18.03.2018, 12.58 Uhr

Jochen Senf tot: "Tatort"-Kommissar Max Palu stirbt mit 76 Jahren

"Tatort"-Kommissar Max Palu (gespielt von Jochen Senf) starb im Alter von 76 Jahren. Bild: dpa

Er kochte gerne, trank gerne Rotwein und nahm sein Rennrad mit ins Büro: Jochen Senf ging 17 Jahre lang als "Tatort"-Kommissar Max Palu im Saarland auf Verbrecherjagd. 18 Folgen drehte er in dem kleinen Bundesland an der Grenze zu Frankreich. Damit hat Senf einen Platz in der Fernsehgeschichte bekommen. Nun ist der Schauspieler im Alter von 76 Jahren in Berlin gestorben. Das bestätigte sein Bruder Gerhard am Sonntag.

Jochen Senf tot: 17 Jahre spielte er im "Tatort"

"Salü Palu" hieß die erste Folge am 24. Januar 1988. Es ging um Mädchenhandel und Prostitution im Grenzgebiet. Der glatzköpfige Max Palu (gesprochen: Palü) war unter den ARD-Kommissaren eine echte Type. Auch privat war Senf ein Gourmet und radelte gerne. "Ich spiele den Kommissar so, wie ich selbst bin", sagte er, als er mit 45 Jahren mit dem "Tatort" anfing. Palu war seine erste große Fernsehrolle. Vor den Dreharbeiten gestand er: "Ich weiß nicht mal, wie man eine Pistole hält."

"Tatort"-Aus für Max Palu kam 2005

Das Aus als "Tatort"-Kommissar kam 2005 - lange, bevor der große Hype und die Krimiflut im Fernsehen einsetzten. Danach wurde es ruhiger um Senf, der zwei Kinder hinterlässt. "Heiraten ist für mich nicht wichtig, eine Ehe reicht. Der einzige Grund zum Heiraten sind Kinder", sagte er einmal der "Berliner Morgenpost". Die "Süddeutsche Zeitung" fand, im Umgang mit Menschen sei Senf wie sein Palu: "auf eine manchmal nicht unbedingt diplomatische Weise ehrlich, dafür zuverlässig, engagiert und kumpelig".

Jochen Senf mit 76 Jahren gestorben - Todesursache noch unbekannt

Einige Jahre war der Schauspieler mit Margret Lafontaine, der Ex-Frau des einstigen saarländischen Ministerpräsidenten, zusammen. Zuletzt lebte Senf in Berlin. Dort war er vor einigen Jahren in der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen. Vor zwei Jahren hatte ihn die "Bild"-Zeitung in einem Pflegeheim, in dem er wegen eines Oberschenkelhalsbruches lebte, besucht und mit den Worten zitiert "Es geht mir scheiße". Über seine Krankheit wollte er damals nichts Genaueres verraten, doch das Laufen falle ihm schwer.

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koj/news.de/dpa
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