30.03.2019, 18.04 Uhr

Nach Terrorverdacht und SEK-Einsatz: Polizei bestätigt - Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)

Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild) Bild: dpa

Für die bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg festgenommenen mutmaßlichen Islamisten ist die Freilassung angeordnet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte am Samstag entsprechende Medienberichte.

Einige Männer seien bereits wieder auf freiem Fuß, sagte ein Behördensprecher am Mittag. Bei den Durchsuchungen habe man "keinen Sprengstoff und keine Waffen" finden können. Dies sei der Verdacht gewesen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat liefen aber weiter.

Dass kein Haftbefehl beantragt werde, bedeute, dass kein dringender Tatverdacht bestehe, erklärte der Sprecher weiter. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte am Samstagvormittag zunächst von zehn Verdächtigen gesprochen. Am Mittag korrigierte der Sprecher diese Zahl auf elf.

Anti-Terror-Einsatz des SEK in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg

Bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatte die Polizei mutmaßliche Islamisten festgenommen. Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte ein Sprecher der federführenden Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag.

Es gab jedoch keine Hinweise auf konkrete Ziele oder eine konkrete Tat, betonte er. Die Polizei prüft demnach mögliche Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Wir vermuten, dass es eine Splittergruppe des IS oder Sympathisanten sind", sagte er weiter. Zuvor hatten die "Bild"-Zeitung und die "Rheinische Post" berichtet.

Irrfahrt eines 19-jährigen Mannes in Essen war Anlass für den Anti-Terror-Einsatz

Die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken in der Essener Innenstadt am Freitag war der Anlass für den Anti-Terror-Einsatz in zwei Bundesländern. "Da hatte man die Befürchtung, dass das vielleicht der Auftakt ist für mehrere Anschlagsszenarien", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag. Das habe sich aber nicht bestätigt. Zuvor berichtete "Focus online" davon. Zwischen beidem gebe es keinen Zusammenhang.

Der polizeibekannte 19-Jährige war am Freitagmorgen mit seinem Wagen mit "deutlich überhöhter Geschwindigkeit" durch eine Fußgängerzone der Essener Innenstadt gefahren. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Mann schließlich fest - sein Auto hatte er da schon geparkt. Ermittelt wird wegen versuchter Tötung.

"Das war der Grund, dass die Durchsuchungsaktion am gestrigen Tage angelaufen ist, um sicherzustellen, dass die Verdächtigen in unserem Tatkomplex nicht tatsächlich an dem Tag etwas umsetzen", sagte Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert. Es habe zwar nicht den Verdacht gegeben, "dass die eine Amokfahrt planen. Aber es gibt ja genügend Beispiel für terroristische Anschläge unter Verwendung eines Kraftfahrzeugs". In dem Moment sei nicht auszuschließen gewesen, dass die tadschikische Person in Essen Teil der Gruppierung gewesen sei.

Jetzt wurde bekannt, dass die Polizei im Fall des 19-Jährigen wegen versuchten Mordes ermittelt. Am Samstag erließ ein Richter Haftbefehl gegen ihn, wie die Polizei Essen mitteilte. "Das Motiv und die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen", hieß es. Weitere Einzelheiten zu dem Fall wurden zunächst nicht bekannt.

Wegen Terrorverdacht - Polizei nimmt mutmaßliche Islamisten fest

In Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg sowie im baden-württembergischen Ulm hatte es Razzien gegeben. Die Maßnahmen hätten am Freitagmorgen begonnen und bis Samstagmorgen gedauert. Es sei nach Sprengstoff und Waffen gesucht worden. Dabei kamen auch Spezialkräfte zum Einsatz. "Die Aktion war recht groß. Man muss gucken, ob das gefunden wurde, was gesucht wurde", so der Sprecher. Ob Haftbefehle gegen die zehn beantragt würden, sei noch unklar. Unter den zehn Festgenommenen sei ein Tadschike. Über die Nationalität der anderen Verdächtigen wurde zunächst nichts bekannt.

In Düsseldorf sei ein Mann am Freitagnachmittag auf offener Straße in der Nähe der Kunstakademie festgenommen worden, sagte Vollmert. Eine Festnahme habe es auch in Essen gegeben. Wo und wann die anderen festgenommen wurden, wurde zunächst nicht bekannt.

Federführend ist die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, bei der die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen (ZenTer NRW) angesiedelt ist. Die polizeilichen Maßnahmen wurden vom Staatsschutz der Kriminalpolizei Düsseldorf koordiniert.

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kad/news.de/dpa
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