14.06.2018, 08.52 Uhr

Jochen Schropp ist homosexuell: Deutscher TV-Moderator (39) outet sich per Brief als schwul

Jochen Schropp hat das Versteckspiel satt.

Jochen Schropp hat das Versteckspiel satt. Bild: imago/APress/spot on news

Mit einem nicht alltäglichen Schritt hat sich TV-Moderator Jochen Schropp (39) als homosexuell geoutet. Der 39-Jährige feiert sein Coming-Out per Brief, den er der Zeitschrift "stern" zukommen ließ. "Warum erzählt er uns das jetzt?", stellt Schropp gleich zu Beginn die Frage, die sich viele Menschen stellen könnten - die Antwort darauf liefert er prompt: "Diese Zeilen sollen nicht um mein persönliches Outing gehen, sondern darüber, wie wichtig ich es finde, Leute, die anders sind als man selbst, zu verstehen und Andersartigkeit als selbstverständlich anzusehen".

Jochen Schropp ist schwul: TV-Moderator outet sich als homosexuell

In der Schule sei er oft gemobbt worden, von den eigenen Eltern bekam er zweifelhaften Trost: "Ich solle drüberstehen, ich sei ja nicht schwul. Ich werfe das meinen Eltern nicht vor, sicher waren sie selbst überfordert damit, mich zu beruhigen." Nach seinem Outing gegenüber den Eltern habe seine Mutter "dann Selbsthilfebücher gelesen, von anderen Müttern mit schwulen Söhnen - was ja auch schon krass ist, dass es zu dem Thema Selbsthilfebücher gibt!"

Erst als Austauschschüler in den USA hatte er vollauf das Gefühl, sich selbst verwirklichen zu dürfen - "Ich war der vollends integrierte deutsche Austauschschüler, der sich endlich gefunden hatte."

Hier gibt es "Rosamunde Pilcher: Fast noch verheiratet" mit Jochen Schropp zu sehen.

Schwieriges Outing! Schropp kämpfte mit Homo-Vorurteilen

Zwar wüssten seine Freunde und auch die Kollegen von seiner Homosexualität, dennoch wurde er auch von ihnen mit einem Sachverhalt konfrontiert, der ihn massiv schockiert: "Homophobe Sprüche werden immer wieder gemacht, oft ohne Hintergedanken. 'Boah, ist das schwul' - diesen Satz habe ich von Menschen gehört, die mir nahe sind." Und Schropp ist sich sicher, dass "schwul" wohl "immer noch das meistverbreitete Schimpfwort" an deutschen Schulen sei.

Jochen Schropp outet sich mit 39 Jahren

Auch im Jahr 2018 sei es ihm daher nicht leichtgefallen, diesen wichtigen Schritt zu wagen: "Ich gestehe: Ich wurde in den letzten Jahren immer wieder von Angst getrieben." Eigentlich wollte er sich schon vor mehreren Jahren outen, hat dann aber "kalte Füße bekommen". Einzig ausgewählten Menschen sowie seiner Familie habe er daher bislang davon erzählt, doch das sollte sich nun ändern: "Ich werde dieses Jahr 40. Und ich will mich nicht mehr verstecken."

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