14.06.2016, 15.24 Uhr

Österreich vs. Ungarn - Ausblick: Kaiser-Derby der EM 2016: Einer wird beide Hymnen singen

"Wir lassen uns nicht verrückt machen", so David Alaba vor der Partie gegen Ungarn. Bild: dpa

Von news.de-Volontär Christopher Rust

"Unterhalten sich zwei alte Österreicher über die EM: 'Wer spielt denn heute?' - 'Österreich-Ungarn.' - 'So? Und gegen wen?'" - Dieser Altherrenwitz war in letzter Zeit häufiger zu hören. Dabei gibt es nur eine Begegnung im Weltfußball, die häufiger stattfand - Argentinien gegen Uruguay. Bei der EM in Frankreich treffen Österreich und Ungarn bereits zum 136. Mal aufeinander. Die Rollen in Bordeaux scheinen klar verteilt zu sein. Doch eine Statistik könnte den favorisierten Österreichern zum Verhängnis werden.

Österreich will mit Sieg in Fußball-EM 2016 starten, doch es gibt einen Haken

Österreich gegen Ungarn war 1902 das erste Länderspiel überhaupt, das ohne britische Beteiligung stattfand. "Das Spiel kann man schon als Derby sehen", sagte Österreichs Trainer Marcel Koller gegenüber der "Welt". Und auch wenn er Schweizer sei, kenne er natürlich die Geschichte. Das erste Spiel gewannen die Österreicher übrigens deutlich mit 5:0. Und auch heute gehen sie als haushoher Favorit ins Rennen. Während die Ungarn, die von den beiden Deutschen Bernd Storck und Andreas Möller trainiert werden, die Qualifikation wie einen EM-Sieg feierten, wird von der "Goldenen Generation" der Österreicher deutlich mehr erwartet - obwohl die Euro 2016 die erste ist, für die sich die Ösis das erste Mal sportlich qualifizierten.

"Wir lassen uns nicht verrückt machen", sagte David Alaba. Und weiter: "Wir wissen, dass wir keine Erfahrung bei so einem Turnier haben, aber darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir sind jetzt einfach sehr, sehr froh, dass es endlich losgeht und wir unsere Leistung auf den Platz bringen können."

Der Haken: Österreich konnte bislang noch nie ein EM-Spiel gewinnen. Und auch bei dem Heim-Turnier 2008 reichte es gerade einmal zu einem Remis. Jetzt soll zum Auftakt Historisches vollbracht werden.

Österreichs Marko Arnautovic: "Wir müssen abliefern"

Auch Ungarn kann den persönlichen Turnierstart kaum erwarten. Angst angesichts des starken Gegners, der mit 15 Deutschland-Legionären antritt? Fehlanzeige. "Es ist historisch. Ich glaube, beide Mannschaften haben im Weltfußball mit am meisten gegeneinander gespielt", sagte Ungarns deutscher Nationaltrainer Bernd Storck. "Wir sind nicht ängstlich, sondern selbstbewusst."

Dennoch darf zu erwarten sein, dass vor allem Österreich das Heft des Handelns in die Hand nehmen muss. "Wir müssen abliefern", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi Marko Arnautovic. "Da geht es hart auf hart." Eine drückt dem ganzen Team und vor allem Arnautovic besonders die Daumen: Christina Stürmer. "[Arnautovic] ist so ehrlich und einfach eine Klasse für sich", schwärmt die Österreicherin. "Der hat einfach als Mensch etwas. Egal, ob er spielt oder in Interviews, ich finde den einfach super", so die Sängerin gegenüber spot on news.

Österreich gegen Ungarn: Einer wird beide Hymnen singen

Doch anders als Millionen Zuschauer in der ehemaligen Doppelmonarchie und Christina Stürmer lässt einen die Begegnung erstaunlich kalt: Valentin Habsburg-Lothringen. Der Ururenkel des letzten Kaisers von Österreich-Ungarn werde die Partie höchstens "zufällig" sehen, wie die "Welt" weiß.

Für György Garics (32) wird es hingegen wahrscheinlich das Spiel seines Lebens - unabhängig vom Ausgang. Der Defensivmann, der in der Bundesliga für Darmstadt aufläuft, wurde in Ungarn geboren und zog mit 14 nach Wien. Er besitzt sowohl die österreichische als auch die ungarische Staatsbürgerschaft. "Es werden schon besondere Emotionen kommen. Ich habe noch nie die ungarische Hymne auf dem Rasen gehört", so Garics. "Die österreichische singe ich auf jeden Fall mit. Wenn ich vielleicht auch bei der ungarischen mitsinge, kann mir das keiner übel nehmen."

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ruc/zij/sam/news.de
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