20.09.2018, 10.25 Uhr

Jom Kippur 2018: Jüdischer Fastentag! Bräuche, Ablauf und Bedeutung des Feiertages

Jom Kippur ist der wichtigste Feiertag im Judentum.

Jom Kippur ist der wichtigste Feiertag im Judentum. Bild: dpa

Es gibt zahlreiche Feiertage im jüdischen Kalender, die Gläubigen das Befolgen von Traditionen und Bräuchen gebieten - einer davon ist Jom Kippur, der sogenannte Versöhnungstag, der dem jüdischen Kalender zufolge jährlich am 10. Tischri gefeiert wird und unmittelbar auf das Neujahrsfest Rosch haSchana. Der Tradition zufolge ist das Versöhnungsfest der höchste Feiertag im Judentum und wird nicht nur als Tag der Ruhe zelebriert, sondern auch als Fastentag.

Ablauf, Bräuche und Tradition an Jom Kippur vom 18. zum 19. September 2018

Der wichtigste jüdische Festtag Jom Kippur (hebräisch: Tag der Sühne), der 2018 am 18. und 19. September gefeiert wird, soll der Reue und Umkehr dienen. Gläubige fasten bereits ab Freitagabend. Damit ist er der einzige Fastentag, der auch am Sabbat begangen wird - alle anderen Fastentage werden hingegen verschoben. Teilnehmen dürfen Mädchen ab 12 Jahren und Jungen ab dem 13. Lebensjahr.

Dabei verzichten streng religiöse Juden auf Essen, Trinken und Körperpflege. Eine Besonderheit vom Jom Kippur ist außerdem der Verzicht auf Sex. Jeder begeht den wichtigen Feiertag, der auch weniger streng Gläubigen praktiziert wird, anders. Viele tragen ausschließlich weiß und keine Lederschuhe. Außerdem haben in Israel alle Restaurants und Geschäfte geschlossen. Auch auf den Straßen sind kaum Autos zu sehen. Auch auf Unterhaltung durch Musik, Radio oder Fernsehen wird vollkommen verzichtet.

Jom Kippur 2018: Öffentliches Leben in Israel steht still

Wie ernst die jüdische Gemeinde den Feiertag Jom Kippur nimmt, ist unschwer an den Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Israel zu erkennen. Am Versöhnungstag ist keine Musik in den Straßen zu hören, Radios bleiben stumm, die Straßen sind menschenleer, während sich die Gläubigen auf die Stunden des Fastens konzentrieren und um Vergebung für ihre Sünden bitten. Erst wenn das Widderhorn, Schofar genannt, ertönt, ist Jom Kippur vorüber und der Alltag geht weiter.

Kurz vor Jom Kippur drei Palästinenser erschossen

Kurz vor Beginn des jüdischen Feiertages Jom Kippur haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben am Grenzzaun zum Gazastreifen zwei Palästinenser erschossen. Bei einem Protestmarsch an der Sperranlage seien am Dienstag weitere 30 Menschen durch Schüsse verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt am Dienstag weiter mit. Eine Sprecherin des israelischen Militärs wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

In Jerusalem wurde zudem ein Palästinenser erschossen, der nach Angaben der Polizei in der Nähe der Altstadt mit einem "scharfen Gegenstand" auf einen jüdischen Gläubigen und einen Polizisten losgegangen sei.

Israel hatte zuvor schon wegen Jom Kippur das Westjordanland und den Gazastreifen abgeriegelt. Palästinenser können derzeit nur unter besonderen Umständen und humanitären Notfällen die Gebiete verlassen, teilte eine Armeesprecherin mit. Die Maßnahme gelte noch bis Mittwoch um Mitternacht.

Israel schließt an jüdischen Feiertagen immer wieder die Grenzübergänge und begründet dies mit Sicherheitsbedenken. Der wichtigste jüdische Festtag Jom Kippur (hebräisch: Tag der Sühne), der am Mittwoch gefeiert wird, soll der Reue und Umkehr dienen. Er dauert vom Sonnenuntergang am Dienstag bis zum Sonnenuntergang am Mittwoch. Gläubige fasten bereits ab Dienstagabend.

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mag/news.de/dpa
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