16.08.2019, 11.51 Uhr

Hongkong-Proteste aktuell im News-Ticker: Flughafen wieder in Betrieb - Trum bietet China persönliches Treffen an

Demonstranten stehen am Flughafen von Hongkong.

Demonstranten stehen am Flughafen von Hongkong. Bild: dpa

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Protestwelle in Hongkong - Demonstrationen wegen Einfluss Chinas

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

Hongkong-Proteste im News-Ticker aktuell

  • Flughafen durch Proteste erneut lahmgelegt
  • Polizei geht gewaltsam gegen Demonstranten vor
  • Ai Weiwei sieht in Hongkong Gefahr eines "weiteren Tian'anmen"

+++ 15.08.2019: Trum bietetChinas Präsident Xi Jinping ein persönliches Treffen an +++

US-Präsident Donald Trump hat angesichts der Krise in Hongkong ein persönliches Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping ins Spiel gebracht. Er habe keine Zweifel, dass Xi die Krise in Hongkong "schnell und human" lösen könne, erklärte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) auf Twitter. "Persönliches Treffen?" schrieb er weiter. Trump hatte am Dienstag erklärt, er sei von US-Geheimdiensten informiert worden, dass Chinas Militär Truppen an der Grenze zu Hongkong zusammenziehe.

Trump und Xi waren zuletzt im Juni beim G-20 Gipfel in Osaka zusammengetroffen, wo sie unter anderem über den bitteren Handelskonflikt der beiden Nationen sprachen.

Hongkong wird seit Wochen von regierungskritischen Protesten erschüttert, es kam zuletzt vermehrt zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Trump war innenpolitisch zuletzt immer mehr kritisiert worden, weil er sich nicht klar für die demokratischen Freiheitsrechte der Menschen in Hongkong aussprach.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

+++ 14.08.2019: Demonstranten entschuldigen sich bei Touristen mit Handzetteln +++

Nach heftigen regierungskritischen Protesten und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei hat sich die Lage am Hongkonger Flughafen zunächst beruhigt. Am Mittwochabend (Ortszeit) protestierten kaum 100 Menschen auf dem Gelände, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Die Flughafengesellschaft hatte eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten erwirkt, um eine erneute Störung des Flugbetriebs zu verhindern. Trotzdem herrschten weiter strenge Sicherheitsvorkehrungen. Reisende mussten vor Betreten des Terminals ihre Reiseunterlagen vorzeigen. Polizisten wachten über den Check-in-Bereich.

Tausende Hongkonger hatten ihre Proteste gegen die Stadtregierung und die Polizeigewalt in den vergangenen Tagen auf den Flughafen ausgeweitet und dort mit Sitzblockaden die Passagierabfertigung massiv behindert. Sowohl am Montag als auch am Dienstag musste der Flugbetrieb deshalb vom Nachmittag an eingestellt werden. In der Nacht zum Mittwoch kam es zu schweren Ausschreitungen.

Am Tag verteilten Demonstranten Handzettel, auf denen sie sich bei den Touristen für die Störungen des Flugbetriebs entschuldigten. "Meiner Ansicht nach sollten wir uns entschuldigen", sagte der Protestteilnehmer Bruce Lee der dpa. Dennoch sollten die Reisenden über die Spannungen informiert sein, fügte er hinzu. "Die Regierung hat keine Antwort für uns. Darum müssen wir handeln, damit andere Länder und Regierungen über die Situation Bescheid wissen", sagte er.

+++ 14.08.2019: Intern. Flughafen Hongkong - Einstweilige Verfügung gegen Demonstranten +++

Nach massiven Störungen des Flugverkehrs durch Protestaktionen hat der internationale Flughafen von Hongkong nach einer Mitteilung vom Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen Demonstranten erwirkt. Damit sollen "Personen davon abgehalten werden, rechtswidrig und vorsätzlich die korrekte Nutzung des Flughafens zu behindern oder stören", heißt es. Zudem werde damit die Beteiligung an Protesten oder Demonstrationen auf dem Gelände des Flughafens verboten.

Nach den Protestaktionen, die an den vergangenen zwei Tagen zu Flugausfällen geführt hatten, schien der Flugbetrieb am Mittwoch normal anzulaufen. Tausende Hongkonger hatten ihre anhaltenden Proteste gegen die Stadtregierung und die Polizei auf den Flughafen ausgeweitet und dort mit Sitzblockaden die Abfertigung von Passagieren massiv behindert.

+++ 14.08.2019: Hongkong verurteilt Gewalt von Demonstranten am Hongkonger Flughafen +++

Nach den chaotischen Szenen am Vorabend hat Hongkongs Regierung die Gewalt von Demonstranten am Hongkonger Flughafen verurteilt. Es habe sich um "entsetzliche Taten gehandelt", sagte ein Sprecher der Hongkonger Regierung nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch.

