07.08.2015, 10.23 Uhr

Aufklärung für Millionen: Diese Sexologen sorgen für besseren Sex

Aufklärer wie Alfred Kindes und Oswalt Kolle haben das Sexualleben von Millionen Menschen beeinflusst.

Aufklärer wie Alfred Kindes und Oswalt Kolle haben das Sexualleben von Millionen Menschen beeinflusst. Bild: dpa (symbolbild)

Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz

Es ist ein Thema, das so ziemlich jeden Erwachsenen brennend interessiert: Wie geht guter Sex? Was muss man tun, damit es im Bett so richtig rundläuft? Der Schlüssel zu einem erfüllten Sexualleben ist meistens vor allem eines: Das Wissen um die eigenen Bedürfnisse und die des Partners. Sexologin Ann-Marlene Henning erklärte in der TV-Doku "Make Love - Liebe machen kann man lernen" mit großem Erfolg, wie man Sex-Blockaden lösen kann. Millionen Menschen schalteten ein, wenn sie sich Themen wie "Sex ohne Leistungsdruck" oder "Wie kann man seine Lust steigern?" umfassend widmete.

Dabei erklärte die Paar-Therapeutin ihre Ratschläge und Tipps stets sehr bildlich an einem nackten Modell-Paar - das für ihre Aufklärungs-Doku sogar echten Sex vor der Kamera hatte.

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Sexuelle Aufklärung für Millionen: Dank Oswalt Kolle darf die Frau beim Sex oben sein

Doch gemessen an ihren Vorkämpfern in Sachen Aufklärung, geht Sexologin Ann-Marlene Henning geradezu züchtig zu Werke. Ganz anders agierte da zum Beispiel der deutsche Journalist Oswalt Kolle. Der sorgte nämlich bereits in den 1970er Jahren mit seinen Aufklärungsserien in diversen Illustrierten für Furore.

Zwischen 1968 und 1972 produzierte Oswalt Kolle viel beachtete Aufklärungsfilme. Bevor sein erster Film "Das Wunder der Liebe" für die deutschen Kinos freigegeben wurde, musste Kolle erst mit den FSK-Zensoren verhandeln. In dem Film werden sexuelle Probleme in einer Ehe, wie etwas der vorzeitige Orgasmus des Mannes, unverblümt besprochen.

Erfahren Sie hier mehr über: So lange sollte guter Sex wirklich dauern.

Aus dieser Zeit ist vor allem ein Zitat berühmt geworden: "Herr Kolle, Sie wollen wohl die ganze Welt auf den Kopf stellen, jetzt soll sogar die Frau oben liegen!" Was heutzutage als völlig akzeptiert gilt, war noch vor gar nicht so langer Zeit ein großes Tabu. Dank Oswalt Kolle dürfen Frauen also heute beim Sex auch anders als in der Missionarsstellung Spaß haben.

Dr. Sex schreibt den Kinsey-Report: Das sexuelle Verhalten von Mann und Frau

Der amerikanische Zoologe und Sexualforscher Alfred Charles Kinsey hat vor allem mit zwei Büchern nachhaltig Eindruck hinterlassen. 1955 erschien in Deutschland "Das sexuelle Verhalten des Mannes", bereits ein Jahr zuvor "Das sexuelle Verhalten der Frau". Beide Werke gelten als sexuelle Revolution und als absolute Meilensteine der Erwachsenen-Aufklärung.

In der Öffentlichkeit wurden Kinseys Forschungsergebnisse heiß diskutiert, denn zu seinen Schlussfolgerungen zählten unter anderem, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung zu einem gewissen Grad bisexuell sei.

So ließen sich laut Kinsey, der in Deutschland auch unter dem Namen Dr. Sex bekannt ist, etwa 60 Prozent der vorpubertären männlichen Kinder auf gleichgeschlechtliche Aktivitäten ein. Angeblich werden gar 6,3 Prozent aller Orgasmen von Männern und Frauen durch homosexuelle Kontakte erreicht.

Masturbation vor der Ehe steigert die sexuelle Zufriedenheit der Frau

Kinsey war auch davon überzeugt, dass Frauen, die masturbierten, in ihrer Ehe nicht weniger sexuell befriedigt seien als jene die es nicht tun. Statistisch sei die sexuelle Zufriedenheit masturbierender sogar höher.

Kinsey bezog seine Ergebnisse vor allem aus anonymisierten Interviews. Diese dauerten etwa 30 bis 180 Minuten. Es mussten durchschnittlich 300 und bis zu über 500 Fragen beantwortet werden. Nicht unumstritten dabei: Kinsey und sein Team gingen davon aus, dass jede befragte Person jede sexuelle Spielart praktiziert hat, es sei denn er oder sie verneinte dies explizit.

Befragt wurden zwischen 1938 und 1953 mehr als 11.000 Freiwillige jeden Alters, jeder Religion, aller Einkommens- und Bildungsgrade sowie aus allen ländlichen und städtischen Gebieten der USA. Darunter waren auch (ehemalige) Gefangene und sogar männliche Prostituierte. Dies brachte Kinsey viel Kritik ein.

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boi/gea/news.de
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