29.06.2018, 11.01 Uhr

Fußball-WM 2018 im News-Ticker: Matthäus würde Löw-Rücktritt verstehen

Jogi Löw will mit dem DFB-Team wieder Fußball-Weltmeister werden.

Jogi Löw will mit dem DFB-Team wieder Fußball-Weltmeister werden. Bild: dpa

Es ist vorbei, der Chef war bereit. Joachim Löw sah das deutsche Fußball-Nationalteam vor seinem sechsten großen Turnier als Bundestrainer auch nach den schwachen Auftritten in der WM-Vorbereitung weiter als einen Topfavoriten auf den Titelgewinn in Russland. Doch es kam ganz anders! Am Ende steht das peinliche Vorrunden-Aus des Weltmeisters.

  • DFB-Team fliegt nach Frankfurt
  • Hummels sagt "Sorry" - Neuer entschuldigt sich
  • Tritt Löw zurück?
  • Matthäus rechnet ab

Alle Infos rund um das DFB-Team gibt es hier im News-Ticker zur Fußball-WM 2018 in Russland!

+++ 29.06.2018:Matthäus würde Löw-Rücktritt verstehen +++

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hätte nach dem Vorrunden-Aus bei der WM Verständnis für einen Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw. "Er hat in der Vergangenheit tolle Arbeit geleistet, aber jetzt hat er nochmal richtig Druck. Ich könnte auch verstehen, wenn er sagt: Ich gebe einem anderem die Chance", schrieb Matthäus. "Löw hat stark auf Altbewährtes vertraut und kaum junge, frische Kräfte gebracht, die wir beim Confed Cup bewundert haben. Deswegen fehlten Frische, Tempo, das Unvorhersehbare."

Das überraschende Scheitern des Weltmeisters schon in der Gruppenphase sei deshalb so verdient wie der Titel vor vier Jahren. "Torwart Neuer hat als Einziger seine Leistung gebracht. Sonst hat es in der Mannschaft hinten und vorne nicht gestimmt", schrieb der Weltmeister-Kapitän von 1990: "Es gab keinen echten Teamgeist, dafür viele Brandstellen und Diskussionen außerhalb des Platzes."

+++ 29.06.2018: Bayern-Coach Kovac für Verbleib von Löw +++

Bayern Münchens neuer Coach Niko Kovac hat sich für eine Verbleib von Joachim Löw als Bundestrainer ausgesprochen. "Für mich ist Joachim Löw der Richtige, um den Umbruch zu gestalten, der nun ganz natürlich kommt", schrieb Kovac in einer Kolumne der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Freitag. Kovac meinte, dass "nicht alles auf den Kopf gestellt werden muss. Der gleitende Übergang hat ja schon begonnen, siehe Confed Cup im vergangenen Jahr." Das Turnier hatte ein junges deutsches Team ohne etliche Weltmeister gewonnen.

"Ein Argument für mich, an Löw festzuhalten, ist auch sein Umgang mit dem Scheitern", schrieb Kovac weiter. "Wie er sich in den Interviews nach dem Abpfiff verhalten hat - selbstkritisch, sachlich und souverän - war eines Weltmeisters würdig." Der 46-Jährige erinnerte zudem an die Verdienste des seit 2006 amtierenden Bundestrainers. "Löw entwickelte die Mannschaft ständig weiter, personell und taktisch. Es ist der Lauf der Welt, dass auf ein Hoch ein Tief kommen muss, noch nicht einmal die deutsche Nationalmannschaft bildet darin eine Ausnahme, obwohl man langsam daran zu glauben begann."

+++ 29.06.2018: Khedira: Löw "kann und sollte" Bundestrainer bleiben +++

Sami Khedira hat sich nach dem WM-Vorrunden-Aus für einen Verbleib von Bundestrainer Joachim Löw ausgesprochen und seine eigene Karriere als Nationalspieler offengelassen. "Ich würde mir wünschen, dass Jogi weiter macht", sagte Khedira in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Freitag). Auf die Frage, ob Löw nach dem ersten Vorrunden-Scheitern einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft Bundestrainer bleiben könne, antwortete Khedira: "Definitiv kann und sollte er das! Ob er es will, ist seine Entscheidung. Aber er hat jahrelang tolle Arbeit geleistet, junge Spieler ans Team herangeführt."

