10.08.2016, 13.50 Uhr

Natascha Kampusch: So verbittert ist sie 10 Jahre nach der Flucht aus dem Verlies

Der news.de-Nachrichtenüberblick

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Vor zehn Jahren hat es Natascha Kampusch (28) geschafft, ihrem Entführer zu entkommen. Achteinhalb Jahre wurde sie von Wolfgang Priklopil in dessen Haus in der Nähe von Wien gefangen gehalten. Auf dem Weg zur Schule hatte er sie als Zehnjährige entführt. Mittlerweile gehört ihr das Haus. "Es ist mein kleiner Sieg. Und ich wollte es auch, damit niemand damit irgendeinen Unfug anstellen kann", erklärt die heute 28-Jährige im Interview mit dem Magazin "stern". Sie wollte verhindern, dass "Gruseltouren durch das Verlies der Natascha Kampusch oder eine Kultstätte für Perverse" entstehen.

Natascha Kampusch spricht 10 Jahre nach ihrer Flucht über ihr heutiges Leben

Das Verlies ist im Jahr 2011 zugeschüttet worden, die Behörde hat sie dazu aufgefordert. Kampusch hätte es eine Weile noch gelassen. Schließlich sei es ihr Leben gewesen, "auch im Verlies". Ansonsten hat sich im Haus kaum etwas verändert. Es finden sich sogar noch etliche Habseligkeiten ihres Entführers darin, seine Bücher etwa und Zettel, die er geschrieben hat. Die Sachen aus dem Verlies hat die 28-Jährige teilweise ebenfalls aufgehoben. "Jedes Ding, das ich hatte, war kostbar für mich", erklärt sie. Was sie in Zukunft damit anstellen werde, ist noch offen. Dort zu sein, fällt ihr aber schwer.

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"Ich kam nie zur Ruhe"

Kampusch erinnert sich noch genau an die erste Zeit in Freiheit. Damals sei alles zu viel gewesen. "Zu viel Licht, zu viel Lärm, zu viele widerstreitende Gefühle", rekapituliert sie. Außerdem hätten so viele Leute an ihr gezerrt und versucht, ihr einzureden, was für sie das Beste sei. Alle wollten ein Stück vom Kuchen abhaben, von ihrer unglaublichen Geschichte. Nicht einmal ihre Eltern konnten ihr dabei helfen. "Man hielt sie, so gut es ging, von mir fern", so Kampusch. Sie gesteht, sie sei voller Tatendrang gewesen nach ihrer Flucht, wollte anderen helfen. Doch dabei habe sie übersehen, dass sie sich erst einmal selbst hätte helfen müssen.

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