12.09.2018, 20.38 Uhr

Rosch Haschana 2018: Jüdisches Neujahr hat begonnen! Diese Bräuche gehören dazu

Das Blasen des Schofar gehört traditionell zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana. 

Das Blasen des Schofar gehört traditionell zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana.  Bild: dpa

Wann ist jüdisches Neujahrsfest?

Das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana läutet den Jahresanfang im jüdischen Kalender ein. Es findet an den ersten beiden Tagen des siebten Monats Tischri statt - 2018 ist dies am 10. und 11. September der Fall. Anders als im gregorianischen Kalender wird im jüdischen Kalenderjahr der Mond- und Sonnenlauf gleichermaßen berücksichtigt. Es gibt zwölf Monate, die aus 29 oder 30 Tagen bestehen. Siebenmal in 19 Jahren wird ein 13. Monat als Schaltmonat eingeschoben. Während laut Kirchenkalender die Zeitrechnung mit der Geburt von Jesus Christus beginnt, wird im Judentum davon ausgegangen, dass Gott die Welt im Jahr 3761 vor Christus erschaffen hat, genauer gesagt am 1. Tischri. Damit läutet Rosch Haschana am 10. September 2018 das Jahr 5779 ein.

Was feiert man an Rosch Haschana und welche Bedeutung hat es?

Rosch Haschana gehört neben Jom Kippur zu den Hohen Feiertagen und wird als Tag des Gerichts begangen. Es heißt, dass Gott jeden Menschen an sich vorüberziehen lässt und sein Urteil über ihn fällt. Jeder wird je nachdem, ob er Gutes oder Böses getan hat, in das Buch des Lebens oder des Todes eingetragen. Halten sich seine guten und bösen Taten die Waage, erhält er zehn Tage Aufschub bis zum Versöhnungstag Jom Kippur. Diese werden auch als die "zehn Tage der Umkehr" bezeichnet, da man in ihnen die Gelegenheit erhält, sich zu bessern.

Was sagt man zum jüdischen Neujahr?

Ähnlich wie man sich zu Silvester ein glückliches, gesundes oder gutes Jahr wünscht, gibt es auch zu Rosch Haschana einen Neujahrsgruß. Der ist direkt an die Vorstellung vom Tag des Gerichts geknüpft. So wünscht man sich zum Feiertag auf hebräisch: "Ketivah Vachatimah Tovah". Übersetzt bedeutet es: "Möge dein Name im Buch des Lebens niedergeschrieben werden".

Welche Traditionen und Bräuche gibt es zum Neujahrsfest?

An Rosch Haschana hat es Tradition sich in Weiß zu kleiden. Auch die Ausschmückung der Synagoge ist ganz in Weiß gehalten, wie etwa der Vorhang des Thoraschranks. Die Farbe symbolisiert Reinheit und Sittlichkeit. Es geht darum sich darauf zu besinnen, ein besserer Mensch zu werden. So steht für religiöse Juden das Gebet im Mittelpunkt und der Neujahrsgottesdienst, an dem die Männer teilnehmen, ist wesentlicher Bestandteil des Festes. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Schofar. Das gewundene Widderhorn wird während des Gottesdienstes viermal geblasen. So wird Neujahr in der Tora auch "Jom Teruah" genannt, der "Tag des Schofarblasens". Der Klang des Horns kann als Weckruf verstanden werden, der an den Bund mit Gott erinnern soll.

Was wird an Rosch Haschana gegessen?

Am Abend vor dem jüdischen Neujahrstag gibt es ein feierliches Essen mit der Familie. Es gibt unter anderem Gerichte mit Granatapfel, dessen Kerne die 613 Gebote der Tora symbolisieren, wie die "Jüdische Allgemeine" berichtet. Das Verzehren eines Fisch- oder Schafskopfes soll dagegen an den Neubeginn erinnern. Darüber hinaus gehört Challa, ein gewundenes Weißbrot, zum Festtag auf den Tisch, das in Honig getaucht wird. Das Tauchen von Äpfeln in Honig und süßer Wein gehörn ebenfalls dazu, um sich das neue Jahr zu versüßen.

Rosch Haschana 2018: Israel riegelt Palästinensergebiete für jüdisches Neujahr ab

Während des jüdischen Neujahrsfestes riegelt Israel in diesem Jahr das Westjordanland und den Gazastreifen ab. Palästinenser dürften in den kommenden Tagen nur in besonderen humanitären Fällen ausreisen, sagte eine Sprecherin der Armee am Freitag. Die Regelung gilt von Samstagnacht bis Dienstagnacht. Eine Arbeitsgenehmigung reicht damit nicht wie sonst üblich zur Einreise nach Israel. Israel schließt an jüdischen Feiertagen immer wieder die Grenzübergänge und begründet dies mit Sicherheitsbedenken.

Kardinal Marx zeigt sich besorgt über rechtspopulistischen Einfluss

Das jüdische Neujahrsfest wird in diesem Jahr zudem von den Ausschreitungen in Chemnitz überschattet. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, zeigt sich besorgt über den Einfluss rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien in vielen europäischen Ländern.

Anlässlich von Rosch Haschana übermittelte er am Freitag allen jüdischen Mitbürgern Friedens- und Segenswünsche und rief dazu auf, die Zunahme antisemitischer Äußerungen und Ausschreitungen nicht hinzunehmen. Zur politischen Kultur dieses Landes rechne er ausdrücklich auch die Erinnerungskultur, die sich in den vergangenen Jahrzehnten herausgebildet habe und gegenwärtig von manchen angezweifelt werde, erklärte Marx.

Zudem kritisierte der Kardinal "die Unfähigkeit der Europäischen Union, eine gemeinsame Migrationspolitik zu formulieren und umzusetzen, die Renaissance nationaler Egoismen und nicht zuletzt auch eine zunehmend aggressive Rhetorik".

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kad/news.de/dpa
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