Die Regierung der Sonderverwaltungszone habe demnach ihre "schwerste Verurteilung" ausgesprochen. Die Polizei werde den Fall weiterverfolgen und die Verdächtigen vor Gericht stellen. Fünf Männer seien wegen illegaler Versammlung, Besitz von Offensivwaffen, Übergriffen auf die Polizei und Sabotage des sozialen Friedens festgenommen worden.

Polizisten waren am Dienstag in das besetzte Flughafengebäude eingedrungen, um einem Mann zu helfen, der über Stunden von Demonstranten festgehalten und beschuldigt worden sei, ein Agent vom chinesischen Festland zu sein. Sanitäter brachten den Mann schließlich aus dem Flughafen. Vor dem Gebäude wurden Polizeifahrzeuge angegriffen und Fenster eingeschlagen.

+++ 14.08.2019: China vergleicht gewaltbereite Demonstranten mit Terroristen +++

Nach den schweren Ausschreitungen am Dienstagabend hat Chinas Regierung gewaltbereite Demonstranten am Hongkonger Flughafen mit Terroristen verglichen. Die Taten einiger Protestler würden sich "nicht von den Gräueltaten von Terroristen unterscheiden", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Verbindungsbüros der chinesischen Regierung in Hongkong. Ein Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde in Peking nannte den Vorfall in einer ähnlichen Mitteilung eine "annähernd terroristische Tat".

Zwei Männer vom chinesischen Festland, darunter ein Reporter der chinesischen Zeitung "Global Times", seien am Flughafen von Demonstranten mit Kabelbindern gefesselt, geschlagen und misshandelt worden, hieß es in der Mitteilung des Verbindungsbüros. Zuvor hatten auch Hongkonger Medien über den Vorfall berichtet. Polizisten waren in den Flughafen vorgedrungen, um die Männer nach Stunden zu befreien. Die Demonstranten hatten ihnen vorgeworfen, Agenten vom chinesischen Festland zu sein.

Die Grenzen des Gesetzes, von Moral und menschlicher Natur seien völlig durchbrochen worden, so der Pekinger Sprecher. Die extrem gewalttätigen Verbrechen müssten streng bestraft werden. China unterstütze die Polizei und die Justiz in Hongkong.

+++ 13.08.2019: Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten im Airport Hongkong +++

Am Flughafen in Hongkong ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und regierungskritischen Demonstranten gekommen. Dutzende Polizeibeamte drangen am Dienstagabend in den von Aktivisten besetzten Airport ein. Demonstranten begannen, Barrikaden an einer Eingangsrampe zu errichten. Kurz darauf zogen sich die Polizisten zunächst wieder zurück. Tausende Anhänger der Protestbewegung hielten wie schon am Vortag die Ankunfts- und Abflughallen besetzt, weshalb der Flughafen den Betrieb einstellen musste.

In der Sieben-Millionen-Metropole kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

Bundesaußenminister Heiko Maas äußerte sich besorgt. "Die Dinge eskalieren immer mehr. Deswegen kann man nur appellieren, dass sich alle Seiten zurücknehmen", sagte er bei einem Besuch in New York. "Wichtig wird für uns allerdings auch bleiben, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht beeinträchtigt wird."

+++ 13.08.2019: Demonstranten legen Hongkongs Flughafen erneut lahm +++

Am Tag nach dem Großprotest läuft der Betrieb am Hongkonger Flughafen zunächst wieder an. Doch dann kehren die Demonstranten zurück. Und legen den Airport am Nachmittag wieder lahm.

Hongkongs Protestbewegung hat den Flughafen der Stadt den zweiten Tag in Folge zum Stillstand gebracht. Wie der Flughafenbetreiber am Dienstag mitteilte, wurde von 16.30 Uhr (Ortszeit) an der Check-In-Service für alle restlichen Flüge des Tages eingestellt. Zuvor hatten erneut Tausende Protestler die Ankunfts- und Abflughallen blockiert und Fluggäste zum Teil massiv behindert. Mit Gepäckwagen und anderen Gegenständen wurden Barrikaden errichtet.

Tausende Demonstranten hatten schon am Montag den Flughafen belagert, um gegen immer brutalere Polizeigewalt bei den seit Wochen anhaltenden Protesten in Hongkong zu demonstrieren. Der Airport, einer der geschäftigsten weltweit und ein zentrales Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, strich deshalb am Montagnachmittag sämtliche noch für diesen Tag geplanten Flüge.

Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag zunächst langsam wieder an. Da allerdings das Chaos vom Vortag abgearbeitet werden musste, blieben mehr als 300 Flüge gestrichen. Am Nachmittag wurde dann der Flugbetrieb komplett eingestellt.

"Wir versuchen, auch heute die Flüge zu stoppen, und genau wie gestern blockierten wir den gesamten Abflugbereich, damit Besucher oder Menschen, die versuchen, Hongkong zu verlassen, nicht abreisen können", sagte ein Demonstrant am Dienstag. Die Hoffnung sei, dass die Regierung durch die Blockade viel Geld verlieren wird.

+++ 13.08.2029: UN-Menschenrechtsbüro sieht gefährliche Polizeieinsätze in Hongkong +++

Bei den Demonstrationen in Hongkong haben die Sicherheitskräfte nach Einschätzung des UN-Menschenrechtsbüros das Leben von Protestteilnehmern gefährdet. Es gebe glaubwürdige Beweise, dass Sicherheitskräfte zum Beispiel mehrfach Tränengaskanister direkt auf Demonstranten abgefeuert hätten, teilte das Büro am Dienstag in Genf mit. Das berge "erhebliches Risiko von Todesfällen und ernsthaften Verletzungen".

Die Maßnahmen der Sicherheitskräfte hätten gegen internationale Normen verstoßen, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, rief die Behörden auf, die Zwischenfälle zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Sicherheitskräfte keine internationalen Normen verletzten. Bachelet warb für mehr Dialog mit den Demonstrierenden. Protestteilnehmer, die ihre Ansichten bei friedlichen Protesten kundtäten, müssten respektiert und geschützt werden.

+++ 13.08.2019: Hongkonger Demonstranten kehren zum Flughafen zurück +++

Einen Tag nach dem Stillstand des Hongkonger Flughafens haben sich dort am Dienstag erneut Hunderte Demonstranten zu Protesten versammelt. Die zumeist schwarz gekleideten Protestler setzten sich auf den Boden der Ankunfts- und Abflughalle, um gegen die Regierung zu protestieren. Tausende Demonstranten hatten schon am Montag den Flughafen belagert. Der Airport, einer der geschäftigsten weltweit und ein zentrales Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, strich deshalb vom Nachmittag an sämtliche Flüge für den Tag.

+++ 13.08.2019: Flughafenprotest in Hongkong: Regierungschefin verteidigt Polizei +++

Trotz schwerer Kritik von Demonstranten und Vorwürfen von ausufernder Polizeigewalt hat sich Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hinter die Sicherheitskräfte der Stadt gestellt. Die Polizei habe in den vergangenen zwei Monaten "große Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen", sagte Lam am Dienstag vor Journalisten. Sie reagierte damit auf Tausende Demonstranten, die am Vortag aus Wut über Polizeigewalt den Hongkonger Flughafen zum Erliegen gebracht hatte.

Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmten, wie Polizeieinsätze ablaufen, "insbesondere wenn die Polizei vor Ort ein Urteil fällen muss", sagte Lam weiter. Die Regierung und die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungszone seien aber in der Lage, die politische Krise in Hongkong zu lösen.

Tausende Demonstranten hatten am Montag die Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens belagert. Der Airport, einer der geschäftigsten weltweit und ein zentrales Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien, strich deshalb vom Nachmittag an sämtliche Flüge für den Tag.

Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag wieder an. Das bestätigte die Flughafenverwaltung am Morgen auf dpa-Anfrage. Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist.

Am Vormittag waren zunächst nur noch einzelne Protestler am Flughafen zu sehen. Für den Nachmittag war erneut eine Demonstration angekündigt. Hunderte Regierungsgegner hatten bereits seit dem vergangenen Freitag friedlich am Flughafen protestiert, ohne den Betrieb nennenswert zu beeinträchtigen. Nur am Montag war die Zahl der Protestierer so groß geworden, dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Auslöser derDemonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

Am Wochenende war es in Hongkong erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Tränengas wurde auf den Straßen und erstmals auch in einer U-Bahnstation verschossen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Die Polizei warf Regierungsgegnern vor, Einsatzkräfte mit Brandsätzen verletzt zu haben.

+++ 13.08.2019: Flugbetrieb in Hongkong läuft wieder +++

Nach der Streichung etlicher Flüge am Hongkong Airport aufgrund der massiven Proteste gegen brutale Polizeigewalt ist der Flugbetrieb am Dienstag wieder angelaufen. Das bestätigte die Flughafenverwaltung am Morgen auf dpa-Anfrage. Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist. Auf der Webseite des Flughafens waren am Morgen noch immer zahlreiche Verbindungen mit dem Hinweis "gestrichen" versehen.

