15.04.2019, 10.39 Uhr

Julian Assange festgenommen: Führte DIESES Foto zum Assange-Rauswurf aus der Botschaft?

Der bärtige, sichtlich gealterte Assange bei seiner Festnahme.

Der bärtige, sichtlich gealterte Assange bei seiner Festnahme. Bild: Victoria Jones/PA Wire/dpa

Assange ist am Donnerstag nach fast sieben Jahren Asyl in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden und die USA fordern seine Auslieferung. Die US-Justiz wirft Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Manning hatte von Wikileaks veröffentlichte Regierungsdokumente beschafft, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen der US-Armee in Afghanistan enthüllt hatten.

Alle aktuellen Entwicklungen im Fall Assange lesen Sie hier im News-Ticker.

+++ 15.04.2019: Flog Julian Assange wegen dieses Fotos aus der Ecuador-Botschaft? +++

Ein Foto könnte Schuld am Rauswurf von Julian Assange aus der Botschaft von Ecuador in London sein. Das Bild zeigt denPräsidenten von Ecuador, Lenín Moreno, im Bett. Vor ihm ein üppig gedeckter Tisch mit allerlei Leckereien. In Ecuador kam dieses Bild gar nicht gut an. Das Volk übte heftigte Kritik am Präsidenten und war erbost, dass Moreno offenbar ein Leben in Saus und Braus auf Kosten der Steuerzahler führt.

Lenín Moreno soll Wikileaks die Schuld an der Veröffentlichung des Bildes zuschieben. Laut "New York Post" für den Präsidenten der ausschlaggebende Grund, Assange aus der Botschaft zu werfen.

Sie können das Twitter-Foto nicht sehen? Klicken Sie hier!

+++ 13.04.2019: Assange-Vertrauter bleibt in Ecuador in Untersuchungshaft +++

Der in Ecuador festgenommene Vertraute von Wikileaks-Gründer Julian Assange bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Der 36-jährige Schwede soll nach Einschätzung der Ermittler Cyberangriffe auf Informationssysteme geplant haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Samstag in Quito mitteilte. Seine Bankkonten werden demnach vorerst eingefroren.

Der Verdächtigte war gefasst worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte. Er habe zahlreiche Datenträger bei sich gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien weitere Tablets, USB-Sticks, Handys und Kreditkarten sichergestellt worden.

Der Verdächtige soll Assange mehrfach in seinem Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht haben. Am Donnerstag war der Enthüllungsaktivist nach fast siebenjährigem Asyl von der britischen Polizei festgenommen worden. Die USA fordern seine Auslieferung.

Der linksgerichtete ecuadorianische Präsident Rafael Correa hatte Assange 2012 das Botschaftsasyl aus humanitären Gründen gewährt. Correas Nachfolger Lenin Moreno wollte diesen Zustand jedoch beenden. Zuletzt tauchten Dokumente auf, die Moreno und seine Familie mit Korruption und Geldwäsche in Verbindung bringen. Moreno glaubt, die Informationen seien von Wikileaks durchgestochen worden.

+++ 13.04.2019: Britische Abgeordnete: Schweden im Fall Assange nicht übergehen +++

Ein Gruppe von rund 70 britischen Abgeordneten hat an die Regierung in London appelliert, eine Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an Schweden zu ermöglichen, falls Schweden dies verlange. Die Parlamentarier stünden an der Seite der Opfer von sexueller Gewalt, schrieb die Labour-Abgeordnete Stella Creasy auf Twitter. Die Unterzeichner des Briefes warnten, dass sich derzeit die Medienaufmerksamkeit ganz auf eine mögliche Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA richte.

Assange war am Donnerstag in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden, nachdem das südamerikanische Land das politische Asyl für ihn aufgehoben hatte. Er war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Assange, der die Vorwürfe immer zurückwies, befürchtete, via Schweden in die USA ausgeliefert zu werden.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor, um ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, und fordern seine Auslieferung. Ein Gericht in London hatte ihn am Donnerstag zunächst schuldig gesprochen, gegen Kautionsauflagen verstoßen zu haben, ihm drohen dafür bis zu zwölf Monate Haft.

In Schweden hatte die Staatsanwaltschaft im Mai 2017 ihre Ermittlungen einstellt. Die Anwältin der Frau, die Assange beschuldigt, hat aber die Wiederaufnahme beantragt. Die britischen Abgeordneten wiesen nun darauf hin, dass die Vergewaltigungsvorwürfe im August 2020 verjähren würden. Sie hätten die Eindruck, dass die Behörden der USA und des Vereinigten Königreichs vorab über die Entscheidung Ecuadors informiert wurden, die Schwedens aber nicht.

