07.12.2017, 10.16 Uhr

Champions League 2017: Tod von RB-Leipzig-Fan überschattet CL-Spiel gegen Besiktas Istanbul

Leipzigs Spieler Timo Werner am Ball.

Leipzigs Spieler Timo Werner am Ball. Bild: dpa

Nach dem Aus von RB Leipzig in der Champions League brachte ausgerechnet der Gegner die Erkenntnis des Abends auf den Punkt. "Die Leipziger sind durch ihre Unerfahrenheit ausgeschieden", sagte Trainer Senol Günes nach dem 2:1 (1:0)-Sieg von Besiktas Istanbul im letzten und entscheidenden Gruppenspiel. Trotz Chancen en masse ging der Fußball-Bundesligazweite am Mittwochabend als Verlierer vom Platz. Die abgezockteren Türken beendeten als ungeschlagener Gruppenerster die Gruppe G und dürfen im Achtelfinale nun von Duellen mit Real Madrid oder dem FC Barcelona träumen.

Trauer bei RB Leipzig: Fan stirbt nach Champions-League-Spiel

Nach dem Champions-League-Gruppenspiel von RB Leipzig gegen Besiktas Istanbul ist ein 73 Jahre alter Zuschauer gestorben. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit. Der Mann sei während der Partie am Mittwochabend im Stadion zusammengebrochen und später im Krankenhaus an Herzversagen gestorben. "Unser tiefes Mitgefühl und aufrichtiges Beileid gehört den Angehörigen des Verstorbenen, denen wir alle Kraft wünschen", schrieb RB bei Twitter.

RB Leipzig gegen Besiktas Istanbul: Kleines Fußballwunder in der Champions League bleibt aus

Darauf hatte auch der Königsklassen-Debütant aus Sachsen gehofft. Aber das Team von Coach Ralph Hasenhüttl hätte ohnehin nur durch ein kleines Fußball-Wunder noch den Sprung in die Runde der besten 16 schaffen können. Aber Leipzig patzte und auch der nun für das Achtelfinale qualifizierte FC Porto, der gegen die AS Monaco mit 5:2 siegte, spielte nicht mit. Trotz der Niederlage waren die Leipziger mit ihrer Premiere in der Champions League mit insgesamt sieben Punkten zufrieden. "Wir haben trotzdem ein gutes Spiel geliefert und insgesamt eine ordentliche Gruppe gespielt", sagte Hasenhüttl.

Doch auch er musste konstatieren, dass vor allem in puncto Erfahrung seine Mannen noch nicht internationale Spitze sind. Vor 42 558 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena traf Alvaro Negredo früh per Foulelfmeter (10. Minute). Den nie aufgebenden Leipzigern gelang der Ausgleich durch Naby Keita (87.), doch Talisca besiegelte in der 90. Minute die unglückliche Leipziger Niederlage. Stefan Ilsanker sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (82.). Istanbul war gnadenlos effektiv, RB oft zu umständlich und nicht clever genug.

Hasenhüttl: RB Leipzig muss in Champions League "ein bisschen Lehrgeld zahlen"

"Wir haben sicher ein bisschen Lehrgeld zahlen müssen, es wäre mehr drin gewesen", befand Hasenhüttl. In der Gruppe G verlor RB zweimal gegen Istanbul und einmal gegen Porto. Dabei war Leipzig nicht immer die schlechtere Mannschaft, wie der Coach resümierte. "Am Willen und an unseren fußballerischen Fähigkeiten hat es nicht gemangelt, aber das reicht halt nicht immer im Fußball", sagte der 50-Jährige. Heißt: In anderen Sachen, wie Cleverness, fehlt es noch. "Wenn wir nächstes Jahr hoffentlich wieder dabei sind, präsentieren wir uns da in diesen Dingen anders", sagte der Österreicher.

Die nötige Erfahrung, um ein richtiges internationales Spitzenteam zu werden, wollen die Sachsen nun in der Europa League sammeln. Die sei für die Entwicklung seines Teams enorm wichtig, sagte Hasenhüttl. Auch für Keeper Peter Gulasci ist die Euroleague ein guter Entwicklungsschritt, eine Station zum Lernen. Und zum Siegen. "Wir hoffen, in der Euroleague noch viele Runden spielen zu können. Und unser großes Ziel ist es, nächstes Jahr wieder Champions League zu spielen", sagte der ungarische Nationaltorhüter.

Für die Auslosung am Montag haben weder er noch sein Trainer einen Wunschgegner. Leipzig ist als einer der besten Gruppen-Dritten gesetzt. "Wir nehmen, was kommt. Es gibt attraktive und sehr gute Gegner. Es wird nicht leicht, aber wir haben auch dort die Chance, wieder Historisches zu leisten", sagte Hasenhüttl. Zum Duell mit dem ehemaligen Schwesterverein Red Bull Salzburg kommt es noch nicht, da das vom früheren Bundesliga-Profi Marco Rose trainierte Team auch im RB-Lostopf ist.

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mag/kad/news.de/dpa
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