+++ 12.08.2019: Wall Street - Börsen auf Talfahrt wegen Hongkong-Protesten +++

An der Wall Street mussten die Anleger am Montag einen neuen Rückschlag verkraften. Angesichts der Proteste in Hongkong zogen sie es vor, sichere Häfen aufzusuchen. Der Dow Jones Industrial weitete sein Minus bis zum Schluss auf 1,49 Prozent und 25 896,44 Punkte aus, weil sich Investoren wieder verstärkt Sorgen um die Weltwirtschaft machen.

In Hongkong hatten die Demonstranten am Montag den international bedeutenden Flughafen lahmgelegt. Damit wurde der Airport zu einem weiteren Symbol für die Angst der Anleger, dass sich die weltweit schwelenden politischen Konflikte - wie auch der US-Handelsstreit mit China - auf die Weltwirtschaft auswirken könnten.

+++ 12.08.2019: USA rufen mit Blick zu Gewaltverzicht auf +++

Mit Blick auf die Proteste in Hongkong haben die USA erneut alle Beteiligten zum Gewaltverzicht aufgerufen. Die US-Regierung beobachte die Entwicklung in Hongkong genau, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Washington. "Die Vereinigten Staaten rufen alle Seiten auf, auf Gewalt zu verzichten." Es handele sich um eine Angelegenheit zwischen Hongkong und China, hieß es weiter. Zugleich wurde betont, es sei wichtig für Gesellschaften, dass unterschiedliche politische Ansichten offen und friedlich zum Ausdruck gebracht werden könnten.

In Hongkong kommt es seit mehr zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Aus Wut über immer brutalere Polizeigewalt brachte Hongkongs Protestbewegung am Montag den Betrieb auf dem Flughafen der Stadt zum Erliegen. Der Airport, einer der belebtesten weltweit, strich ab Montagnachmittag sämtliche Flüge für den Tag. Tausende Demonstranten hatten Abflugs- und Ankunftshalle belagert.

Zuletzt hatte es im Zusammenhang mit den Hongkong-Protesten Streit zwischen den USA und China gegeben. Hintergrund war das Treffen einer US-Diplomatin mit regierungskritischen Aktivisten in Hongkong - was China als unangemessene Einmischung kritisierte.

+++ Update 12.08.2019: Auswärtiges Amt aktualisiert Reisehinweise für Hongkong+++

Das Auswärtige Amt hat am Nachmittag des 12.08.2019 die Reisehinweise für Hong Kong aktualisiert. Reisehinweise sind eine Vorstufe zur Reisewarnung. DasAuswärtige Amt warnt: "Trotz überwiegend friedlichem Verlauf kommt es bei den Protesten auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei. Die Protestaktionen finden dabei punktuell zunehmend auch ohne vorherige Ankündigung in Stadtteilen statt, für die keine Demonstrationen oder Kundgebungen zugelassen sind. Mit weiteren Demonstrationen und teils erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen ist zu rechnen." Reisende sollten aktuelle lokale Medien-Berichte verfolgen, Menschenansammlungen weiträumig meiden und den Anweisungen der lokalen Sicherheitsbehörden folgen. Viele Medien in Hongkong sind zweisprachig in Kantonesisch und Englisch verfügbar, sodass Reisende sich informieren können, auch wenn sie kein Chinesisch können.

+++ 12.08.2019: Hongkongs Flughafen streicht alle Abflüge wegen Protesten +++

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen am Montag sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit. Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren.Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt.Zuvor hatten noch Maschinen abheben können.

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschossschwer im Gesicht verletzt worden war, seinAuge "zurückgeben". Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht groß verzögert wurde.

+++ 12.08.2019: China will Ordnung in Hongkong wiederherstellen +++

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf den gewaltbereiten Demonstranten zuletzt "erste Anzeichen von Terrorismus"vor. In den letzten Tagen hätten "radikale Demonstranten"wiederholt Polizisten mit "äußerst gefährlichen Werkzeugen" angegriffen.

Dies sei eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in Hongkong. Die "Kriminellen" müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte der Sprecher weiter.

+++ 07.08.2019: Ai Weiwei sieht in Hongkong Gefahr eines "weiteren Tian'anmen" +++

Der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei hat sich besorgt über die Lage in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gezeigt. Er sehe dort die Gefahr eines "weiteren Tian'anmen", sagte Ai Weiwei am Mittwoch dem Rundfunksender Deutsche Welle - in Anspielung auf die Zerschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 auf dem gleichnamigen Platz in Chinas Hauptstadt Peking. Damals kamen mindestens Hunderte Menschen ums Leben. "Ich würde nicht sagen, dass dies nicht geschehen könnte", sagte er. "Ich gehe davon aus, dass dies passieren kann, obwohl es hohe Kosten für China hätte."

fka/news.de/dpa
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