18.07.2018, 08.23 Uhr

Einmischung Russlands in US-Wahl?: Trump will sich bei Putin-Desaster "versprochen" haben

Donald Trump hofft auf einen guten Draht zu Wladimir Putin.

Donald Trump hofft auf einen guten Draht zu Wladimir Putin. Bild: dpa

US-Präsident Donald Trump ist dem Vorwurf entgegengetreten, er hege zu große Sympathien für Russland. "Ich bin nicht pro-russisch, ich bin für niemanden", sagte Trump in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. "Ich möchte nur, dass das Land (die USA) sicher ist." Die USA und Russland kontrollierten 90 Prozent aller Atomwaffen. Mit Russland auszukommen, sei deshalb eine gute Sache und keine schlechte.

Auf die Frage, ob er Russland als größten Widersacher der USA sehe, sagte Trump: "Ich würde nicht einmal das Wort Widersacher benutzen. Wir können alle zusammenarbeiten." Es könne allen gut gehen und alle könnten in Frieden leben.

Trump erklärt: Er hat sich versprochen

Trump steht wegen seiner Äußerungen während einer Pressekonferenz mit Kremlchef Wladimir Putin am Montag in Helsinki in der Kritik. Angesichts der massiven parteiübergreifenden Vorwürfe und eines verheerenden Presseechos sah sich der Präsident am Dienstag zu einer öffentlichen Klarstellung gezwungen. "Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden hat", sagte Trump. In Helsinki hatte Trump Putins Dementi einer Einmischung noch als "extrem stark und kraftvoll" bezeichnet.

Trump stellte den ganzen Streit als großes Missverständnis dar. Er habe bei einer Durchsicht einer Abschrift seiner Aussagen gemerkt, dass er sich versprochen habe. Trump hatte zu Vorwürfen, dass Russland sich in die Präsidentenwahl 2016 eingemischt habe, geantwortet: "Ich sehe keinen Grund" warum es (Russland) wäre." Dies legte den Schluss nahe, dass Trump auf einer Linie mit Putin liegt, der eine Einmischung vehement bestreitet, und seinen eigenen Geheimdiensten öffentlich in den Rücken fällt. Trump stellte dann am Dienstag klar, dass der Satz richtig lauten müsse: "Ich sehe keinen Grund, warum es nicht Russland wäre."

Hat Putin Trump über den Tisch gezogen?

Trump trat am Dienstag auch dem Eindruck entgegen, er sei in Helsinki von Putin über den Tisch gezogen worden. Dieses Bild zeichneten Politiker und Kommentatoren nach Trumps Pressekonferenz. Er sei bei dem Treffen mit Putin in einer Position der Stärke gewesen, sagte Trump. Er fügte hinzu: "Es war ein sehr, sehr gutes Treffen". In der Nacht zum Mittwoch twitterte Trump: "Das Treffen zwischen Präsident Putin und mir war ein großer Erfolg, außer bei den Fake-News-Medien." Mit diesem Begriff meint Trump pauschal alle Medien, die ihm kritisch gegenüber eingestellt sind.

Auch nach Trumps Klarstellung kehrt keine Ruhe ein. Der Präsident attackierte in dem Fox-Interviews einen seiner schärfsten Kritiker, den früheren Direktor des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan. Dieser hatte Trumps Auftritt in Helsinki am Montag als «verräterisch» bezeichnet. "Ich glaube, er ist ein sehr schlechter Mensch", sagte Trump.

Merkel bekommt ihr Fett weg

Deutschland-Schelte gehört inzwischen zum Standard-Repertoir von Trump. In dem Fox-Interview sagte er, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe großen politischen Schaden infolge ihrer Flüchtlingspolitik erlitten. "Angela war ein Superstar, bis sie Millionen Menschen erlaubt hat, nach Deutschland zu kommen. Sie war in allen Wahlen unschlagbar." Ihre Migrationspolitik habe das geändert. "Zuwanderung hat ihr sehr schwer geschadet." Trump nannte die Einwanderungspolitik in Europa ein Desaster.

Trump ging in dem Fox-Interview auch die oppositionelle demokratische Partei in den USA scharf an. "Die Demokraten wollen offene Grenzen. Womit sie im Grunde sagen, wir wollen offene Grenzen, wir wollen Kriminalität." Auf die Frage von Moderator Tucker Carlson nach dem Grund sagte Trump: "Vielleicht ist es eine politische Philosophie, mit der sie groß geworden sind. Vielleicht haben sie das in der Schule gelernt. Vielleicht sind sie Dummköpfe. Ich weiß es nicht."

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rut/news.de/dpa
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