25.07.2015, 09.01 Uhr

Mehr Einbrüche während der Urlaubszeit: Wie Facebook und Twitter Einbrechern die Arbeit erleichtern

Von news.de-Volontärin Conny Rädel

Sonnenbad am Strand. Ein Selfie darf natürlich nicht fehlen, doch landet es auf Facebook, Twitter oder Instagram, bietet es Einbrechern eine Steilvorlage.

Sonnenbad am Strand. Ein Selfie darf natürlich nicht fehlen, doch landet es auf Facebook, Twitter oder Instagram, bietet es Einbrechern eine Steilvorlage. Bild: Michael Bahlo/dpa

Urlaubs-Selfies als Steilvorlage für Einbrüche

Ob am Strand, in den Bergen oder vor einer Skyline - ein Selbstporträt vor der Urlaubskulisse gehört einfach dazu. Selfies sind schnell gepostet, auf Facebook, Twitter und Instagram hochgeladen und teilen die Freude am Urlaub mit Freunden und Bekannten. Für viele Deutsche ist die Live-Berichterstattung aus dem Urlaub eine Selbstverständlichkeit.

Einer Umfrage des Versicherers CosmosDirekt zufolge nutzen mehr als ein Drittel der Deutschen im Urlaub soziale Netzwerke, unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 67 Prozent. Doch was früher ein überfüllter Briefkasten, geschlossene Rolläden oder Ansagen auf dem Anrufbeantworter waren, wird nun immer öfter durch Urlaubs-Selfies ersetzt: das Signal für Einbrecher "Niemand zu Hause".

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Gefahrenquelle soziale Netzwerke: Eine Einladung für Einbrecher

Die Urlaubs-Posts sind nicht nur für die daheimgebliebenen Freunde interessant, auch für Einbrecher werden soziale Netzwerke immer bedeutender - bei der Planung von Straftaten. Während der Ferien stehen besonders viele Wohnungen leer und dank Facebook und Co. haben es die Einbrecher auch immer leichter, die leeren Wohnungen ausfindig zu machen.

"Ich bin dann mal zwei Wochen im Urlaub", dazu ein Foto von sich am Flughafen. Für die meisten ein unverfängliches Bild, für Einbrecher geradezu eine Einladung. Besonders kritisch wird es, wenn man seinen Klarnamen (Vor- und Nachnamen) benutzt. Denn meist sind Adressen irgendwo im Internet hinterlegt, ob im Telefonbuch oder im Online-Verzeichnis eines Vereins. In Vernehmungen von Einbrechern wurde bereits bestätigt, dass soziale Netzwerke oftmals zum Ausspähen genutzt werden, gab Max Weiß, Sprecher des hessischen Kriminalamts, an. Auch automatische versendete Antworten des E-Mail-Programms können Hinweise auf leerstehende Wohnungen sein.

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Die Polizei warnt auf Facebook vor den vermehrten Einbrüchen

Besonders humorvoll, aber deswegen nicht weniger ernstzunehmend, weist die Polizei Hagen aus Nordrhein-Westfalen auf die Gefahr hin. Auf ihrer Facebook-Seite posteten die Beamten das Bild eines Einbrechers, der sich an seine Opfer wendet: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die auf Facebook posten, wann sie in Urlaub sind." Der Mann mit der Skimaske und der Brechstange in der Hand weiter: "Wegen der hohen Arbeitsbelastung wird es mir nicht möglich sein, jeden persönlich zu besuchen. Ich bitte hierfür um Verständnis."

Die Polizei Nordrhein-Westfalen Hagen postete diese Warnung vor Einbrüchen in der Urlaubszeit auf ihrer Facebook-Seite.

Die Polizei Nordrhein-Westfalen Hagen postete diese Warnung vor Einbrüchen in der Urlaubszeit auf ihrer Facebook-Seite. Bild: Polizei NRW Hagen/Facebook

So schützen sie sich vor der Auskundschaftung durch Einbrecher

Selbst wenn die Nachbarn angewiesen sind, den Briefkasten nicht überquellen zu lassen, kann ein einziger Urlaubs-Post für Einbrecher also zur Einladung werden. Daher sollten Sie keine öffentlichen Posts machen. Beschränken Sie die Liste derjenigen, die Ihre Posts sehen können, auf Ihre Freunde. Oder legen Sie gleich eine Gruppe an, zu der nur von Ihnen ausgewählte Personen zugang haben.

Experten zufolge sollte man außerdem seinen Wohnort nicht im Internet angeben. Ändern kann man dies über die Privatsphäre-Einstellungen der verschiedenen Dienste. Ein weiterer Tipp: Deaktivieren Sie die Angabe Ihres Aufenthaltsortes! Machen Sie die Änderungen ruhig ein paar Tage vor der Abreise, denn Suchmaschinen wie Google zeigen die Änderungen häufig erst mit Zeitverzögerung an. Sie können die Aktualität Ihrer Angaben überprüfen, indem Sie sich selbst googeln.

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räc/zij/news.de
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