11.10.2018, 18.36 Uhr

Mounir al-Motassadeq: 9/11-Terror-Helfer kann wegen Behörden-Panne nicht abgeschoben werden

Der 9/11-Terrorist Mounir al-Motassadeq kann vorerst nicht abgeschoben werden.

Der 9/11-Terrorist Mounir al-Motassadeq kann vorerst nicht abgeschoben werden. Bild: Hubert Michael Bösl / picture-alliance / dpa

Mounir al-Motassadeq half dabei, Tausende unschuldiger Menschen zu töten! Aber der 9/11-Terrorist kann vorerst trotzdem nicht abgeschoben werden.

Kommt Al-Qaida-Terrorist Mounir al-Motassadeq frei?

Mounir al-Motassadeq ist der weltweit erste verurteilte 9/11-Terrorist. Der Marrokaner sitzt wegen Mordes in über 3.000 Fällen sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung seit 15 Jahren in der der JVA Fuhlsbüttel in Hamburg-Ohlsdorf ein.

2014 war eine vorzeitige Haftentlassung abgelehnt worden. Begründung: Mounir al-Motassadeq, der 9/11-Terrorist und Al-Qaida-Terrorhelfer sei noch immer zu gefährlich, um auf freien Fuß gesetzt zu werden. Nun hat er seine Strafe abgesessen...

Marokko behindert Abschiebung des 9/11-Terroristen

Deshalb sollte Mounir al-Motassadeq eigentlich kommenden Montag entlassen und direkt im Anschluss nach Marokko abgeschoben werden. Sollte. Eigentlich. Denn die Realität sieht anders aus. Aus der Abschiebung des verurteilten Marrokaners wird erst einmal nichts.

Obwohl Marokko eingewilligt hatte, seinen Landsmann zurückzunehmen, hat das Land noch immer keine Ersatzpapiere für Mounir al-Motassadeq ausgestellt. Warum sich das nordafrikanische Land jetzt plötzlich querstellt, ist nicht bekannt. Eine Erklärung, weshalb Mounir al-Motassadeq noch immer keine Ersatzpapiere ausgestellt wurden, gab Marokko nicht ab.

Terrorist soll im Linienflugzeug nach Marokko

Außerdem besteht Marokko darauf, dass der 9/11-Terrorist mit einem Linienflugzeug nach Marrakesch gebracht wird. Deutschland hatte einen Charterflug geplant. Der 9/11-Terrorist könnte also in einem Linienflugzeug gemeinsam neben ganz normalen Zivilisten sitzen! Und das, nachdem er maßgeblich an der Entführung zweier Linienflugzeuge beteiligt war.

Versuche des Bundesinnenministeriums, zu vermitteln, blieben bislang erfolglos. Nach dieser Abschiebe-Panne sucht die Hamburger Ausländerbehörde nach einem Ausweichtermin. Doch das gestaltet sich schwierig, da nicht bekannt ist, wann Marokko dem Terroristen endlich Ersatzdokumente ausstellt.

Mounir al-Motassadeq half, über 3.000 Menschen zu ermorden

Der 44-Jährige war Mitglied der sogenannten "Hamburger Terrorzelle", einer Vereinigung radikaler Islamisten um Mohamed Atta. Die Terrorzelle hatte von Hamburg aus die Terroranschläge vom 11. September 2001 geplant.

Mounir al-Motassadeq half Mohamad Atta nicht nur dabei, 3.000 Menschen zu töten und zahllose weitere zu verletzen. Er unterzeichnete sogar das Testament des Terroristenführers Atta. Mohamed Atta steuerte eines der beiden entführten Linienflugzeuge am 11. September 2001 in das World Trade Center in New York.

Droht uns ein Terroranschlag?

Doch auch, wenn der 9/11-Terrorist seine Strafe abgesessen hat und vorerst nicht abgeschoben wird, müssen wir uns kaum vor einem Terroranschlag fürchten. Da der verurteilte Al-Qaida-Unterstützer nach wie vor als gefährlich gilt, ist nicht davon auszugehen, dass Mounir al-Motassadeq tatsächlich auf freien Fuß kommt.

Stattdessen wird sich die Ausländerbehörde Hamburg nach der Abschiebe-Panne um eine sichere Verwahrung des Terroristen kümmern müssen.

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soj/kns/news.de
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