29.05.2015, 14.41 Uhr

FIFA-Kongress in der Schweiz: Gebt den Fans eine Stimme!

Von news.de-Experte Dr. Harald Lange

FIFA-Kongress in der Schweiz: Wer vertritt eigentlich die Fans?

Wer vertritt eigentlich Faninteressen in der FIFA? Wie verschaffen sich Fans in den Gremien der FIFA Gehör? Wie könnte es gelingen, ein Sprachrohr gesunden Menschenverstands in dieser unbeweglich und selbstgefällig gewordenen Organisation zu implementieren? Mehr noch: Wie kann es gelingen, Fans an den Entscheidungen innerhalb der FIFAzu beteiligen? Und welchen Mehrwert würde der Fußball und dessen Organisation dadurch gewinnen?

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Ohne treue Fans wäre die Fußballwelt ein gutes Stück ärmer - doch die Fußballfans haben trotzdem kein Mitspracherecht bei der FIFA.

Ohne treue Fans wäre die Fußballwelt ein gutes Stück ärmer - doch die Fußballfans haben trotzdem kein Mitspracherecht bei der FIFA. Bild: Pixabay/LoggaWiggler

Fußballfans bringen Geld - haben aber keine Entscheidungsgewalt

Auch wenn Fans und Zuschauerzahlen der Grund für das finanzstarke Auftreten der Sponsoren sind, die den FIFA-Circus seit Jahrzehnten überaus üppig finanzieren, haben sie keine Stimme innerhalb der FIFA-Entscheidungsgremien. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen dem Fußballerleben der Fans und dem Gebären einer Funktionärsclique ins Unermessliche. Sowohl die Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie auch die vermeintlich besonderen Werte des Sports werden in diesen Tagen ad absurdum geführt.

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Fan-Experte fordert: Mehr Kontakt zur Basis!

Wir müssen also den Kontakt zur Basis wieder herstellen, um Glaubwürdigkeit gewinnen zu können. Deshalb brauchen wir authentische "Stimmen" in den Gremien und auf den Kongressen der FIFA. Stimmen, die den gegenwärtig ablaufenden Irrsinn aus gesundem Menschenverstand heraus erden und Bodenhaftung ermöglichen. Persönlichkeiten, die den Kontakt zur Basis des Fußballs herstellen. Neben Vertretern der Spieler und Trainer müssen Fans ins Boot geholt werden.

Wenn FIFA Boss Blatter heute gegen alle gefühlten Standards redlichen Verhaltens erneut als Präsident bestätigt wird, werden Fußballfans in aller Welt über die Unbeweglichkeit eines Verbandes staunen. Im Grunde tun sie das jetzt schon, denn die aktuellen Geschehnisse im Korruptionsskandal des Weltfußballs widersprechen in jeder Hinsicht den Wertvorstellungen, die wir als Fans und Zuschauer von Sportveranstaltungen für "gut" halten. Dabei liegt das Irritierende nicht allein in den beachtlichen Fakten und Ausmaßen der Korruption, sondern in der Tatsache begründet, dass sich trotz des offensichtlichen Missmanagements gar nichts ändert. Möglicherweise rücken die Bosse der FIFA angesichts des aktuellen Drucks nur noch näher zusammen und optimieren ihr kritikwürdiges Machtsystem.

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Die Interviews und Festreden zur Kongresseröffnungen zeigen das Dilemma auf: Innerhalb der FIFA fehlen glaubwürdige Alternativen. Das Wahlverhalten und Wahlergebnis wird dies ebenso eindrucksvoll wie erschreckend bestätigen. Genau deshalb wäre es überaus reizvoll darüber nachzudenken, wie die Struktur grundsätzlich zu reformieren wäre, damit wenigstens Spuren gesunden Menschenverstands sichtbar werden können. Den Fans eine Stimme zu geben wäre ein ebenso naheliegender wie auch erfolgversprechender Schritt in diese Richtung.

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Was schon seit Jahren gemunkelt wird, das scheint nun endlich bewiesen: der Weltfußballverband ist durchsetzt mit korrupten Funktionären.

loc/news.de
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