17.02.2017, 08.00 Uhr

Russland im Visier: Doping im Biathlon - Eine Sportart demontiert sich selbst

Dopingkontrollen auch bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen.

Dopingkontrollen auch bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen. Bild: picture alliance / Barbara Gindl/APA/dpa

Von news.de-Redakteurin Jana Koopmann

Wenn es um das Thema Doping im Biathlonsport geht, fällt im gleichen Atemzug immer eine Nation: Russland. Und das offensichtlich nicht umsonst. Auf eine ganze Nation ist der Fokus gerichtet. Und immer wieder haben die knallharten Doping-Gegner das Gefühl gegen Mühlen anzukämpfen.

Russische Biathletin wegen Doping suspendiert

Kurz vor dem Sprintrennen bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen wurde Jekaterina Glasyrina vom Biathlon-Weltverband, der IBU, suspendiert, weil die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln "sehr wahrscheinlich ist", wie die Generalsekretärin Nicole Resch mitteilte. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt für ein Zeichen, denn Glasyrina wäre mit Startnummer Zehn ins Rennen gegangen. Russland selber antwortete mit Unverständnis. Chef-Trainer Ricco Groß sprach sich zwar vehement gegen Doping aus, aber angesichts dessen, dass der Trainerstab eher wie Marionetten zu funktionieren scheint, wird seine Aussage wenig Gewicht haben.

Doping im Biathlon: Russland sieht keine falschen Handlungen

Russland bleibt hart. So waren doch im "McLaren-Report" noch 31 Biathleten und Biathletinnen des Dopings verdächtigt, versprach man Aufklärung und am Ende wurde mit Glasyrinas Suspendierung nicht wirklich ein deutliches Zeichen gesetzt. Im Gegenteil: In der ersten Entscheidung der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen, der Mixed-Staffel, wurde Skijäger Alexander Loginov eingesetzt. Nicht vom Cheftrainer Ricco Groß, sondern der Verband entschied, den verurteilten Dopingsünder, der nach seiner Sperre erst im November 2016 in den Weltcup zurückkehrte, laufen zu lassen. Und prompt holte die russische Mixed-Staffel die Bronzemedaille.

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