09.01.2019, 18.02 Uhr

Angriff auf Frank Magnitz: Videoaufnahmen widersprechen AfD - die bleibt bei ihrer "Wahrheit"

Bremens AfD-Chef Frank Magnitz wurde bei einem Angriff offenbar schwer verletzt.

Bremens AfD-Chef Frank Magnitz wurde bei einem Angriff offenbar schwer verletzt. Bild: Michael Kappeler/dpa

Der Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Bremen, Frank Magnitz, ist von mehreren Personen angegriffen und schwer verletzt worden. Der Vorfall habe sich am frühen Montagabend im Bereich des Theaters am Goetheplatz ereignet, teilte die Polizei Bremen mit.

Frank Magnitz: AfD-Chef in Bremen schwer verletzt

Aufgrund der Funktion des Geschädigten sei von einer politischen Motivation der Tat auszugehen. Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen haben Ermittlungen aufgenommen. Zahlreiche Politiker äußerten sich erschüttert.

Frank Magnitz von Unbekannten angegriffen

Nach Angaben der Bremer AfD wurde Magnitz von drei Vermummten attackiert. Er liege nun mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zum Gesundheitszustand des Politikers oder zu Details zum Überfall. Die Ermittler suchen nun dringend Zeugen, die sich unter der Telefonnummer 0421 362-3888 melden können.

Politiker verurteilen Angriff auf AfD-Mann

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir twitterte am frühen Dienstagmorgen, er hoffe, dass der oder die Täter bald ermittelt und verurteilt werden. "Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt. Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen." Zahlreiche AfD-Politiker verurteilten den Angriff ebenfalls und wünschten Magnitz baldige Genesung.

AfD-Abgeordneter Magnitz bleibt nach Angriff im Krankenhaus

Der Bremer AfD-Abgeordnete Frank Magnitz rechnet nach einem gewalttätigen Angriff auf ihn mit einem mehrtägigen Krankenhaus-Aufenthalt. "Ich werde hier auch noch länger bleiben", sagte der Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass die Ärzte ihn noch bis zum Wochenende im Krankenhaus behalten.

Opfer hat keine Erinnerung an Überfall

An die Tat habe er nur wenig Erinnerung, sagte Magnitz. "Ich bin in Bremen halt bekannt", sagte Magnitz. Er selbst habe die Täter aber nicht gesehen und auch nicht gehört, ob sie noch etwas zu ihm gesagt hätten. Künftig werde er in Bremen besser auf sich aufpassen. "Ich werde auf jeden Fall vorsichtiger durch die Gegend gehen." In der Vergangenheit war die AfD im kleinsten Bundesland mehrmals das Ziel von Anschlägen, unter anderem wurden die Scheiben eines Parteibüros eingeschlagen und ein Auto demoliert.

Polizei bildet nach Angriff auf AfD-Politiker Sonderkommission

Die Bremer Polizei bildet nach dem Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz eine Sonderkommission. Auch das Bundeskriminalamt ermittelt. Mindestens drei Männer hätten den 66-Jährigen beim Theater am Goetheplatz angegriffen und ihm mit einem unbekannten Gegenstand gegen den Kopf geschlagen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Danach flohen die Täter. Eine Fahndung blieb erfolglos. Zwei Handwerker entdeckten am frühen Montagabend den am Boden liegenden Magnitz und riefen einen Rettungswagen. Die Polizei sperrte den Tatort ab und sicherte erste Spuren.

Reaktionen aus der Bundespolitik auf den Anschlag

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte bestürzt auf die Attacke. In einen Brief an den Verletzten schrieb er: "Jede Form der Gewalt gegen Mandatsträger ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Dem müssen wir uns geeint und entschlossen entgegenstellen." Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) betonte: "Gewalt kann und darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein."

Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb bei Twitter, wer ein solches Verbrechen verübe, müsse "konsequent bestraft werden". Linke-Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch erklärte, es gebe "keine Rechtfertigung für ein solches Verbrechen".

Der Angriff auf Magnitz beziehungsweise die AfD ist 2019 kein Einzelfall mehr

Es war bereits der dritte Angriff auf Politiker oder Büros der AfD in diesem erst kurzen Jahr. Vorigen Donnerstag kam es vor dem AfD-Büro im sächsischen Döbeln zu einer Explosion. Eine Tür und eine Fensterscheibe wurden stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Dann beschmierten Unbekannte vergangene Woche im niedersächsischen Meppen das Wohnhaus eines AfD-Kreistagsabgeordneten mit roter Farbe und verwüsteten den Garten. Auch dort geht die Polizei von einer politisch motivierten Tat aus. Mitte Dezember war das AfD-Büro in Borna in Sachsen beschädigt worden.

Videoaufnahmen von Angriff auf AfD-Politiker ausgewertet

Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Landeschef Frank Magnitz ermitteln die Behörden jetzt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Aufnahmen aus Überwachungskameras im Umfeld des Tatorts zeigten zwei Personen, die sich dem 66-Jährigen von hinten näherten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Eine dritte Person sei versetzt dahinter gelaufen. Einer der Unbekannten habe das Opfer von hinten geschlagen, woraufhin der Mann gestürzt sei. Der AfD-Bundestagsabgeordnete erlitt demnach eine stark blutende Kopfverletzung. Anschließend sei das Trio geflüchtet. "Wir konnten auf dem Videomaterial keinen Einsatz eines Schlaggegenstandes feststellen", sagte eine Polizeisprecherin.

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