20.10.2014, 14.49 Uhr

Eddie van Halen: Außer Rand und Band: So bunt trieben es die Rock-Stars der 80er

Zwei bunte Vögel aus den 80ern: Iggy Pop und Boy George

Zwei bunte Vögel aus den 80ern: Iggy Pop und Boy George Bild: [M] Dan Hallman/Charles Sykes/Invision/AP/spot on news

Eben noch auf der Showbühne, bald darauf schon in großen Schwierigkeiten: Jedes Jahrzehnt hat seine großen, verrückten, schillernden Stars. Und oft genug sind es gerade diese Paradiesvögel, die schnell den Boden unter den Füßen verlieren - auch wenn oft erst Jahre später von ihrem Niedergang zu hören ist. Mit Billy Idol hat nun ein punkige Ikone der eigentümlichen 80er-Jahre von ihren Ausschweifungen in Sachen Sex und Drogen berichtet. Aber alleine steht der Ex-Super-Star mit diesen Schwierigkeiten beileibe nicht. Gerade die männlichen musikalischen Helden der 80ies haben ihre, bisweilen tragischen, Tiefs gehabt.

Ein Blick auf die Leben der Stars nach dem großen Fame fördert einige tragische und problembehaftete Biografien zu Tage. Und nur zu oft sind es eben Drogen und Sex, für Rock-Stars im Überfluss vorhandene Güter, die ihre Spuren hinterlassen. So war es bei Idol - aber auch bei teils längst in den Hintergrund gerückten Größen wie Iggy Pop, Eddie van Halen, Boy George oder George Michael. Die Nachrichtenagentur spot on news hat das wenig glamouröse "Leben hinter den Hits" der Stars aufgearbeitet.

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Iggy Pop:

Schon in den 70er-Jahren kam dieser hagere Mann als Solokünstler auf die große Bühne - und hatte mächtig "Lust for Life": Als Frontmann der Punkhelden Stooges war Iggy Pop (67) eine Legende, die Konzertveranstaltern den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Die 80er betrat er mit ein, zwei Hits im Rücken. Und mit einer veritablen Heroin-Sucht. Die hatte Pop unter anderem in West-Berlin kultiviert, wo er sich mit David Bowie ein Apartment teilte. In der "Berliner Zeitung" war vor einiger Zeit zu lesen, die Stars hätten wohl sogar Drogenkuriere durch die Mauerstadt geordert. Andere Berichte schildern drastisch, Pop sei früher des öfteren mit der Nadel im Arm in der Toilette bewusstlos geworden.

Pops Geschichte hat gleichwohl ein Happy End: Mitte der 80er entsagte er dem Heroin und feierte wieder zarte Charterfolge. In den späten 90ern ließ er auch Marihuana und Zigaretten hinter sich, wie er dem "Rolling Stone" sagte. Zu dieser Zeit erlebte Iggy Pop auch ein bemerkenswertes Revival: Seine Songs "Lust for Life" und "Passenger" tauchten im Filmhit "Trainspotting" und im Werbefernsehen auf - der Mann mit dem faltigen Gesicht wuchs zu einem Kultstar für eine neue Generation. Auch sexuelle Ausschweifungen sind für ihn wohl passé: Seine Libido spiele für sein Handeln mittlerweile die Rolle einer "mächtigen Interessengruppe in einer politischen Partei", sagte Pop 2012 der "New York Times" - früher habe sie "die ganze Partei" ausgemacht.

Boy George:

Eine ebenso schillernde Gestalt betrat die Popbühne, als Iggy Pop gerade clean wurde. Boy George (53) sang sich 1982 mit seiner Band Culture Club ("Do You Really Want To Hurt Me"), Falsett-Stimme, Mascara, androgynem Look, bunten Hüten und schrägen Sonnenbrillen an die Chartspitze. Aber schon 1986 wurde er wegen Heroinbesitzes verurteilt. Unter anderem zu einem Aufenthalt in der Entzugsklinik. Langfristig geholfen hat es offenbar nicht. 2005 musste Boy George erneut wegen Drogenbesitzes vor Gericht.

