22.10.2018, 12.17 Uhr

Landtagswahl Hessen 2018: Umfrage-Schock für CDU! Merkel warnt vor Ende als Volkspartei

Die CDU muss bei der kommenden Hessenwahl mit herben Verlusten rechnen.

Die CDU muss bei der kommenden Hessenwahl mit herben Verlusten rechnen. Bild: picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

Union und SPD im rapiden Sinkflug: Eine Woche vor der zur Schicksalsfrage erklärten Wahl in Hessen schmeißen sich die Partei-Chefinnen in die Bresche - es geht auch um ihre Zukunft.

Merkel warnt vor "linken Experimenten"

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht angesichts der sinkenden Umfragewerte den Status der CDUals Volkspartei in Gefahr. Wenn man sich weiterhin so intensiv damit beschäftige, was 2015 in der Flüchtlingspolitik vielleicht hätte anders laufen müssen, "dann werden wir den Charakter einer Volkspartei verlieren", warnte die Parteivorsitzende am Samstag beim Landesparteitag der Thüringer CDU. Vor der Landtagswahl in Hessen am kommenden Sonntag warnte die Kanzlerin vor "linken Experimenten".

CDU und SPD müssen bei der Hessen-Wahl herbe Verluste befürchten. In Umfragen liegt die CDU dort nur noch bei 26 Prozent, die Grünen kommen auf 20 bis 22 Prozent, die SPD auf 20 bis 21 Prozent. FDP und Linke erreichen demnach je rund 8 Prozent. Die AfD käme auf 12 Prozent der Stimmen. Grüne, SPD und Linke könnten möglicherweise eine Mehrheit erzielen.

Auch Bouffier warnt vor linker Regierung in Hessen

Wie Merkel warnte auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier vor einer solchen Konstellation im Landtag: "Wer jetzt der CDU die Stimme verweigert, der wacht mit einer linken Mehrheit auf", sagte er nach einer Sitzung des CDU-Bundesvorstands am Sonntag in Berlin. "Das letzte, was wir in Hessen gebrauchen können, wäre eine linke Regierung. Das wäre für dieses wirtschaftsstarke Land eine Katastrophe."

In dieselbe Kerbe schlug CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer: Es bestehe "eine ganz reelle Gefahr", dass es eine linke Regierung geben werde. Bouffier gilt als ein Vertrauter Merkels, die bei einem Machtverlust in Hessen unter erheblichen Druck geraten könnte.

SPD und CSU: Neuer Tiefstand bei Umfragewerten

Bundesweit kommen Union und SPD zusammen nur noch auf etwa 40 Prozent. Das zeigt sich auch im neuen "Sonntagstrend" von Emnid für die "Bild am Sonntag". Die CDU/CSU liegt dort bei 25 Prozent (minus 1), die SPD bei 15 (minus 2) - beides sind Allzeit-Tiefstände. Hauptgewinner sind die Grünen mit nun 19 Prozent (plus 2).

Ein Wahlbeben in Hessen - womöglich mit einem Ministerpräsidenten der Grünen - könnte auch eine erneute Kandidatur Merkels für den CDU-Vorsitz beim Parteitag im Dezember in Frage stellen. Merkel hat betont, dass Parteivorsitz und Kanzlerschaft in eine Hand gehören, da sonst die Macht zerbröseln kann. Gerade für die SPD gibt es bei bundesweiten Umfragen von 14 Prozent kaum Alternativen, bei einer Neuwahl könnte sie hinter Grünen und AfD nur auf Platz vier landen.

Merkel mahnt zu Optimismus

"Seit einem Jahr beschäftigen wir uns viel zu sehr damit, ob wir beleidigt sein sollen oder nicht", sagte Merkel mit Blick auf die innerparteilichen Querelen zwischen CDU und CSU nach dem schlechten Bundestagswahlergebnis 2017 (32,9 Prozent). "Solche Menschen wählt man nicht. Wir sollten optimistisch in die Zukunft blicken."

Die angeschlagene SPD-Vorsitzende Nahles rief ihre Partei zum Kämpfen auf. "Ich bin entschlossen, den Rücken gerade zu machen, die Ärmel hochzukrempeln, zu kämpfen", sagte sie am Samstag bei einem Europa-Parteitag der rheinland-pfälzischen SPD. 

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soj/rut/news.de/dpa
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