+++ 12.04.2019: Assange-Unterstützer wollen Auslieferung an die USA verhindern +++

Freunde und Unterstützer von Julian Assange protestieren nach der Festnahme des Wikileaks-Gründers gegen eine mögliche Auslieferung an die USA. Auch der britische Oppositionschef Jeremy Corbyn forderte die Regierung in London zum Einspruch auf. Zehntausende unterzeichneten Online-Petitionen, die verhindern wollen, dass der 47-Jährige den US-Behörden überstellt wird. Assange sitzt seit Donnerstag in London im Gefängnis. Seine Mutter Christine Assange verwies darauf, dass der Gesundheitszustand ihres Sohns schlecht sei.

Assanges Mutter, die in Australien lebt, bat Polizei, Gefängnispersonal und Justiz um Rücksicht. Ihr Sohn habe sechs Jahre ohne frische Luft, Bewegung und Sonne verbracht, schrieb sie, und habe jahrelang keine ausreichende medizinische Behandlung bekommen. "Bitte seien sie geduldig, sanft und freundlich zu ihm", schrieb Christine Assange.

+++ 12.04.2019: Droht Assange bei einer Auslieferung in die USA jetzt die Todesstrafe? +++

Nach seiner Festnahme in London zittert der Wikileaks-Gründer Julian Assange jetzt vor einer Auslieferung an die USA. Assange wird vorgeworfen, brisante Regierungsdokumente illegal veröffentlicht zu haben.Die Höchststrafe: Fünf Jahre Gefängnis.Assange selbst, der sieben Jahre lang in der Londonder Botschaft Ecuadors hauste, befürchtet Schlimmeres. Einem "Bild"-Bericht zufolge befürchtet der Wikileaks-Gründer im Fall einer Auslieferung an die USA sogar eine Todesstrafe.

Dem Blatt zufolge wäre dies theoretisch nur möglich, wenn er wegen Spionage angeklagt werden sollte. In diesem Fall müsse Assange jedoch erst nachgewiesen werden, "dass er geheime Verteidigungsinformationen zur Unterstützung einer ausländischen Regierung gesammelt hätte." In diesem Fall würde ihm der Tod durch Hinrichtung drohen. Dies gilt jedoch als eher unwahrscheinlich. So fand die letzte Exekution in einem Spionagefall letztmalig im Jahr 1953 statt. Zudem habe die britische Regierung bereits klargestellt, dass es keine Auslieferung von Assange geben werde, sollte ihm die Todesstrafe drohen. Stattdessen gilt eine lebenslange Haftstrafe als wahrscheinlich.

+++ 12.04.2019: Hillary Clinton: Assange muss sich für seine Taten verantworten +++

Der in London inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange sollte sich nach Ansicht der früheren US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton für seine mutmaßlichen Straftaten vor Gericht verantworten. Die Enthüllungsplattform hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 E-Mails der demokratischen Partei veröffentlicht und damit der damaligen Kandidatin Clinton geschadet.

"Aus der Anklage, die öffentlich geworden ist, geht hervor..., dass es um die Unterstützung beim Hacken eines Militärcomputers geht, mit dem Ziel, Informationen der US-Regierung zu stehlen", sagte Clinton bei einer Veranstaltung in New York am Donnerstag (Ortszeit).

"Ich werde warten und sehen, was mit den Anklagepunkten passiert und wie das Ganze weitergeht", fügte sie hinzu. "Das Entscheidende ist, dass er sich für das, was er getan hat, verantworten muss, zumindest so, wie es die Anklage vorsieht."

US-Geheimdienste gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die im Präsidentschaftswahlkampf gestohlenen E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden, um Clinton zu schaden und Donald Trump zu helfen.

+++ 12.04.2019: Verdächtiger aus Wikileaks-Umfeld in Ecuador festgenommen +++

In Ecuador haben Sicherheitskräfte eine Person aus dem Umfeld der Enthüllungsplattform Wikileaks festgenommen. Der Verdächtigte sei gefasst worden, als er gerade nach Japan ausreisen wollte, sagte Innenministerin María Paula Romo am Donnerstag.