Und auch das Privatleben der früheren Homosexuellen-Ikone scheint alles andere als geordnet - auch wenn George einst sagte, er ziehe "eine Tasse Tee" Sex vor. Im Jahr 2007 soll George einen Callboy in seiner Wohnung gefesselt und mit einer Kette geschlagen haben. Boy George nahm angeblich an, der 18 Jahre jüngere Norweger habe ein Foto veröffentlichen wollen; auch Drogen sollen im Spiel gewesen sein. Vier Monate verbrachte der Star für die Tat im Gefängnis. Immerhin: Anfang diesen Jahres veröffentlichte Boy George erstmals seit 18 Jahren ein neues Album.

Eddie van Halen:

Etwas weniger abseits aller Konventionen, aber umso dröhnender bahnte sich dieser Mann seinen Weg in die Rockgeschichte: Eddie van Halen (59) und seine Band ("Tattoo") lieferten in den 80ern Hit-Album um Hit-Album. Van Halen wurde 2012 von den Lesern des Magazins "Guitar World" zum besten Gitarristen aller Zeiten gekürt. Aber der Erfolg hatte seine Schattenseiten, wenn auch keine kriminellen. Bandkollege Sammy Hagar weiß in seiner Biografie ein Lied davon zu singen. Denn van Halen konnte nicht von Alkohol und Zigaretten lassen. "Er lief den ganzen Tag herum und trank billigen Shiraz aus der Flasche", schrieb Hagar im "Rolling Stone".

Die Zustände in van Halens Heim seien auch Mitte der 00er-Jahre noch erschütternd gewesen: "Es sah aus, als würden dort Vampire hausen. Da waren Flaschen und Dosen auf dem ganzen Boden verstreut" - die Fenster seien zugehangen gewesen, die Wände mit Spinnenweben bedeckt. Eddie van Halen erkrankte mehrmals an Zungenkrebs. Und schob die Probleme laut Hagar auf den Umstand, dass er auf der Bühne häufig sein Plektrum zwischen den Lippen hielt. Aber Eddie van Halens Geschichte nimmt eine gute Wendung: 2012 berichtete der Star, er habe den Kampf gegen den Alkoholismus gewonnen. Der Interviewer des "Esquire"-Magazins beschrieb den Gitarrenhelden als "gesündesten 57-Jährigen, den ich je gesehen habe".

George Michael:

Auch George Michael (51) war weltweit eines der bekanntesten Gesichter der 80er-Jahre. Erst als Sänger der polarisierenden Pop-Band Wham! ("Last Christmas"), dann als Solokünstler. Spätestens in den 00er-Jahren geriet der Ex-Superstar aber in große Schwierigkeiten. Gleich mehrmals wurde er wegen Drogenbesitzes verurteilt - nachdem er 2010 unter Cannabiseinfluss mit seinem Auto in eine Ladenfront rauschte, wanderte er für vier Wochen ins Gefängnis. Ein Jahr zuvor hatte er gestanden, bisweilen 25 Joints am Tag geraucht zu haben. Tragisch ist auch die Geschichte hinter Michaels unstetem Sexualleben. Der Star gestand sich erst spät seine Homosexualität ein. "Ich habe in den Wham!-Tagen mit vielen Frauen geschlafen, aber hatte nie das Gefühl, dass sich eine Beziehung entwickeln könnte, weil ich wusste, dass ich gefühlsmäßig ein homosexueller Mann bin", berichtete Michael unlängst dem Magazin "GQ".

1998 geriet der Sänger gar in einen ebenso unangenehmen wie - nach deutschen Maßstäben - eigentümlichen Konflikt mit dem Gesetz: Ein Undercover-Polizist lockte Michael zu sexuellen Handlungen in eine Toilette. Eine Verurteilung zu Sozialdienst wegen "unzüchtigen Handlungen" war die Folge. Für Michael war es sein denkbar unglücklich verlaufenes Outing. Vielleicht freut den Star nun diese kleine Nachricht des britischen "Guardian": Vor einem britischen Gericht muss sich demnächst ein Gefängniswärter verantworten, der Details über den einstigen Häftling Michael an Klatschblätter verkaufte.

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