29.08.2018, 14.47 Uhr

König Harald V. von Norwegen: Langer Liebes-Kampf! Goldene Hochzeit mit seiner Königin Sonja

König Harald V. von Norwegen und seine Ehefrau Königin Sonja von Norwegen sind seit 50 Jahren verheiratet - doch um eine Frau aus dem Volk heiraten zu dürfen, musste Harald von Norwegen lange kämpfen.

König Harald V. von Norwegen und seine Ehefrau Königin Sonja von Norwegen sind seit 50 Jahren verheiratet - doch um eine Frau aus dem Volk heiraten zu dürfen, musste Harald von Norwegen lange kämpfen. Bild: Haakon Mosvold Larsen / NTB scanpix / AP / picture alliance / dpa

Sie hießen einst Kate Middleton, Daniel Westling, Meghan Markle, Silvia Sommerlath oder Maxima Zorreguieta und haben bürgerliches Blut in ihren Adern - doch trotzdem haben es Herzogin Kate, Prinz Daniel, Herzogin Meghan, Königin Silvia von Schweden und Königin Maxima der Niederlande geschafft, sich über Standesgrenzen hinwegzusetzen und in Europas Hochadel einzuheiraten. Was heute gang und gäbe ist, stellte vor einigen Jahrzehnten noch einen echte Hürde dar.

König Harald von Norwegen kämpfte jahrelang um seine Liebe zu Sonja Haraldsen - mit Erfolg

Diese Erfahrung musste auch der norwegische König Harald machen. Fast neun Jahre lang hat der heutige König Harald V. von Norwegen für seine Liebe zu Sonja Haraldsen gekämpft. Die Bürgerliche war alles andere als standesgemäß, die Liebe der beiden ein Skandal. Aber Harald wollte keine andere - und bekam seine Sonja. Am 29. August feiert das Paar Goldene Hochzeit. 50 Jahre nach dem Jawort sieht die Welt im europäischen Hochadel ganz anders aus, inzwischen sind Ehen mit Bürgerlichen in den Königshäusern ganz normal.

DIESER europäische König heiratete noch "standesgemäß"

Ausnahmen gibt es aber: König Philippe von Belgien und seine Frau Mathilde zum Beispiel. "Auch Mathilde war als Gräfin natürlich eigentlich nicht ebenbürtig", sagt Königshausexpertin Leontine Gräfin von Schmettow. Philippe hat aber als einer der wenigen seiner Generationnoch adelig geheiratet. "Wirklich standesgemäß wäre eine Partnerin aus einem anderen Königs- oder Fürstenhaus."

Auch in ganz normalen Familien ging es bei Hochzeiten früher nicht so sehr um Liebe. Im Hochadel eigentlich gar nicht. Wenn Könige und Königskinder heirateten, waren andere Dinge wichtig - Machterhaltung etwa, diplomatische Allianzen oder die Erweiterung eines Territoriums. Da wurde so mancher Thronfolger überrascht, was ihm für eine Prinzessin in seinen Palast kutschiert wurde.

Aber heute, wo Monarchen eigentlich keine politischen Einflüsse mehr haben, da zählen andere Dinge. Eine gute Ausbildung beispielsweise, das Potenzial, die Rolle gut auszufüllen, soziales Engagement - und natürlich Liebe, sagt von Schmettow. Die Braut oder der Bräutigam sollte diskret, diplomatisch und sich des Protokolls bewusst sein.

König Harald von Norwegen und seine Frau Königin Sonja Haraldsen feiern Goldene Hochzeit

"Harald wusste, dass Sonja gut in die Rolle passt", meintdie Königshausexpertin. Der damalige Kronprinz und die studierte Tochter eines Unternehmers trafen sich 1959. Hochzeit eigentlich ausgeschlossen. "Harald hat wirklich starken Gegenwind bekommen, schließlich drohte er sogar, den Thron nicht anzunehmen", erklärt von Schmettow. Schließlich stimmte der Vater, König Olaf V., zu und informierte die Regierung. Zur Hochzeit im August 1968 blieb der ganz große königliche Auflauf aber aus - viele boykottierten die Feier.

