30.10.2017, 08.11 Uhr

Formel 1 Mexiko GP 2017 Ergebnisse: Plattfuß-Drama in Mexiko - Vettel gab in Mexiko alles

Lewis Hamilton will in Mexiko Formel-1-Weltmeister werden.

Lewis Hamilton will in Mexiko Formel-1-Weltmeister werden. Bild: dpa

Vettel versuchte auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez noch einmal alles, es nutzte nichts. Die 50. Pole seiner Karriere war schnell ohne Wert, ausgerechnet er und Hamilton kamen sich schon nach der ersten Kurve zu nah. Zunächst zog Verstappen, von Platz zwei gestartet, spektakulär an Vettel vorbei. Vettel demolierte sich beim Versuch, sich zu verteidigen, den Frontflügel.

Teile flogen durch die Luft, aufgeschlitzt wurde Hamiltons rechter Hinterreifen aber von Vettels Restflügel. "Hat er mich bewusst getroffen?", fragte Hamilton seine Box. Die Rennleitung schaute sich die Manöver an und entschied: Keine Strafen. Aber es war ein Start-Drama, das dem Rennen noch mal gehörige zusätzliche Spannung verlieh. Vettel musste in der zweiten Runde in die Box, bekam einen neuen Frontflügel, Hamilton musste in der zweiten Runde in die Box und bekam neue Reifen.

Vettel und Hamilton mit soften Reifen unterwegs

Beide ließen sich die soften Reifen montieren - damit konnten sie eigentlich durchfahren. Auf den Plätzen 19 und 20 reihten sich Vettel und Hamilton ein. Für Hamilton kein Grund zur Sorge: Vettel musste mindestens Zweiter werden, um den Titelgewinn des Briten in Mexiko zu verhindern, solange dieser nicht unter die ersten zehn kommen würde. Auf Rang zwei fuhr aber Runde um Runde Hamiltons Teamkollege Bottas, der Rückstand Vettels auf den Finnen betrug zunächst über eine Minute.

Hamilton wirkte aber alles andere als beruhigt. In der 22. Runde musste er sich von Verstappen überrunden lassen und er fragte sich: Wie weit schafft es Vettel nach den Boxenstopps der Konkurrenten nach vorn. Es wurde ein Rechenspiel für die Teamstrategen. Erst recht, als Brendon Hartleys Toro Rosso brannte.

Vettel: "Mamma mia, das ist ein bisschen zuviel"

Die virtuelle Safety-Car-Phase nutzten die Teams zum Reifenwechsel, Vettel stieg auf die ultrasoften Pneus um, Hamilton auf die supersoften. Und beide machten Meter um Meter gut, Position um Position. 13 Runden vor Schluss war Vettel auf Rang vier, nur noch Verstappen, Bottas und Räikkönen waren vor ihm. 23 Sekunden trennten die beiden Ferrari-Kumpels. "Mamma mia, das ist ein bisschen zuviel", kommentierte Vettel via Boxenfunk. Hamilton schaffte es zudem zur gleichen Zeit bis auf Rang zehn und überholte dann auch noch seinen ehemalige McLaren-Kollegen Fernando Alonso.

Es reichte also nicht für Vettel. Die zweite Saisonhälfte mit zu vielen Pannen an seinem Ferrari und zu vielen eigenen Patzern machte die bis zur Sommerpause blendenden Aussichten auf den fünften WM-Triumph zunichte. Vor allem wäre es der erste mit Ferrari gewesen.

Aus einem 14-Punkte-Vorsprung von Vettel wurde bis zur Entscheidung in Mexiko ein 66-Punkte-Rückstand. Nach vier Siegen in der ersten Saisonhälfte gelang Vettel im zweiten Abschnitt bis jetzt noch kein Einziger.

Der erneute Titel für Hamilton war nur noch zu einer Frage der Zeit. In Austin hatte es bei der Super-Show der Amerikaner für den Super-Star der Formel 1 vor einer Woche noch nicht geklappt. In Mexiko, wo die Motorsport-Königsklasse seit 2015 wieder fährt, war es soweit. Mit dem Smartphone hielt Hamilton die Gänsehaut-Atmosphäre im umgebauten Baseball-Stadion schon vor dem Start fest.

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gea/news.de
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