06.08.2018, 12.46 Uhr

Verkürzte Arbeitszeit: Bundesregierung gibt Beamten Hitzefrei

Im Berliner Regierungsviertel gibt's jetzt hitzefrei.

Im Berliner Regierungsviertel gibt's jetzt hitzefrei. Bild: dpa

In Deutschland gibt es kein Recht auf Hitzefrei. Jedoch können Arbeitnehmer ab einer Raumtemperatur von mehr als 35 Grad darauf hoffen. Das Arbeitsrecht sieht aber zunächst Maßnahmen des Arbeitgebers vor, die Büros und Co. abkühlen.

Bundesregierung gibt Hitzefrei

Anders in den Bundesministerien. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, hat das Auswärtige Amt seinen Diplomaten das erste Mal seit 148 Jahren Hitzefrei gewährt. "Angesichts der hohen Temperaturen werden die Regeln für die Anwesenheitszeiten im Auswärtigen Amt dieser Tage großzügig ausgelegt", zitiert das Blatt einen Sprecher. Normalerweise liege die Kernarbeitszeit zwischen 9 und 15 Uhr. Nun dürfen die Beamten auch während dieser Zeit nach Hause. Einzige Voraussetzung: Die Aufgaben müssen erledigt werden.

Beamte müssen versäumte Stunden nachholen

In anderen Ministerien sieht es ebenfalls ähnlich aus. Wer im Gesundheitsministerium nichts mehr zu tun hat, kann bei der Hitze früher gehen. Im Justizministerium dürfen Beamte 45 Minuten eher kommen und 60 eher gehen. Allerdings müssen versäumte Stunden nachgeholt werden, heißt es weiter. Wenn der Chef im Verkehrsministerium sein Okay gibt, dürfen die Beamten auch dort früher nach Hause. Im Umweltministerium wurde die Kernarbeitszeit um zwei Stunden gekürzt.

Anders sieht es im Arbeitsministerium aus. Dort gab es für die Mitarbeiter lediglich "Hinweise zum gesundheitsverträglichen Arbeiten bei heißem Wetter", schreibt die "Bild"-Zeitung. Die Vorgesetzten empfehlen "leichte Speisen" und lassen auf Wunsch Ventilatoren aufstellen. Das Bildungsministerium heizt sich gar nicht erst soweit auf. Durch Klimadecken und Beschattungsanlagen steigt die Innenraumtemperatur nicht über 24 Grad. Im Bundeskanzleramt müssen die Mitarbeiter stark sein. Dort wird am frühen Morgen gelüftet. Ansonsten gibt es Abkühlung durch Trinkwasserspender.

Polizei lockert Kleiderordnung wegen Hitze

Auch Polizisten müssen bei der Hitze weniger schwitzen. Schleswig-Holsteins Ordnungshüter müssen derzeit keine Dienstmützen tragen. "Die Einhaltung der Bekleidungsvorschrift ist wichtig, muss aber bei solchen Witterungsbedingungen selbstverständlich gelockert werden", sagte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts (CDU). "Entscheidend ist doch, dass unsere Polizeikräfte mit einem kühlen Kopf ihren Dienst verrichten. Wie das bei dieser Hitze möglich ist, wissen sie selbst am besten."

Hitze im Büro

Er freue sich über die "schnelle und unbürokratische Klarstellung" der Landespolizei. Wie die "Kieler Nachrichten" berichten, hat Landespolizeidirektor Joachim Gutt den Beamten per Rundschreiben freigestellt, ob sie die Kopfbedeckung tragen oder nicht. Die Polizisten sollten dabei dem Schreiben nach "in Abwägung zum jeweiligen Einsatzzweck (Eigensicherung, Amtsautorität)" entscheiden.

Zuvor hatte es Kritik an den Mützen gegeben: Ihr Kunstlederbezug heize sich bei dem Wetter stark auf. Die Polizei stellt ihren Beschäftigten zudem landesweit gekühltes Wasser zur Verfügung und ermöglicht vorübergehend flexiblere Arbeitszeiten.

Die Hitzewelle wirkt sich auch auf die Arbeitsbedingungen der Berliner Polizei aus. Vergangene Woche twitterten die Beamten ein Foto, auf dem ein gebratenes Spiegelei mit Speck und gebräuntem Toast auf der Motorhaube eines Einsatzfahrzeugs zu sehen ist. Darunter schrieben sie: "Dinge, die wir nur im #Sommer machen können..."

Allen anderen bleibt nur die Möglichkeit, sich anderweitig Abkühlung zu verschaffen.

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bua/kns/news.de/dpa
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