23.02.2018, 14.29 Uhr

Biathletin Laura Dahlmeier: "Alles ist offen"! Gold-Laura denkt an Rücktritt mit 24

Laura Dahlmeier zeigt stolz ihre drei olympischen Medaillen.

Laura Dahlmeier zeigt stolz ihre drei olympischen Medaillen. Bild: dpa

Die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang gehen in die Schlussphase. Für die Biathleten steht zum Abschluss die Herren-Staffel auf dem Programm. Auch das Damen-Quartett rechnete sich bei dem gestrigen Staffelwettkampf Medaillenchancen aus, wurde aber nach desaströsen Schießergebnissen nur Achter. Laura Dahlmeier versuchte einmal mehr die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Laura Dahlmeier erkämpfte 14 Biathlon-Medaillen in Folge

Mit zwei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille bei Olympia 2018 in Pyeongchang ist Laura Dahlmeier eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen aller Zeiten geworden. Nach ihrer historischen Rekordjagd vor einem Jahr bei der WM in Hochfilzen mit fünfmal Gold und einmal Silber ist Dahlmeier auf dem besten Weg, weitere Rekorde aufzustellen. Bei Großereignissen gewann sie nun bereits in 14 Rennen in Serie eine Medaille. Die glanzvolle Serie riss in der Mixed-Staffel.

Rücktritt oder Olympia 2022: Laura Dahlmeier verrät Zukunftspläne

Laura Dahlmeier ist derzeit im Gespräch bei der Abschlusszeremonie am Sonntag in Pyeongchang die deutsche Fahne tragen zu dürfen. "Wie viele Sportler können schon von sich sagen, dass sie für ihr Land die Fahne haben tragen dürfen. Das ist schon eine große Ehre", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres. Im Interview verriet Laura Dahlmeier ihre Zukunftspläne und Sprach über Rücktrittsgedanken und Olympia 2022.

Als Kind wollten Sie Olympiasiegerin oder Hüttenwirtin werden. Olympiasiegerin sind Sie jetzt. Werden Sie nun Hüttenwirtin?

Laura Dahlmeier: Schauen wir mal. Ich glaube nicht, dass ich mich da so gut machen würde.

Geht Ihr Blick schon Richtung Olympia 2022 in Peking?

Laura Dahlmeier: Mein Plan war bis hier, bis zu Olympia in Pyeongchang. Da habe ich meine großen Ziele gehabt. Was danach kommt, wie es weitergeht, das kann ich jetzt noch nicht so genau sagen. Es ist alles offen.

Geht man ins stille Kämmerlein, geht man in die Berge, um so eine Entscheidung zu treffen?

Laura Dahlmeier: Ich habe ja noch keinenPlan. Jetzt bin ich erst einmal eine Woche daheim, Kraft tanken. Dann stehen drei Wochen mit Weltcups an. Danach muss man sich mal in Ruhe zusammensetzen. Nach Olympia ist erfahrungsgemäß immer ein wenig ein Wechsel da - in der Mannschaft, was Betreuer betrifft und so weiter. Da sind wir einfach mal gespannt, was passieren wird.

Sie sind 24 Jahre alt.Normalerweise redet eine Sportlerin so, wenn sie 29, 30 ist. Wie kommt es, dass Sie jetzt schon zögern?

Laura Dahlmeier:Ich mache Biathlon, seit ich neun bin.Und ich habe jeden Tag immer alles dafür gegeben. Mein Ziel war es, in den Weltcup zu kommen. Ich wollte irgendwann einmal den Gesamtweltcup gewinnen, bei der WM eine Goldmedaille. Und das größte Ziel war der Olympiasieg. Das habe ich die letzten vier Jahre geschafft. Dann fragt man sich als Sportler schon: Geht es noch besser? Kann ich noch besser werden? Ich hinterfrage mich schon, was noch möglich ist. Aber ich möchte jetzt auch nicht zu viel über irgendein Karriereende nachdenken oder reden. Es kommt, wie es kommt.

War das Leben als Olympiasiegerin bei Olympia so traumhaft, wie Sie sich das vorgestellt haben, damals auf dem Stockbett jubelnd?

Laura Dahlmeier: Nein, nicht ganz. Aber so ist es ja immer, dass man sich Sachen eigentlich toller vorstellt, als sie dann letztendlich sind. Der Sprint-Sieg war sicher ein Wahnsinnstag, das war wirklich phänomenal. Aber das ganze Drumherum ist natürlich doch ein bisschen anders, als man es sich vorstellt. Es sind mehr Termine, es ist mehr Drumherum zu erledigen. Was das Besondere ist: Erfolge kann man gemeinsam feiern, mit anderen Sportlern. Das macht schon den besonderen Reiz aus. Das beflügelt, das sind die besonderen Emotionen. Das ist das Schöne an Olympia.

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koj/kad/news.de/dpa
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