24.09.2018, 09.16 Uhr

Brett Kavanaugh: Kippt Kavanaughs Richter-Nominierung?

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Brett Kavanaugh gerät Donald Trump unter Druck.

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Brett Kavanaugh gerät Donald Trump unter Druck. Bild: Richard Drew/dpa

Die Vorwürfe gegen den Richterkandidaten sind Gegenstand einer heftigen parteipolitischen Auseinandersetzung. Die Demokraten haben große Vorbehalte gegen den erzkonservativen Richter und sehen eine Chance, Kavanaughs Bestätigung hinauszuzögern, bis sich nach der Zwischenwahl am 6. November möglicherweise die Mehrheitsverhältnisse im Senat ändern und Kavanaugh verhindert werden könnte. Die Besetzung des Richterpostens ist in den USA ein großes Politikum. Die Nachbesetzung mit Kavanaugh könnte dem obersten Gericht der USA auf viele Jahre ein konservatives Übergewicht geben.

Als Reaktion auf Ramirez' Vorwürfe forderten die Demokraten, den weiteren Prozess zur Berufung Kavanaughs zu unterbrechen und die Angaben der Frau von der Bundespolizei FBI untersuchen zu lassen.

Stormy-Daniels-Anwalt berichtet von weiterem Opfer

Doch es kommen noch weitere Anschuldigungen hinzu. Der Anwalt der Porno-Darstellerin Stormy Daniels, Michael Avenatti, twitterte in der Nacht zu Montag, er vertrete eine weitere Frau, die "glaubwürdige Informationen" gegen Kavanaugh und dessen Schulfreund Mark Judge habe. Es gehe dabei um Hauspartys Anfang der 80er Jahre, bei denen Kavanaugh, Judge und andere daran beteiligt gewesen seien, Frauen mit Alkohol abzufüllen oder unter Drogen zu setzen, damit diese Frauen dann von mehreren Männern hintereinander missbraucht werden konnten.

Avenatti vertritt die Porno-Darstellerin Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt und die behauptet, 2006 mit Donald Trump Sex gehabt zu haben. Clifford liefert sich - vertreten durch Avenatti - heftige juristische Kämpfe mit dem Präsidenten in dieser Frage. Trump bestreitet die Affäre.

Auch Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump

Der US-Präsident war in der Vergangenheit selbst mit Vorwürfen konfrontiert, er habe mehrere Frauen sexuell belästigt. Trump wies das stets zurück. In der Debatte um Kavanaugh löste er zuletzt einen Proteststurm aus, weil er die Glaubwürdigkeit von Ford öffentlich in Frage gestellt hatte. Für Trump ist Kavanaughs Berufung enorm wichtig. Er hat die Supreme-Court-Besetzung bei seinen Anhängern als großen Erfolg verkauft und muss nun liefern - mit Blick auf die anstehende Zwischenwahl zum US-Kongress Anfang November.

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jat/news.de/dpa
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