12.12.2018, 20.34 Uhr

Handball Länderspiel - Alle Ergebnisse 2018: WM-Vorfreude wächst! Deutschland besiegt Polen klar

Im Spiel gegen Polen testen die deutschen Handballer für die WM im eigenen Land.

Im Spiel gegen Polen testen die deutschen Handballer für die WM im eigenen Land. Bild: Monika Skolimowska/dpa

Nach der verpatzten Handball-EM 2018 konzentrieren sich die Handballer der deutschen Nationalmannschaft voll und ganz auf die Vorbereitung für die Handball-Weltmeisterschaft 2019 im eigenen Land. In zwei Länderspielen testeten die DHB-Herren um Bundestrainer Christian Prokop erfolgreich gegen Serbien, gegen die Vizeweltmeister aus Norwegen verloren die Deutschen dagegen klar. Wie werden sich die DHB-Handballer am 12.12.2018 im Testspiel gegen Polen schlagen?

+++ 12.12.2018: Deutsche Handballer auf WM-Kurs: 35:23-Sieg im Test gegen Polen +++

Ersten Härtetest bestanden, WM-Fahrt aufgenommen: 29 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land haben Deutschlands Handball-Männer das letzte Länderspiel des Jahres gegen Polen klar mit 35:23 (16:13) gewonnen. Der schwungvolle Auftritt am Mittwochabend vor 4489 Zuschauern in der ausverkauften Rostocker Stadthalle brachte Bundestrainer Christian Prokop wichtige Erkenntnisse bei der Formierung seiner WM-Mannschaft. Beim Sieg über Polen waren Matthias Musche mit sechs Toren sowie Tobias Reichmann, Hendrik Pekeler, Steffen Fäth und Marcel Schiller (alle 4) die besten Schützen auf deutscher Seite.

Prokop hatte angekündigt, "ein bisschen WM-Feeling" verbreiten zu wollen. Das gelang vor allem nach der Pause. In der ersten Halbzeit hatte die deutsche Abwehr noch einige Löcher. Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren besser zurecht. Prokop wechselte häufig, um taktische Varianten und Blöcke zu testen. Darunter litt mitunter der Spielfluss.

Die Polen, die sich für die WM nicht qualifiziert haben, waren ein hartnäckiger Rivale. Bei den Länderspielen in den Monaten zuvor mit Kantersiegen gegen Japan, Israel und Kosovo hatten sich die Erkenntnisse für den Bundestrainer in Grenzen gehalten. "Das waren alles keine Prüfsteine, die uns hätten aufzeigen können, wo wir mit Blick auf die WM stehen", sagte Türhüter Andreas Wolff.

Zudem ist die Begegnung gegen die Polen für die Deutschen von zusätzlicher Bedeutung: Im April nächsten Jahres trifft das DHB-Team in der Qualifikation für die EM 2020 erneut auf den Olympia-Vierten.

Die Bad Boys mussten ohne ihren Kapitän auskommen. Linksaußen Uwe Gensheimer wurde von seinem Verein Paris Saint-Germain nicht freigestellt. Ihn vertraten Schiller von Frisch Auf Göppingen und der Magdeburger Musche, der mit 152 Treffern die Bundesliga-Torschützenliste anführt, sehr ordentlich. Torgefahr strahlte auch Fäth auf der linken Rückraumposition aus. Patrick Groetzki wusste bei schnellen Gegenstößen zu gefallen.

Die Partie war nicht der letzte Test vor dem WM-Start. Zu Jahresbeginn schließen sich Spiele gegen Tschechien am 4. Januar in Hannover und gegen Argentinien am 6. Januar in Kiel an, bevor die DHB-Auswahl am 10. Januar in Berlin die Eröffnungspartie gegen eine gesamtkoreanische Auswahl bestreitet. Die weiteren WM-Gegner in der Vorrunde sind Brasilien (12. Januar), Russland (14. Januar), Frankreich (15. Januar) und Serbien (17. Januar).

+++ 11.12.2018: Zweite Reihe der deutschen Nationalmannschaft muss sich gegen Polen beweisen +++

Seinen Kampfnamen hat Handball-Profi Fabian Böhm weg. "Absoluter Krieger", so bezeichnet Bundestrainer Christian Prokop den linken Rückraumspieler der deutschen Nationalmannschaft, die sich derzeit bei einem Lehrgang in Rostock auf die Heim-WM in einem Monat (10. bis 27. Januar) vorbereitet. Böhm von der TSV Hannover-Burgdorf gehört zu den Hoffnungsträgern im Rückraum. Denn die Schützen aus der zweiten Reihe stellen derzeit nicht die Paradereihe in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Böhm ist mit seinen 58 Saisontoren und einer Trefferquote von 60,4 Prozent in der laufenden Bundesliga-Saison kein überragender Torlieferant. Aber allein danach trachtet Prokop ohnehin nicht. Nach dem erlittenen Kreuzbandriss des wurfgewaltigen 110-Kilo-Kraftpakets Julius Kühn Ende Oktober musste der Bundestrainer neue Konzepte für den Rückraum entwickeln.

Kühn kanonierte in der vergangenen Bundesliga-Saison 224 Würfe für die MT Melsungen in des Gegners Tor. "Wir können ihn nicht eins zu eins ersetzen, gerade was leichte Tore aus dem Fernwurfbereich angeht", sagt Prokop und stellt im Sky-Interview klar: "Aber die Breite ist unsere Stärke, und wir haben mit Fabian Böhm einen absoluten Krieger auf der Position."

Böhm ist für den Coach, der seinen vorläufigen 28er-Kader noch auf 16 Profis reduzieren muss, eine feste Größe. "Dass man vom Bundestrainer momentan als Nummer eins genannt wird, ist eine Auszeichnung", bedankt sich Böhm. Aus seinem Club erhält er weitere Anerkennung. "Fabian ist ein emotionaler Leader. Er hat seine Stärken im Eins-zu-eins-Spiel, ist sehr abwehrstark, hat einen guten Wurf", lobt ihn Sven-Sören Christophersen, Sportlicher Leiter von Hannover-Burgdorf, und betont: "Der Bundestrainer schätzt Qualitäten und Mentalität von Fabian."

Der 1,98 Meter große Böhm soll die Anführerrolle im Club auch in die Nationalmannschaft einbringen. 13 Länderspiele hat der gebürtige Potsdamer mit seinen 29 Jahren auf dem Konto. Das ist nicht viel. In der Auswahl verspürt er großen Hunger. Denn bislang steht nur ein siebter Platz bei der WM 2015 in Katar zu Buche. Die "taktischen Anpassungen" im Rückraum ohne Kühn will Prokop testen. Gelegenheit dazu hat er im Länderspiel am Mittwoch (19.00 Uhr) in Rostock gegen Polen. Böhm: "Ich habe ein gutes Gefühl."

Dabei hofft der Bundestrainer auch auf Impulse von der wichtigen zentralen Rückraumposition. Denn dort lief es bei WM 2017 (9. Platz) und EM 2018 (9.) nicht so, "wie es für eine Mannschaft, die in die Weltspitze möchte, zu funktionieren hat", meint Prokop. Deshalb hat er Zweitliga-Spieler Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) zurückgeholt, hofft auf den gerade genesenen Paul Drux und setzt den rechten Mann Fabian Wiede (beide Füchse Berlin) im Zentrum ein. Der Rückraum steht unter Prokops besonderer Beobachtung.

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