Die Spieler würden "diese Blamage zu 100 Prozent auf unsere Kappe nehmen" und hätten "den Ehrgeiz, das wieder gut zumachen. Nach solchen Niederlagen kehrt man stärker und zielbewusster zurück. Außerdem kommen tolle Jungs nach", sagte der 31-Jährige, der sich selbstkritisch zeigte. "Meine persönliche Leistung ist mir auch heute noch unerklärlich", sagte der Mittelfeldspieler von Juventus Turin.

Er selber brauche nun "etwas Abstand und Ruhe, um das Unerklärliche versuchen erklären zu können." Ob er zurücktrete, wisse er noch nicht. "Ich verstehe, dass diese Fragen jetzt kommen. Aber ich muss erst alles aufarbeiten, Erklärungen finden." Er wolle eine solche Entscheidung "nicht aus der Emotion heraus treffen und auch nicht von den beiden Spielen abhängig machen", sagte Khedira. "«Ich werde mit Vertrauten, auch mit Jogi Löw sprechen. Und dann werden wir weitersehen." Er brauche "ein paar Tage oder sogar Wochen Zeit".

+++ 28.06.2018:Vogts: Löw sollte sich Reformtipps von Klopp holen +++

Ex-Bundestrainer Berti Vogts empfiehlt den DFB-Verantwortlichen, sich nach dem blamablen WM-Aus Rat von anerkannten Branchenkennern wie Jürgen Klopp zu holen. Zwar halte er Joachim Löw prinzipiell für den richtigen Nationalcoach, "es wäre allerdings sinnvoll, sich das Wissen von anderen Experten zu eigen zu machen", sagte Vogts der "Rheinischen Post". "Warum lädt man nicht Jürgen Klopp, David Wagner, Gernot Rohr und andere einfach mal zu einem Austausch in die Verbandszentrale ein und hört sich ihre Meinung an? Man darf sich nicht immer nur in seiner Komfortzone bewegen, sondern muss sich immer wieder neu justieren, wenn man oben mitspielen will."

Vogts hatte 1994 selbst eine der enttäuschendsten WM-Endrunden der DFB-Geschichte mit zu verantworten. Damals wollte die Nationalmannschaft unter seiner Führung den vier Jahre zuvor in Italien gewonnenen Titel verteidigen - und scheiterte schon im Viertelfinale gegen Außenseiter Bulgarien (1:2).

+++ 28.06.2018: Wer bleibt im Team? Kroos: "Turniere waren Zeitpunkte für Veränderungen" +++

Wer wird aufhören, ist eine der Fragen. Der erst 28 Jahre alte Toni Kroos ließ das Ende einer goldenen Generation offen. "Weiß ich nicht. Es war ja in der Vergangenheit immer so, dass Turniere Zeitpunkte waren für Veränderungen. Es war ja vor vier Jahren auch so. Und es waren ja Teile dieser Generation jetzt auch dabei", sagte Real-Star Koos.

Der jeweils nur eingewechselte Angreifer Mario Gomez (32 Jahre), 2014 nicht dabei, und der ernüchternd schwache Mittelfeldmann Sami Khedira (31) stehen alleine vom Alter her schon nicht für einen Neuaufbau. "Ich brauche jetzt erstmal ein paar Tage, um das zu verarbeiten", sagte Teamsenior Gomez nach dem 0:2 gegen Südkorea.

In der Offensive ist der "Müller spielt immer"-Müller nicht mehr unantastbar. "Ich werde jetzt hier nicht eine halbe Stunde nach einem WM-Aus meinen Rücktritt erklären", antwortete der Bayern-Angreifer genervt und den Tränen nah auf eine entsprechende Nachfrage. Zu viel über die Zukunft mochte der Bayern-Angreifer nicht reden. "Es wird hier keiner eine halbe Stunde nach dem Spiel etwas dazu sagen."

+++ 28.06.2018: Kapitän Neuer: Spieler "in erster Linie" für WM-Aus verantwortlich +++

Kapitän Manuel Neuer sieht die Verantwortung für das Scheitern bei der Fußball-WM bei den Spielern und weniger bei Bundestrainer Joachim Löw. "Wir sind Mannschaftssportler und sind dafür zuständig, die Leistung auf dem Platz zu bringen, das haben wir nicht geschafft", sagte der Torwart des FC Bayern München am Donnerstag nach der Rückkehr der DFB-Auswahl in Frankfurt am Main.

"Wir Spieler sehen uns in erster Linie in der Verantwortung", betonte Neuer. Das Team sei von den Trainern gut auf die WM-Spiele vorbereitet worden. "Wir haben das selbst in der Hand gehabt", stellte Neuer fest.

