03.10.2018, 14.54 Uhr

Donald Trump: Miese Steuertricks! Sein Image als Selfmade-Milliardär bröckelt

Basiert Trumps Vermögen auf Steuertricks seiner Familie? Ein Bericht der

Basiert Trumps Vermögen auf Steuertricks seiner Familie? Ein Bericht der "New York Times" legt dies nahe. Bild: Evan Vucci / AP / dpa

US-Präsident Donald Trump hat nach Recherchen der "New York Times" im Laufe seines Lebens Hunderte Millionen Dollar aus dem Immobilienimperium seines Vaters Fred Trump erhalten. Ein Großteil dieser Vermögenswerte sei mit Hilfe von Steuertricks übertragen worden, mit denen die Trump-Familie in den 1990er Jahren riesige Summen am Fiskus vorbeigeschleust habe, berichtete das Blatt in mehreren Investigativgeschichten am Dienstag (Ortszeit).

Hat die Familie Trump im großen Stil Geld am Fiskus vorbeigeschleust?

So hätten Donald Trump und seine Geschwister etwa eine Scheinfirma gegründet, um Schenkungen ihrer Eltern zu verschleiern. Trump habe zudem geholfen, Immobilien seiner Eltern geringer zu bewerten, um Steuern bei deren Übertragung an ihn und seine Geschwister zu sparen. So sei ein regelrechtes Muster an Täuschungen, Manipulationen und Verschleierungen entstanden, das weit über übliche Steuerschlupflöcher hinausgehe.

Bericht der "New York Times" lässt Trumps Legende vom Selfmademan bröckeln

Die Recherchen der "New York Times" basieren demnach auf Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern Fred Trumps sowie zahlreichen Steuererklärungen und Finanzpapieren aus dem Umfeld der Familie. Sie werfen nicht nur ein schlechtes Licht auf die Steuerzahlungsmoral des US-Präsidenten, sie widersprechen auch Trumps im Wahlkampf oft wiederholter Angabe, ein Selfmademan zu sein und sein Vermögen im Wesentlichen selbst erwirtschaftet zu haben.

Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert die "Bild" anhand des Berichtes der "New York Times": So behauptete Trump beständig, dass ihm sein Vater ausschließlich mit einem Kredit von einer Million Dollar auf die Beine geholfen habe. Diese habe er mit Zinsen zurückgezahlt, wie er während seines Wahlkampfes immer wieder prahlte. Doch die Realität sieht wohl ein klein wenig anders aus: Schon als Drei-Jähriger habe Trump ein 200.000 Dollar Jahresgehalt vom väterlichen Imperium bezogen. Mit acht Jahren sei er Millionär gewesen. Mit 17 erhält Donald ein Gebäude mit 52 Wohnungen von Daddy. Nach dem College-Abschluss schiebt Fred ihm jedes Jahr eine Million Dollar zu. Als Trump in seinen 40ern und 50ern ist, sind es gar fünf Millionen im Jahr. Trumps Vater suchte demnach unermüdlich nach Wegen, sein Vermögen auf seine Kinder zu übertragen.

Insgesamt hätten die Eltern ein Vermögen von weit über einer Milliarde Dollar auf ihre Kinder übertragen, das beim damals gültigen Steuersatz von 55 Prozent auf Geschenke und Erbschaften mindestens 550 Millionen Dollar an Steuern gekostet hätte. Durch Steuertricks und Steuerhinterziehungen hätten die Trumps jedoch nur 52,2 Millionen Dollar gezahlt, also etwa fünf Prozent, so der Bericht.

Mit Blick auf den von Trump gepflegten Selfmademan-Mythos spricht die "New York Times" in einem Kommentar von Täuschung: Die Geschichte von harter Arbeit und Ehrgeiz sei "eine Version der Realität, die so aufwendig verschönert wurde, dass sie eher als Fan-Fiktion, denn als Biografie" gelte. Trump weigert sich bisher, seine Steuererklärung offen zu legen - anders als es US-Präsidenten seit Jahrzehnten traditionell machen.

Sind die Gerüchte um Steuerhinterziehung im großen Stil nur "Fake News"

Donald Trumps Anwalt Charles Harder wies die Anschuldigung zurück. "Die Vorwürfe wegen Betrugs und Steuerhinterziehung der New York Times sind zu 100 Prozent falsch und in höchstem Maße verleumderisch", schrieb Harder auf eine Anfrage der Zeitung. "Präsident Trump hatte praktisch keine Verbindung zu diesen Angelegenheiten." Trump habe diese Aufgabe an Verwandte und Steuerfachleute delegiert.

Auch das Weiße Haus reagierte verärgert und stellte die Glaubwürdigkeit des Blattes infrage. Trump-Sprecherin Sarah Sanders erklärte, die US-Steuerbehörde habe die Transaktionen bereits vor Jahrzehnten abgesegnet. "Die Glaubwürdigkeit der New York Times und anderer Medien in der US-Bevölkerung befindet sich auf einem historischen Tief, weil sie beständig damit beschäftigt sind, den Präsidenten und seine Familie anzugreifen, statt über das Weltgeschehen zu berichten." Eine Entschuldigung sei wohl angemessen.

Enthüllungsgeschichte mit Folgen: Steuerbehörden überprüfen "Selfmade-Milliardär" Donald Trump

Die New Yorker Steuerbehörden haben nach den "New York Times"-Enthüllungen Untersuchungen gegen US-Präsident Donald Trump eingeleitet. "Die Steuerabteilung überprüft die Behauptungen im Artikel der "New York Times" und verfolgt entschlossen alle geeigneten Wege der Untersuchung", sagte James Gazzale, Sprecher des Steuer- und Finanzministeriums, laut dem Finanzdienst Bloomberg.

Trump äußerte sich am Mittwoch verärgert auf Twitter: Die "New York Times" versuche einen "alten, langweiligen und oft erzählten Treffer zu landen. Zusammengefasst bedeutet das, dass 97 Prozent ihrer Geschichten über mich schlecht sind."

 

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pap/news.de/dpa
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