21.09.2018, 15.24 Uhr

Deutschlandtrend September 2018: AfD überholt SPD in Umfrage - Ist Merkel endgültig am Boden?

Nicht immer einer Meinung: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) beim CDU Parteitag.

Nicht immer einer Meinung: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) beim CDU Parteitag. Bild: dpa/picture alliance

Von news.de-Volontärin Jessica Sobanski

Die Alternative für Deutschland (AfD) könnte schon bald zweitstärkste Kraft im Bundestag werden und als Koalitionspartner auch Regierungsverantwortung übernehmen. Sie zog in einer aktuellen Umfrage an der SPD vorbei, die ihren Sturzflug fortsetzt. Auch die CDU musste Federn lassen und fuhr mit gerade einmal 28 Prozent das schlechteste Ergebnis seit Einführung des Deutschlandtrends 1997.

Die Ergebnisse der regelmäßig von infratest durchgeführten Wählerbefragungen, wie die sogenannte Sonntagsfrage ("Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?") zeigen einmal mehr, wie angespannt die politische Lage in Deutschland ist.

Wird Gauland unser neuer Bundeskanzler?

Viele Wähler scheinen unzufrieden mit der Arbeit der Regierungsparteien. Vor allem die Flüchtlingspolitik scheidet Politiker und Wähler gleichermaßen. Sehr zur Freude der AfD, die wieder deutlich an Stimmen gewinnen konnte und damit ihren Siegeszug fortsetzt. Die Partei würde 18 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Damit könnte die erst 2013 gegründete Partei bald als zweitstärkste Kraft im Bundestag vertreten sein und (zumindest theoretisch) in einer Koalition mit der Union auch Regierungsverantwortung übernehmen.

Dann könnte sie sogar den Bundeskanzler stellen, vorausgesetzt natürlich er würde auch vom Koalitionspartner akzeptiert. Eine Große Koalition hingegen ist laut den Ergebnissen der Sonntagsfrage aktuell nicht möglich, da SPD (17 Prozent) und CDU/CSU (28 Prozent) nicht über die erforderliche Mehrheit verfügen.

Klatsche für Merkels Regierung

Auch nach der Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung wurde gefragt. Auch hier sprechen die Ergebnisse eine deutliche Sprache: 70 Prozent aller Wähler sind unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung, bei AfD-Anhängern sind es gar 96 Prozent. Gerade die Flüchtlingspolitik sorgt für Unmut. Auch hier sind 70 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die Integration von Flüchtlingen nicht gut gelungen sei. Vor allem die Ostdeutschen fühlen sich zudem mit ihren diesbezüglichen Sorgen nicht ernst genommen. Ein Drittel ist in Ostdeutschland dieser Ansicht, im Westen ist es nicht einmal die Hälfte.

Auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) erteilten die Wähler eine deutliche Absage. Knapp zwei Drittel der Wahlberechtigtem hält den CSU-Politiker nicht für geeignet, das Innenministerium zu führen. Nicht einmal die eigenen Parteianhänger halten ihn für eine gute Besetzung. Lediglich unter AfD-Anhängern genießt er großes Ansehen. Über 60 Prozent sind der Ansicht, der ehemalige bayerische Ministerpräsident sei gut geeignet für seinen aktuellen Posten.

Ein Fünftel aller Sachsen für AfD

Besonders in den neuen Bundesländern legt die AfD deutlich zu. Ein Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen würden laut einer Umfrage von Infratest 25 Prozent aller Wahlberechtigten die AfD wählen. Damit würde die erst 2013 gegründete Partei ihr Wahlergebnis mehr als verdoppeln. Die AfD hat als einzige Partei seit der letzten Umfrage Anfang September Stimmen hinzugewonnen. Alle anderen Parteien hingegen verloren an Stimmen, ausgenommen die Linke, die ihre Umfragewerte von 10 Prozent beibehielt.

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