30.10.2018, 10.57 Uhr

Nach Bekanntgabe ihres Rücktritts: Gab es eine Verschwörung gegen Angela Merkel?

Planten Verschwörer Angela Merkels Sturz?

Planten Verschwörer Angela Merkels Sturz? Bild: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa

"Ein kleiner Kreis von Verschwörern aus der CDU-Spitze" soll sich seit Wochen auf den Abend der Landtagswahl vorbereitet haben. Das berichtet "Bild". Als Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen und Spitzenkandidat der hessischen CDU, Sonntagabend das schlechte Abschneiden der CDU als "Weckruf" bezeichnet hatte, der "natürlich auch für unsere Parteivorsitzende" gelte, sei der "Startschuss für die Operation" gefallen, wie es "Bild" formuliert.

Gab es eine Verschwörung gegen Merkel?

Demnach habe sich eine kleine Gruppe von Verschwörern auf eine mögliche Wahlniederlage vorbereitet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der selbst als Nachfolger Merkels gehandelt wird, sei die ganze Zeit über eingeweiht gewesen, so das Blatt. Ziel der fünfköpfigen Gruppe aus CDU-Vorständen sei es gewesen, eine erneute Kandidatur Merkels für den Parteivorsitz um jeden Preis zu verhindern.

"Wenn sie (Merkel) es nicht selbst erkennt, wird es am Montag nach der Wahl ein Gespräch mit ihr geben", zitiert "Bild" einen nicht näher benannten CDU-Parteivorstand aus der Gruppe der Verschwörer. Die Gruppe habe unter anderem die Nähe zu Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet gesucht. Dieser halte einen Wechsel im Parteivorstand ebenfalls für unumgänglich, scheut aber noch, sich offen gegen die Kanzlerin zu stellen.

Applaus für Merkels Rücktritt

Namen der angeblichen Verschwörer nennt die "Bild" nicht. Ganz offensichtlich war es aber überhaupt nicht nötig, sich gegen Merkel zu verschwören. Denn im Gegensatz zum CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer, der die immer häufiger und lauter werdenden Rufe nach seinem Rücktritt stur überhört, weiß die Bundeskanzlerin offenbar, wann es Zeit ist, zu gehen.

Sie habe sich "immer gewünscht ihre staatspolitischen Ämter in Würde zu tragen und sie auch in Würde zu verlassen", so Merkel auf der CDU-Präsidiumssitzung. Sie sei zu der Überzeugung gelangt, dass es an der Zeit sei, "ein neues Kapitel aufzuschlagen", erklärte Merkel am Montag im Adenauer-Haus. Ihre Ankündigung, "nicht wieder für das Amt der Vorsitzenden der CDU Deutschlands zu kandidieren", brachten ihr ausgiebigen Applaus ein.

Angela Merkels politische Karriere ist am Ende

Auch als Bundeskanzlerin wolle sie nicht mehr kandidieren. Diese vierte Amtszeit werde ihre "letzte als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland" sein, so Merkel. Eine Kandidatur für den Deutschen Bundestag oder das Streben nach anderen politischen Ämtern, schloss sie ebenfalls aus. Angela Merkel plant also, sich vollständig aus der aktiven Politik zurückzuziehen. Diese Entscheidung habe bereits vor der Sommerpause festgestanden, sagte Merkel später.

Sofort beginnen die Spekulationen um Merkels Nachfolge. Da Angela Merkel ja selbst stets betont hatte, dass "Kanzleramt und Parteivorsitz in einer Hand sein sollten", geht es in den Spekulationen nicht nur darum, wer Merkels Nachfolger als Parteivorsitzender wird, sondern auch darum, wer der neue Kanzlerkandidat der CDU bei der Bundestagswahl 2021 werden wird.

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soj/sba/news.de
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