Auch im schwedischen Königshaus heirateten Bürgerliche ein

Aber von da an änderte sich vieles in den Königshäusern. Silvia Sommerlath aus Heidelberg wurde mit ihrer Heirat mit König Carl XVI. Gustaf im Jahr 1976 Königin von Schweden. Carl Gustaf habe einfach so lange gewartet bis er König war - und sich dann selbst die Erlaubnis zur Ehe mit der bürgerlichen Deutschen gegeben, sagt der Historiker und Buchautor Leonhard Horowski ("Das Europa der Könige"). Im schwedischen Königshaus gibt es außer Königin Silvia noch weitere bürgerliche Ehepartner: Nicht nur Kronprinzessin Victoria von Schweden hat mit Daniel Westling ihren Prinzen aus dem Volk geheiratet, auch ihre jüngere Schwester Prinzessin Madeleine von Schweden schloss den Bund fürs Leben mit dem Geschäftsmann Chris O'Neill, bevor auch Prinz Carl Philip von Schweden die Bürgerliche Sofia Hellqvist vor den Traualtar führte. Von da an heirateten fast nur noch Bürgerliche in die Paläste ein.

Der Trend zur Liebes-Hochzeit verändert die Königshäuser auch in ihren Strukturen: Waren die meisten früher sehr international - und durch standesgemäße Ehen miteinander verknüpft, heiraten viele heute Partner aus dem eigenen Land. "Sie sind weniger international und driften auseinander", erklärt Horowski.

Bürgerliche im Hochadel? Für DIESE Royals ist das ein Unding

Das gefällt längst nicht jedem. "Interessanterweise tut sich gerade der deutsche Adel damit schwer, der ja gar keine Macht hat und dessen Stand abgeschafft wurde", sagt von Schmettow. Da gebe es gewisse Kreise, die mit Misstrauen auf die Entwicklung in den Königshäusern schauen. "Manchen ist das eine zu große Annäherung an das Volk." Viele deutsche Herrscherhäuser hätten sich damals Hausgesetze gegeben, sagt Historiker Horowski. "Und die gelten bis heute."

Kritik an Adelshochzeiten mit Bürgerlichen: Königin Maxima und Herzogin Meghan bekamen viel Gegenwind

Und auch, wenn Ehen mit Bürgerlichen inzwischen ganz normal sind - irgendwas gibt es an den Auserwählten immer auszusetzen. Zum Beispiel Maxima, inzwischen Königin der Niederlande:Ihr Vater, der ArgentinierJorge Zorreguieta, war wegen seiner Rolle in der Militärdiktatur umstritten - und durfte nichtzur Hochzeit seiner Tochter mit Willem-Alexander kommen.

Auch Herzogin Meghan bekam vor ihrer Hochzeit mit Prinz Harry heftigen Gegenwind zu spüren. Geschieden, afroamerikanische Herkunft, Schauspielerin - Kritiker fanden viel zu mäkeln. "Da wird die komplette Vergangenheit durchleuchtet", sagt von Schmettow.

Skandal im norwegischen Königshaus: Mette-Marit sorgte für Furore mit pikanter Vergangenheit

So ging es auch den Norwegern noch einmal - Jahrzehnte nach der skandalösen Hochzeit von Sonja und Harald. Dass Kronprinz Hakons Frau Mette-Marit bürgerlich war, spielte eigentlich gar keine Rolle mehr. Aber die Norweger gingen wieder einen Schritt voraus in Sachen moderne Familie und akzeptierten Mette-Marit. "Ein uneheliches Kind und eine wilde Party-Vergangenheit, das war nochmal eine neue Herausforderung", sagt von Schmettow. Aber nach dem Kennenlernen unterstützte der König seinen Sohn, die Partnerin in der Öffentlichkeit durchzusetzen, wie die Expertin schildert. "Natürlich muss er aufpassen, dass die Monarchie keinen Schaden nimmt - aber er ist auch Vater und kennt die Situation ganz genau."

Wie feiern König Harald V. von Norwegen und Königin Sonja ihren Hochzeitstag?

Wie genau die Familie den 50. Hochzeitstag verbringt, blieb zunächst unklar. Eines aber steht fest: Nachmittags lädt das Königspaar zu einem Gottesdienst im Osloer Dom, der live im Fernsehen übertragen wird. Neben den geladenen Gästen dürfen 200 Bürger in der Kirche dabei sein. Sie konnten sich per E-Mail anmelden. Ganz volksnah eben.

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loc/news.de/dpa
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