+++ 28.06.2018: Entscheidung über WM-Konsequenzen erst Ende nächster Woche +++

Eine Entscheidung über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw wird offenbar nicht vor dem Ende der kommenden Woche fallen. "Wir werden täglich in Kontakt sein. Gegen Ende der nächsten Woche werden wir zusammenkommen und dann weiterdiskutieren", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Donnerstagnachmittag nach der Rückkehr der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aus Russland am Frankfurter Flughafen.

Bierhoff versprach: "Die Energie kommt schnell wieder. Dann gilt es die Ärmel hochzukrempeln."Bundestrainer Joachim Löw erklärte: "Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen, und das müssen wir jetzt besprechen, wie wir das tun", sagte der DFB-Chefcoach nach der Rückkehr der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

+++ 28.06.2018: DFB-Team nach WM-Aus wieder in Deutschland gelandet +++

Die Fußball-Nationalmannschaft ist wieder in Deutschland gelandet. Nach rund zweieinhalb Stunden Flugzeit setzte die Sondermaschine LH 343 am Donnerstagnachmittag auf dem Frankfurter Flughafen auf. Beim Landeanflug wurden Bundestrainer Joachim Löw und die Spieler von Turbulenzen durchgeschüttelt.

Nach der Landung sollte das Quartett um Löw am Flughafen in einer Presserunde Fragen zum WM-K.o. beantworten.

+++ 28.06.2018: Mehrheit der Deutschen für Rücktritt von Bundestrainer Löw +++

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge nach dem ersten WM-Vorrunden-Scheitern einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft für einen Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw. 55 Prozent der Befragten würden es befürworten, wenn Löw nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea und dem Aus des Titelverteidigers bei der WM in Russland sein Amt zur Verfügung stellen würde.

Das ergab am Donnerstag eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des Nachrichtenportals t-online.de. Zwölf Prozent der Befragten seien in der Frage unentschieden, 33 Prozent sind demnach gegen einen Rücktritt von Löw.

+++ 28.06.2018: WM-Heimflug für gescheitertes DFB-Team verspätet sich +++

Auch die Heimreise der deutschen Nationalmannschaft von der Fußball-WM verläuft nicht nach Plan. Die Sondermaschine der DFB-Auswahl kann erst mit Verspätung aus Moskau abheben. Weil das Flugzeug noch beladen wurde, sei mit einer Verzögerung des ursprünglich für 11.00 Uhr MESZ geplanten Abflugs von knapp einer Stunde zu rechnen, hieß es am Donnerstag.

Die Wartezeit bis zum Abflug nutzten DFB-Präsident Reinhard Grindel, Bundestrainer Joachim Löw, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Kapitän Manuel Neuer zu intensiven Gesprächen in den ersten Reihen des Flugzeugs. Löws Zukunft ist noch offen, eine Entscheidung soll erst in den kommenden Tagen getroffen werden. Der Vertrag des 58-Jährigen läuft noch bis zur WM 2022 in Katar.

+++ 28.06.2018: Philipp Lahm geht von Löw-Verbleib als Bundestrainer aus +++

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm rechnet nicht mit einem Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw nach dem frühen WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Ich gehe davon aus, dass er auch noch bleibt. Also er hat ja immer noch gesagt, er hat das große Ziel Europameister noch zu werden. Weltmeister war er ja schon oder besser gesagt, ist er schon. Deswegen, ich glaube schon, dass er weitermacht", sagte der 34 Jahre alte DFB-Ehrenspielführer am Donnerstag in einem Podcast von Antenne Bayern.

+++ 28.06.2018: Manuel Neuer meldet sich nach bitterem WM-Aus zu Wort +++

Nach dem peinlichen WM-Aus bezieht Manuel Neuer bei Instagram-Stellung - und entschuldigt sich bei den Fans. "Wir sind genauso enttäuscht wie Ihr! Eine WM ist nur alle vier Jahre, und wir hatten uns so viel vorgenommen. Es tut uns leid, dass wir nicht wie Weltmeister gespielt haben. Daher sind wir auch verdient ausgeschieden, so bitter es ist."

am

+++ 28.06.2018: Heute keine Löw-Entscheidung zum Rücktritt +++

Die "Sportbild" berichtet, dass es zu einem möglichen verbleib oder Rücktritt von Jogi Löw heute noch keine Entscheidung geben würde.DFB-Präsident Reinhard Grindelhabe dem Blatt erklärt: "Ich habe gestern Abend mit Jogi Löw gesprochen. Wir sind so verblieben, dass wir in den nächsten Tagen besprechen, wie es weitergeht."

