08.07.2019, 13.29 Uhr

Bundeswehr-Panne: Festplatten mit geheimen Daten ungelöscht versteigert

Auf gebrauchten Datenträgern lassen sich manchmal interessante Informationen finden.

Auf gebrauchten Datenträgern lassen sich manchmal interessante Informationen finden. Bild: Silas Stein/dpa

Wenn die Bundeswehr und die Ministerien der Regierung immer auf dem neusten Stand der Technik sein sollen, müssen auch entsprechend alte Geräte entsorgt werden. Diese Aufgabe übernimmt in der Regel die Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg), die alte Geräte der Staatsorgane entgegennimmt, löscht und versteigert. Dabei kann jeder mitbieten, um günstig an ausrangiertes Material zu kommen.

Werden Staatsgeheimnisse meistbietend verkauft?

So verringert die Gesellschaft die Kosten für den Bund. Jedoch scheint dabei die Sicherheit nicht immer an erster Stelle zu stehen. Denn schon mehr als einmal sind dort Materialien der Bundeswehr unter den Hammer gekommen, die heikle Informationen enthielten, wie die "Süddeutsche" berichtet.

So wurden Computer mit ungelöschten Festplatten versteigert. Zum Glück haben sich die neuen Besitzer bei den entsprechenden Stellen gemeldet. So konnte auch ersichtlich werden, dass die IT-Sicherheit noch nachgebessert werden muss, wenn Benutzername und Kennwort übereinstimmen und dem "Finder" den ungehinderten Zugang ermöglichen.

Unfassbare Informationen auf ausgemustertem Bundeswehr-Computer

Ein Förster, der über die Online-Präsenz der Vebeg mehrere Rechner ergattert hatte, staunte nicht schlecht als er sich nach kurzem Herumprobieren einloggen konnte und auf vertrauliche Dokumente der Bundeswehr blicken. Darunter auch die Anleitung für den Raketenwerfer Mars. Dieser wird aber nicht von der Schulter abgefeuert, wie man es aus Action-Filmen kennt. Viel mehr handelt es sich um eine Abschussvorrichtung auf einem LKW, von der aus Raketen verschossen werden, um damit Minenfelder zu legen.

Informationen über die Ausrüstung der Truppe werden sorgfältig überprüft, bevor sie an die Öffentlichkeit weitergegeben werden. Zwar sei die Truppe durch die Daten nicht gefährdet gewesen, doch zeigt sich, dass der Umgang mit ausgemustertem Militärgerät nicht unbedingt meistbietend geklärt werden sollte oder dass die Fragen des Datenschutzes und der IT-Sicherheit bei der Bundeswehr neu gestellt werden müssen.

luj/bua/news.de
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