geschrieben. Einmal war es zwei Tage nach einem Spiel, dann wurde das Internet abgestellt. Unsere Spieler sind wirklich wahnsinnig professionell, es gibt keinen Alkohol. In der Regel sind unsere Spieler auf ihren Zimmern. Was sie da machen, werden wir auch nicht immer kontrollieren. Aber was die Professionalität angeht, können sie davon ausgehen, dass unsere Mannschaft das sehr seriös macht. Dass sie nachts mal Karten spielen oder im Internet sind, ist alles auch nicht völlig unnormal. Das waren nicht die entscheidenden Dinge, dass wir das vergeigt haben."

- Mario Götze: "Mario Götze ist bei uns nicht abgeschrieben. Er hat ein gutes Alter und man weiß, dass er gute Qualitäten hat. Meine Sicht der Dinge ist: Er soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen. Wenn er das schafft, dann wird er für uns mit Sicherheit wieder ein Thema."

+++ Nichtberücksichtigung von Gündogan für Löw kein Thema +++

Für Bundestrainer Joachim Löw war eine Nichtberücksichtigung von Ilkay Gündogan für die nächsten Länderspiele im Zuge der Erdogan-Affäre kein Thema. "Ich sehe in ihm einen Spieler, der den Durchbruch bei uns schafft. Sportlich war es für mich keine Frage, ihn einzuladen", sagte Löw am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München.

Zugleich appellierte der Coach an die deutschen Fans, Gündogan nicht mehr auszupfeifen. "Ich hoffe auf das Verständnis von allen Fans. Er hat unter der Situation sehr gelitten", sagte Löw und fügte hinzu: "Ilkay hat sich nochmals bekannt zu den deutschen Werten, zur Mannschaft."

+++ Löw benennt Kader für Länderspiele: Kehrer, Schulz und Havertz neu dabei +++

Erst einmal drei neue Spieler: Löw nominiert Thilo Kehrer, Nico Schulz und Kai Havertz für die anstehenden Länderspiele. "Ich glaube, dass diese drei ihren Weg bei der Nationalmannschaft machen können", erklärt der Bundestrainer. Khedira ist erst einmal nicht dabei. Rudy ebenfalls.

Ansonsten sind vor allem bekannte Kräfte im Aufgebot: Neuer, ter Stegen im Tor, Boateng, Ginter, Hector, Hummels, Kehrer, Kimmich, Rüdiger, Schulz, Süle und Tah in der Abwehr, Brandt, Draxler, Goretzka, Gündogan, Havertz, Kroos, Müller, Petersen, Reus, Sané und Werner im Mittelfeld und Sturm.

+++ Löw: Thema Özil unterschätzt - Aber "Mesut hat überzogen" +++

Die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft hat vor und während der Fußball-WM in Russland das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt". Das räumte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in München ein. "Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten", sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war", ergänzte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen.

Die Art und Weise des Rücktritts von Özil kann der Bundestrainer nicht nachvollziehen. "Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen", betonte Löw. Özil hatte unter anderem dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. "Dass dieser Rücktritt so vollzogen wurde, schmerzt uns alle, ihn ja auch", bemerkte Manager Oliver Bierhoff.

+++Bierhoff übt harsche Kritik an DFB-Elf: "Selbstgefällig aufgetreten" +++

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat harsche Kritik am Auftritt des DFB-Teams bei der Fußball-WM in Russland geäußert. "Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München.

Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, ergänzte Bierhoff. Deutschland hatte sich als amtierender Weltmeister bei der WM-Endrunde in Russland mit dem Vorrunden-Aus blamiert.

+++Thomas Schneider nicht mehr Co-Trainer der Nationalmannschaft +++

Thomas Schneider wird nach dem WM-Debakel nicht mehr als Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fungieren. Wie Bundestrainer Joachim Löw auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München bekanntgab, soll Schneider zukünftig die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen.

Demnach wird der Trainerstab zukünftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. "Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein", sagte Löw zur Personalie Schneider.

+++ Löw über WM-Vorrunden-Aus: "War ein absoluter Tiefschlag" +++

Bundestrainer Joachim Löw hat das Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM als "absoluten Tiefschlag" bezeichnet. Es gebe nichts zu beschönigen, sagte Löw auf einer Pressekonferenz in München und fügte hinzu: "Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben zu Recht die Quittung dafür bekommen." Die ersten zwei, drei Tage nach dem Ausscheiden seien von Frust, Niedergeschlagenheit und einer großen Portion Wut geprägt gewesen.

+++ Löw räumt eigene Fehler ein: "Es war fast schon arrogant" +++

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM-Blamage in Russland hat Joachim Löw auch eigene Fehleinschätzungen eingestanden. "Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst", sagte der Bundestrainer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München. "Es war fast schon arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive."

Joachim Löw gibt DFB-Pressekonferenz zum Kader der Deutschen Nationalmannschaft

Bundestrainer Joachim Löw gibt am Mittwoch, den 29. August 2018, den Kader für die ersten Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach der missratenen Weltmeisterschaft in Russland bekannt. Am 6. September trifft das DFB-Team in München in der neuen Nationenliga auf Weltmeister Frankreich. Drei Tage später folgt in Sinsheim ein Testspiel gegen Peru.

Nations League 2018/2019: DFB-Kader-Nominierung von Jogi Löw als TV-Übertragung sehen

Die DFB-Pressekonferenz von Jogi Löw können Sie am 29.08.2018 im Free-TV verfolgen. Sowohl Sport1 als auch der Nachrichtensender n-tv übertragen die Nominierung der Deutschen Nationalmannschaft. Sport1 überträgt die Kaderbekanntgabe im Rahmen der Sendung "Bundesliga Aktuell". Die Übertragung beginnt, ebenso wie bei n-tv, um 12 Uhr am Mittag.

Kaderbekanntgabe der Deutschen Nationalmannschaft im Live-Stream verfolgen

Sollten Sie es am Mittwoch, den 29. August 2018, nicht rechtzeitig vor ein Fernsehgerät schaffen, können Sie die Pressekonferenz von Bundestrainer Joachim Löw auch online verfolgen. Lahm wird OK-Chef, wenn Deutschland die EM bekommt.

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kad/kns/news.de/dpa
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