23.04.2019, 10.36 Uhr

"Terroristischer Vorfall" in Nordirland: "Neue IRA" bekennt sich zu Tötung von Journalistin (29)

Ein Mann schreibt in ein Kondolenzbuch für Lyra McKee ein.

Ein Mann schreibt in ein Kondolenzbuch für Lyra McKee ein. Bild: dpa

Die militante katholisch-nationalistische Gruppe "Neue IRA" hat sich zur Tötung der Journalistin in Nordirland bekannt. In einem der Zeitung "The Irish News" am Dienstag zugespielten Bekennerschreiben hieß es: "Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand." Man wolle sich beim Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen.

Ausschreitungen in Nordirland: Junge Journalistin erschossen

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler bezeichneten die Tat als Mord und riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um die Täter zu finden.

Journalistin in Nordirland erschossen - 57-Jährige festgenommen

Am Dienstag wurde eine 57 Jahre alte Frau im Zusammenhang mit der Tat festgenommen, wie die Polizei in Nordirland mitteilte. Zwei am Wochenende nach der Tat festgenommene junge Männer waren zuvor wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, teilte die Polizei mit.

Was ist die "Neue Ira"?

Die "Neue IRA" hatte sich im März auch zu Briefbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt mit gewaltsamen Mitteln eine Vereinigung mit der Republik Irland im Süden der Insel an.

Randale in Londonderry in Nordirland

Am Rande von Londonderry waren am Donnerstag in Tatortnähe mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle war der Jahrestag des Osteraufstands, bei dem irisch-katholische Nationalisten im Jahr 1916 vergeblich versuchten, die britische Herrschaft in Irland zu beenden.

Ein entführtes Auto steht während sozialer Unruhen in Flammen.

Ein entführtes Auto steht während sozialer Unruhen in Flammen. Bild: dpa

Nordirland ist Teil des Vereinigten Königreichs. Die Gesellschaft dort ist tief gespalten in Protestanten, die sich als Briten verstehen und Katholiken, die sich als Iren definieren. Drei Jahrzehnte lang lieferten sich militante Gruppen auf beiden Seiten sowie Polizei und das britische Militär einen erbitterten Bürgerkrieg mit Tausenden Toten.

Lesen Sie auch:Schädelbruch! Vater rettet Kleinkind aus Maul eines Dingos

fka/news.de/dpa
Änderung der Straßenverkehrsordnung geplantAngela MerkelAsteroid 99942 ApophisNeue Nachrichten auf der Startseite