14.08.2015, 16.12 Uhr

Ein Pilot packt aus: Hinter den Kulissen: Was Sie von den Airlines nie erfahren

Vieles sagen die Fluggesellschaften ihren Passagieren nicht. Ein Pilot hat jetzt ausgepackt. (Symbolbild)

Vieles sagen die Fluggesellschaften ihren Passagieren nicht. Ein Pilot hat jetzt ausgepackt. (Symbolbild) Bild: Christoph Schmidt/dpa

Viele haben Angst vorm Fliegen. Nicht nur die Höhe ist es, die Angst macht, sondern auch die Ungewissheit. Viele Dinge über das Fliegen wissen die Passagiere nicht und zusätzlich ranken sich so viele Mythen darum, dass Realität und Fiktion nur schwer zu unterscheiden sind. Bei "N24" packte ein Pilot jetzt aus. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt, über Dinge, die sie übers Fliegen bestimmt noch nicht wussten.

Warum wird bei Start und Landung das Licht gedimmt?

Dabei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, ähnlich wie das Anschnallen. Sollte es zu einer Situation kommen, in der eine Evakuierung unumgänglich ist, müssen die Lichtverhältnisse im Inneren der Außenbeleuchtung angepasst sein. Fluggäste und Crew sollen bei Verlassen der Maschine nicht geblendet werden oder bei Nacht blind sein. Das würde die Evakuierung verlangsamen.

Wie schnell kann ein Flugzeug evakuiert werden?

Alle Maschinen müssen innerhalb von 90 Sekunden evakuierbar sein, selbst wenn nur die Hälfte der Notausgänge des Flugzeugs zur Verfügung stehen.

Warum müssen die Jalousien bei der Landung geöffnet sein?

Einerseits wegen der Anpassung der inneren und äußeren Lichverhältnisse und im Evakuierungsfall kann die Crew wichtige Informationen über die Position des Flugzeugs erkennen und so entscheiden welche Notausgänge genutzt werden können und ob Schwimmwesten anzulegen sind (bei einer Landung im Wasser).

Warum ist der Diebstahl von Schwimmwesten so gefährlich?

Es besteht das Risiko, dass nicht ausreichend Schwimmwesten bei einer Notwasserung zur Verfügung stehen. Es kann außerdem nicht nach jedem Flug geprüft werden, ob noch alle Schwimmwesten da sind. Das wäre viel zu zeitaufwendig.

Geben die Sauerstoffmasken wirklich nur für 15 Minuten Sauerstoff?

Sollte der Luftdruck im Flugzeug abfallen während es sich auf Reiseflughöhe (10.000 bis 13.000 Meter) befindet, bleiben wenige Sekunden, die Masken aufzusetzen bevor man bewusstlos wird. 15 Minuten Sauerstoff reichen fast überall auf der Welt, um in einen Notsinkflug zu gehen und so eine Flughöhe zu erreichen, in der man auch ohne künstliche Sauerstoffzufuhr überleben kann.

"Fast überall"? Wo auf der Welt reichen die 15 Minuten nicht?

Im zentralasiatischen Bereich können Flugzeuge aufgrund ausgedehnter Gebirge nicht tief genug fliegen. Deshalb werden aber für all diese Gebiete für jede Flugstrecke auch Fluchtrouten berechnet, damit man schnellstmöglich Gebiete mit niedrigeren Hindernissen erreicht. Sollte eine Fluchtroute länger als 15 Minuten dauern, wird zusätzlicher Sauerstoff für den Flug an Bord gebracht.

Wie groß ist das Sicherheitsrisiko bei Vogelschlag?

Das Risiko ist immer noch vorhanden und wird es wohl auch immer bleiben. Es gibt Bemühungen das Vogelschlagsrisiko und die Folgen eines Vogelschlag zu verringern, aber ein Restrisiko bleibt. Rotorenblätter eines startenden Flugzeugs können Überschallgeschwindigkeit erreichen, dabei laufen die beweglichen Teile der Triebwerke zum Teil mit nur wenigen Zehntelmillimetern Toleranz an den stehenden Teilen entlang. Da fällt die Vorstellung nicht schwer, welche Folgen ein Vogelschlag haben kann. Besonders kritisch sind Vögel, die harte Materialien mit sich führen: metallene Fußringe, im Körper steckende Schrotkugeln, mit der Nahrung aufgenommene Steinchen.

Schlafen Piloten auch während des Fluges?

Anders wären manche Flüge gar nicht realisierbar. Deshalb wird die Crew beim Interkontinentalverkehr durch einen dritten und manchmal sogar vierten Piloten verstärkt. Die Piloten wechseln sich dann ab und wer nicht fliegt, nutzt die Schlafgelegenheiten der Crew (Crewrests).

Manche Fluggesellschaften erlauben ihren Piloten auch unter bestimmten Bedingungen ein "Napping", da dieses nachweislich die Konzentrations- und Belastungsfähigkeit für einige Stunden erheblich erhöht. Der wache Pilot muss wissen, dass sein Kollege schläft, die Schlafphase darf nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern (sonst droht Tiefschlaf) und das Napping muss spätestens eine Stunde vor Landung beendet sein.

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