12.03.2017, 11.15 Uhr

Biathlon WM 2017 in Kontiolahti: Aufstieg zur ganz Großen: Dahlmeier gewinnt Gesamtweltcup

Laura Dahlmeier aus Deutschland am 10. März bei ihrem Lauf während des IBU Biathlon Weltcup in Kontiolahti (Finnland).

Laura Dahlmeier aus Deutschland am 10. März bei ihrem Lauf während des IBU Biathlon Weltcup in Kontiolahti (Finnland). Bild: Heikki Saukkomaa/Lehtikuva/dpa

Als Kind übte Laura Dahlmeier stundenlang in ihrem Zimmer zu Hause beim Trockentraining das Schießen. Und ging mit dem Klacken des Schlagbolzens ihrer Mutter schon mal auf die Nerven. Aber nicht zuletzt durch diesen Ehrgeiz und das Streben nach Perfektion gehört Dahlmeier nun zu den ganz Großen im Biathlon. Sie krönte sich zur ersten deutschen Weltcup-Gesamtsiegerin seit Magdalena Neuner 2012. Mit 23 Jahren hat sie fast schon spielerisch Rekorde aufgestellt, die sehr lange Bestand haben werden.

"Es ist wirklich gigantisch und phänomenal. Mir fehlen nach wie vor die Worte. Ich war danach so unheimlich glücklich und so gut drauf - das war ich schon ganz lange nicht mehr", sagte Dahlmeier nach ihrem neuerlichen Lauf in die Sportgeschichtsbücher dem ZDF. Neuner schwärmte von ihrer Nachfolgerin: "Ich kenne keine komplettere Biathletin als dich."

Laura Dahlmeier siegt bei der Verfolgung in Kontiolahti, Dritte bei der Single-Mixed-Staffel

Mit ihrem Sieg in der Verfolgung von Kontiolahti setzte Dahlmeier ihrer Saison das I-Tüpfelchen auf. Sie ist die erst fünfte Deutsche, die die Große Kristallkugel der weltbesten Skijägerin gewinnen konnte. "Der Gesamtweltcup bedeutet sehr viel, denn er macht den komplettesten Sportler aus, über eine ganze Saison konstant ganz vorne zu sein. Dass ich das jetzt geschafft habe mit 23 Jahren, ist echt beeindruckend", sagte die siebenmalige Weltmeisterin, die am Sonntag mit Roman Rees in der Single-Mixed-Staffel Dritte wurde.

Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt, Benedikt Doll und Arnd Peiffer, der trotz Übelkeit und einem Sturz im Jagdrennen seinen ersten Sieg seit zwei Jahren schaffte, wurden in der Mixed-Staffel Zweite.

Deutsche Biathleten laufen in Mixed-Staffel auf Platz zwei

Ohne Weltcup-Gesamtsiegerin Laura Dahlmeier sind die deutschen Biathleten zum Abschluss des Weltcups in Kontiolahti in der Mixed-Staffel auf Rang zwei gelaufen. Nadine Horchler, Maren Hammerschmidt, Benedikt Doll und Arnd Peiffer leisteten sich am Sonntag insgesamt zehn Nachlader und musste sich nur Frankreich geschlagen geben. Die Deutschen hatten elf Sekunden Rückstand. Dritte wurden die Ukrainer (+ 27,1 Sekunden). Dahlmeier war zuvor mit Roman Rees in der Single-Mixed Dritte geworden.

Horchler lag nach insgesamt zwei Nachladern als Neunte schon 35 Sekunden hinter der Spitze. Aber Staffel-Weltmeisterin Hammerschmidt brachte ihr Team trotz drei Extrapatronen auf Platz zwei. Doll hatte schon 40,3 Sekunden Rückstand auf die führenden Franzosen. Doch der Sprint-Weltmeister verkürzte den Abstand auf 25,7 Sekunden, so dass Peiffer noch den Sieg im Blick hatte.

Als Frankreichs Schlussläufer Quentin Fillon Maillet beim entscheidenden Schießen zwei Fehler schoss und Probleme beim Nachladen hatte, bot sich die Chance. Aber Peiffer passierte das gleiche Malheur: zwei Fehlschüsse und Probleme beim Nachlegen. So kam der Sieger des Verfolgungsrennens nicht mehr nach ganz vorn.

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