+++ 11.04.2019: Frau aus Schweden will neue Ermittlungen gegen Assange +++

Eine Frau, die mit einem Vergewaltigungsvorwurf die inzwischen eingestellten Ermittlungen gegen Julian Assange in Schweden ausgelöst hatte, will, dass der Fall nach seiner Festnahme neu aufgerollt wird. Ihre Anwältin beantragte am Donnerstag, dass die Vorermittlungen wieder aufgenommen werden. Das bestätigte die Staatswaltschaft.

Bis wann darüber entschieden werde, sei noch nicht absehbar, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Eva-Marie Persson. Grundsätzlich könne eine vorläufige Untersuchung wieder aufgenommen werden, solange der Tatverdacht nicht verjährt ist. In dem Fall, dem Tatverdacht der Vergewaltigung, laufe die Frist Mitte August 2020 ab.

Assange war vorgeworfen worden, 2010 zwei Frauen in Schweden vergewaltigt und sexuell genötigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen im Mai 2017 eingestellt, weil sie keine Möglichkeiten sah, die Ermittlungen weiterzuführen. Die Schuldfrage sei damit aber nicht geklärt.

+++ 11.04.2019: Donald Trump: Ich weiß nichts über Wikileaks +++

Nach der Festnahme des Wikileaks-Gründers Julian Assange hat US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er mit der Enthüllungsplattform nicht vertraut sei. "Ich weiß nichts über Wikileaks. Das ist nicht meine Angelegenheit", sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus in Washington auf Fragen von Journalisten. Er habe gehört, was mit Assange passiert sei, und es sei nun an US-Justizminister William Barr, eine Festlegung zu treffen. Auf Nachfragen erklärte Trump, er habe zu dem Fall keine Meinung. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte der Republikaner Wikileaks gelobt und erklärt, er liebe die Organisation.

Assange war auch dafür in die Schlagzeilen geraten, weil die Enthüllungswebsite im Präsidentschaftswahlkampf 2016 gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei veröffentlichte. US-Geheimdienste gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden, um der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu schaden und Donald Trump zu helfen.

+++ 11.04.2019: Edward Snowden und Pamela Anderson äußern sich zur Festnahme von Assange +++

Wikileaks warf Ecuador am Donnerstag vor, mit der Entziehung des politischen Asyls für Assange internationales Recht zu brechen. Whistleblower Edward Snowden, der im russischen Exil lebt, schrieb auf Twitter: "Assanges Kritiker mögen jubeln, aber das ist ein dunkler Moment für die Pressefreiheit." Das russische Außenministerium kritisierte die Festnahme. Der Kreml teilte mit, er hoffe, dass die Rechte Assanges respektiert würden. US-Schauspielerin Pamela Anderson, die den 47-jährigen mehrfach in der Botschaft besucht hatte, schrieb: "Ich bin schockiert." Sie warf den Briten vor, sie bräuchten eine Ablenkung vom "idiotischen Brexit-Mist".

+++ 11.04.2019: Wikileaks-Gründer droht Haftstrafe von zwölf Jahren +++

Ein britisches Gericht hat Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag in London für schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Dafür droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Monaten.

+++ 11.04.2019: Julian Assange in London festgenommen: Auslieferung an die USA? +++

Konkret werde Assange beschuldigt, Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Justizministeriums zum US-Auslieferungsantrag an Großbritannien. Im Fall einer Verurteilung droht Assange eine maximale Haftstrafe von fünf Jahren.

Diese Anklage könnte den Weg für eine Auslieferung an die USA freimachen. Ecuadors Präsident Lenin Moreno hatte bei der Aufhebung des Asyls von Assange betont, die britische Regierung habe schriftlich zugesagt, Assange nicht an ein Land auszuliefern, in dem ihm Folter oder die Todesstrafe drohten. Großbritannien hat bestätigt, dass Wikileaks-Gründer Julian nicht an die USA ausgeliefert wird, wenn ihm dort die Todesstrafe droht. Das gelte "unter allen Umständen", und auch für Assange, sagte der Staatssekretär im britischen Außenministerium Alan Duncan dem Sender Sky News am Donnerstag.

Die Gefahr einer Auslieferung an die USA ist genau das, was Assange veranlasste, 2012 in die Botschaft zu flüchten und dort so lange auszuharren. Die Regierung Ecuadors Assange hob das diplomatische Asyl mit der Begründung auf, er habe gegen die Auflagen dafür verstoßen. Die britische Polizei teilte mit, der Botschafter habe sie für die Festnahme in die Botschaft eingeladen.

Seiten: 12
Nach Moschee-Massaker in ChristchurchFriedrich MerzSuperflareNeue Nachrichten auf der Startseite