18.03.2014, 14.44 Uhr

Formel 1: Kein Sound, kein Renn-Feeling: Leise Autos sorgen für mächtig Krach

Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist

Die meisten Zuschauer mussten beim ersten Formel-1-Rennen der neuen Saison am vergangenen Wochenende in Melbourne (Australien) sicher zweimal hinhören. Denn von dem einst dröhnenden Klang der Motoren war außer in den Werbeteasern von RTL nichts mehr zu hören. Mit den neu eingeführten Turbomotoren und Hybridantriebsystemen der Boliden ging der so kennzeichnende Sound der Rennserie verloren.

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Sie sehen nicht nur anders aus, sie klingen auch anders: die neuen Formel-1-Boliden.

Sie sehen nicht nur anders aus, sie klingen auch anders: die neuen Formel-1-Boliden. Bild: dpa/Srdjan Suki

Niki Lauda: Die Formel hat ihren Reiz verloren

Was übrig geblieben ist, sind Autos, die mehr nach einem Staubsauger als nach einem Rennwagen klingen. Selbst Formel-1-Weltmeister Niki Lauda hingegen sprach offen aus, was viele dachten. «Ich muss ehrlich sagen, ich war heute auch leicht enttäuscht. Am Fernseher, aber auch beim Start - es fehlt einfach etwas», gab er im Gespräch mit Florian König kurz nach dem Großen Preis von Australien zu. Die Formel 1 habe so an Reiz verloren. Doch die Autos für den alten Klang wieder umzubauen, wäre viel zu teuer, sagt er. Daher müsse man sich wohl oder übel an die «Formel leise» gewöhnen.

GP von Australien: Veranstalter spricht von Vertragsbruch

Und dennoch: Die nicht vorhandene Lautstärke sorgt jetzt für mächtig Krach. Bei Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo trudelten laut «dpa» nach dem Rennen so viele Beschwerdemails wie noch nie ein. Ron Walker, Chef des Australien-Rennens, warf den Verantwortlichen sogar Vertragsbruch vor. «Man muss eine Nachfrage schaffen, und Teil der Nachfrage ist auch, dass die Menschen den Krach der Rennautos mögen», sagte er.

Weil die Verhandlungen über einen neuen Vertrag über das kommende Jahr hinaus nun unter keinem allzu guten Stern stehen und allgemeine Unzufriedenheit herrscht, hat sich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eingeschaltet. Er stand den neuen Motoren der diesjährigen Boliden von Anfang an skeptisch gegenüber und will sich nun dafür einsetzen, dass eingehend geprüft wird, wie man die Wagen wieder wie Rennautos klingen lassen kann.

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Fans geben schlechte Noten für neuen Formel-1-Sound

Das soll möglichst schnell geschehen. Denn Ecclestone will nicht noch weitere Grand-Prix-Veranstalter und Fans vergrämen. «Wir können nicht die ganze Saison warten», versicherte er in der britischen Zeitung «The Telegraph». Fakt ist: Der typisch schrille Lärm der Formel-1-Boliden hat die Rennen seit 20 Jahren geprägt. Die Zuschauer lieben den Lärm und Krach auf der Strecke, an der es ohne Ohrstöpsel bisher kaum ging.

Nun muss man die Ohren spitzen, um überhaupt etwas zu hören. Gerade vorm Fernseher, der den Sound zusätzlich filtert und dämpft, mag ohne die dröhnenden Motoren kein rechtes Renn-Feeling aufkommen. Einer Umfrage auf «motorsport-total.com» zufolge benoteten 35,32 Prozent die neue Akustik deshalb auch mit «ungenügend». 20,53 Prozent geben ihr «mangelhaft». Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Formel schnellstens zu alter (Laut-)Stärke zurückfinden sollte.

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loc/news.de/dpa
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