+++ 28.06.2018: Matthäus rechnet mit DFB-Elf und Löw ab +++

Nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM in Russland hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus der DFB-Auswahl Selbstüberschätzung und Bundestrainer Joachim Löw falsche Personalentscheidungen vorgeworfen. Schon in der Vorbereitung habe es viele Probleme und schlechte Testspiele gegeben, schrieb der Weltmeister von 1990 in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung. "Und was ich in den drei Gruppenspielen auf dem Platz sah, hat diese Spaltung des Teams vollkommen bestätigt. Die Mannschaft war keine Einheit. Sie hat keine Leidenschaft gezeigt. Und viel schlimmer: Sie war selbstherrlich."

Auch Löw stehe nun zurecht in der Kritik wegen seiner Kaderplanung. "Der Mannschaft fehlten Typen mit Ecken und Kanten wie Bayerns Sandro Wagner", kritisierte Matthäus, der mit der Nationalelf Bulgariens zuletzt vor sieben Jahren ein Team trainierte. Beim WM-Personal habe Löw auch nicht genügend Wert auf schnelle Spieler wie Leroy Sané gelegt, der beim englischen Meister Manchester City zum Stammpersonal zählt, aber überraschend nicht mit nach Russland fahren durfte. An einen Rücktritt Löws glaubt Matthäus nach eigenen Worten zwar nicht. Der vor dem Turnier verpasste Umbruch sei aber spätestens jetzt unumgänglich.

+++ 28.06.2018:DFB-Team kehrt nach WM-Blamage heim - Wirft Löw hin? +++

Auf eine letzte Nacht in der Sportschule in Watutinki hätten die gestürzten deutschen Fußball-Weltmeister am liebsten verzichtet. Nach dem historischen WM-Vorrunden-Aus mit dem blamablen 0:2 gegen Südkorea ging es für den gesamten DFB-Tross aus Kasan noch einmal für wenige unruhige Nachtstunden zurück in das Stammquartier vor den Toren von Moskau. Mats Hummels schickte via Twitter noch ein kurzes "Sorry" in die Welt. Am Morgen war alles ruhig rund um das Quartier, das Medienzentrum war völlig verwaist.

Die Debatten um die Zukunft des deutschen Fußballs, etlicher Spieler und natürlich auch des "geschockten" Langzeit-Bundestrainers Joachim Löw sind allerdings schon vor der Rückreise entbrannt. Löw hatte direkt nach dem K.o. in Kasan Bedenkzeit erbeten: "Wie es jetzt weitergeht - da muss man mal in Ruhe darüber reden. Für mich ist das jetzt noch ein bisschen zu früh", sagte er.

Verbandschef Reinhard Grindel nahm sich zunächst einmal aus der unmittelbaren Verantwortung. Er erwartet vielmehr Antworten von Teammanager Oliver Bierhoff und Löw. "Es ist nicht Aufgabe des Präsidenten, das Aus zu analysieren. Da würde ich mich überheben", sagte Grindel: "Dafür haben wir die sportliche Leitung. Die werden uns das erklären müssen und dann werden wir Konsequenzen ziehen."

+++ 28.06.2018: Keine Pressekonferenz in Watutinki - DFB-Reaktionen erst nach Ankunft +++

Nach dem Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM in Russland wollen sich die Verantwortlichen des DFB und der Nationalmannschaft erst wieder nach der Rückkehr nach Deutschland zur Situation äußern. Nach der für 14.20 Uhr (MESZ) geplanten Ankunft der Sondermaschine auf dem Frankfurter Flughafen bestehe für Medienvertreter die Möglichkeit, im Ankunftsbereich (TOR 13) Reaktionen zu erhalten, hieß es. Wer dann sprechen wird, teilte der Verband nicht mit.

Eine Abschluss-Pressekonferenz im WM-Quartier in Watutinki am Donnerstagmorgen gibt es nicht mehr. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw soll nach dem Vorrunden-Aus um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) vom Moskauer Flughafen Wnukowo mit Flug LH 343 abheben.

Seiten: 123
Mick SchumacherNiki Lauda, Ayrton Senna und Co.Komet 46P im Dezember 2018Neue Nachrichten auf der Startseite