06.08.2018, 15.05 Uhr

Abschiebung in Deutschland: Behördenpanne! Asylbewerber unrechtmäßig abgeschoben

Xinjiang gilt als Unruheregion in China. Dort kommen bei Protesten immer wieder Uiguren ums Leben.

Xinjiang gilt als Unruheregion in China. Dort kommen bei Protesten immer wieder Uiguren ums Leben. Bild: picture alliance/Diego Azubel/EPA/dpa

Nachdem die umstrittenen Ankerzentren in Bayern gegen große Kritik in Betrieb genommen wurden, ist jetzt bekannt dass die Behörden einen uigurischen Asylbewerber wegen einer bürokratischen Panne trotz laufenden Verfahrens nach China abgeschoben haben.

Behördenpanne bei Asylverfahren in Bayern

Der 23-Jährige wurde am 3. April in ein Flugzeug nach Peking gesetzt, obwohl über seinen Asylfolgeantrag noch nichtentschieden war. Das geht aus der Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Margarete Bause hervor. Demnach ging bei der zuständigen Ausländerbehörde in München "keine Mitteilung des Bundesamts" für Migration und Flüchtlinge über den Folgeantrag ein, heißt es in Herrmanns Brief, über den zuerst der Bayerische Rundfunk berichtete.

Asylbewerber schwebt in China in Lebensgefahr

Bause kritisierte den Fall als "skandalösen Fall von Behördenversagen". Das Auswärtige Amt müsse den Mann finden und zurückzuholen. "Es geht um Leben und Tod", sagte Bause. Nach Recherchen des britischen "Economist" könnten in Xinjiang seit 2016 bis zu eine halbe Million der ethnischen Minderheit der Uiguren in Arbeits- und Umerziehungslagern verschwunden sein.

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" geht von massiven Menschenrechtsverletzungen aus. Der erste Asylantrag des 23-Jährigen war 2016 abgelehnt worden, weil er nach Einschätzung des Bundesamts legal mit einem gültigen Reisepass aus China ausgereist war und damit mutmaßlich nicht verfolgt wurde.

Zuvor Pannen bei Abschiebung von Flüchtling aus Afghanistan

Erst vor Kurzem hatte der Fall eines Afghanen für Aufsehen gesorgt, der Anfang Juli mit einem Charterflug aus München in sein Heimatland abgeschoben worden war. Zwei Wochen später wurde bekannt, dass der 20-Jährige wegen eines laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald zu diesem Zeitpunkt nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen.

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scs/bua/news.de/dpa
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