20.04.2018, 09.02 Uhr

Helene Fischer: Helene bricht ihr Schweigen und behält trotzdem ihre Echos

Der Antisemitismus-Skandal rund um den Echo 2018 hat die deutsche Musikpreisverleihung in eine Krise gestürzt. Nachdem Stars wie Marius Müller-Westernhagen (69) aus Protest ihre Trophäen zurückgegeben haben, ist nun auch der erste Sponsor des Events abgesprungen. Die Naturkostsafterei Voelkel wird in Zukunft nicht mehr involviert sein.

Nach Skandal-Echo 2018: Erster Sponsor springt ab

In einem Statement teilte das Unternehmen mit: "Nach der Preisvergabe des Echos an das Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang, das in einem prämierten Song auf beschämende Weise Vergleiche zu Opfern des Holocausts zieht, stellt das Unternehmen das Sponsoring der Veranstaltung ein."

Song von Kollegah und Farid Bang als "schmerzhafte Grenzüberschreitung"

Man distanziere sich so von den künstlerischen Inhalten der umstrittenen Preisträger ebenso wie vom Prozedere der Preisvergabe. Es folgen harte Worte: "Auch wenn die antisemitische Provokation nach Aussagen der Künstler als solche nicht gemeint sei und nur als Stilmittel zur Erzeugung effizienter Battle-Rap Zeilen zum Einsatz kam, wurde aus künstlerischer Freiheit und schlichter Geschmacklosigkeit hier eine schmerzhafte Grenzüberschreitung."

Man befürworte allerdings die vom Bundesverband der deutschen Musikindustrie angekündigten Neuerungen, was die Vergabe des Echos anbelangt.

Das sagen andere Echo-Sponsoren zum Eklat

Weitere große Sponsoren der Veranstaltung sind die Biermarke Köstritzer, Autohersteller Škoda und Amazon Music. Köstritzer-Chef Stefan Didt sagte der "Bild"-Zeitung: "Von jeglichen antisemitischen Äußerungen distanzieren wir uns ganz deutlich. Wir begrüßen sehr, dass die Veranstalter die Preisverleihung überarbeiten werden." Škoda verfährt ähnlich: "Sollte uns das Ergebnis nicht überzeugen, werden wir den bestehenden Vertrag auf jeden Fall nicht fortführen", wird ein Sprecher zitiert.

Warum schweigen Helene Fischer, Mark Forster und Co.?

Nun werden auch die jüngeren Stars aufgefordert, sich zu dem als judenfeindlich kritisierten Rap-Album zu äußern, das einen Preis gewonnen hat. Der langjährige Musikmoderator Peter Illmann ("Formel Eins") zeigte sich über die Auszeichnung für die Rapper Kollegah und Farid Bang "entsetzt".

Er hätte den Preis den Musikern vor die Füße geworfen, so Illmann (59). "Ich fordere auch die jüngeren Künstler wie Helene Fischer oder Mark Forster auf, sich wie Maffay und Westernhagen von Texten, die Gewalt verherrlichen oder antisemitisch sind, zu distanzieren." Illmann rief zudem dazu auf, das umstrittene Album zu boykottieren.

Fans enttäuscht von Helene Fischer - Jetzt bricht sie ihr Schweigen

Die Kritik an Helene Fischers Schweigen kommt nicht nur von anderen Musiker-Kollegen, sondern auch ihre Fans sind schwer enttäuscht. Unter ihrem letzten Instagram-Beitrag bedankt sie sich für ihren Echo. Zur Antisemitismus-Debatte allerdings verliert sie kein Wort, was ihr ihre Fans auch direkt vorwerfen. "Schade, dass du keine Stellung beziehen magst, du könnest so viele Menschen zum Nachdenken bringen" und "Schade, ich haette mehr Courage erwartet!", sind nur zwei der zahlreichen Kommentare, die alle in die gleiche Kerbe schlagen.

Dies konnte die Schlager-Queen offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Mit einem ausführlichen Facebook-Beitrag brach Helene Fischer nun endlich ihr Schweigen und stellte darin einiges klar.

Campino bezieht als einziger während der Echo-Verleihung Stellung

Bislang hatten sich überwiegend ältere Musiker zur Wort gemeldet. Campino (55) war bei der Show am vergangenen Donnerstag der einzige, der auf der Bühne anprangerte, dass eine Grenze überschritten sei. Der Bundesverband Musikindustrie hat den Preis für das Rap-Album mittlerweile als Fehler bezeichnet und will die als kommerziell kritisierte Verleihung überarbeiten.

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fka/kns/news.de/spot on news/dpa
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