13.06.2018, 14.49 Uhr

Kampf gegen Schleuser: Razzia in mehreren Bundesländern - Bande soll Scheinehen vermittelt haben

In einer groß angelegten Aktion gingen Beamten am Mittwochmorgen bundesweit gegen Schleuser vor (Archivbild).

In einer groß angelegten Aktion gingen Beamten am Mittwochmorgen bundesweit gegen Schleuser vor (Archivbild). Bild: Paul Zinken/dpa

Mit einem großen Aufgebot geht die Polizei seit dem Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schleuser vor.Hintergrund der Durchsuchungen am Mittwoch seien Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Nach seinen Angaben wurden 27 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen durchsucht. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegen.

Erneut bundesweite Großrazzia gegen Schleuser

Laut Polizei gab es weitere Razzien in Leipzig, Chemnitz, Wurzen, Stuttgart, Wuppertal und Frankfurt am Main. Nach Informationen des MDR-Magazins "exakt" wurden allein in Eilenburg und in Hettstedt 15 Objekte durchsucht. Hunderte Beamte waren im Einsatz.

Razzia wegen Scheinehen -Durchsuchungen in fünf Bundesländern

In diesem Zusammenhang ermittele die Staatsanwaltschaft Leipzig bereits seit Frühjahr 2017, erklärte der Polizeisprecher. Den drei Hauptbeschuldigten wird demnach vorgeworfen, mit gefälschten Heiratsurkunden, die in Zypern ausgestellt sein sollen, die Eheschließung von indischen und pakistanischen Staatsangehörigen mit überwiegend osteuropäischen Frauen organisiert zu haben. Mit diesen Papieren sollte ein Aufenthalt in Deutschland ermöglicht werden.

Bande soll Scheinehen vermittelt haben - Razzia auch in Norddeutschland

Wegen des Verdachts der Vermittlung von bis zu 1000 Scheinehen haben Bundespolizei und dänische Sicherheitskräfte zwölf Objekte in Norddeutschland und auf der dänischen Ostseeinsel Ærø durchsucht. Etwa 150 Kräfte seien am Mittwoch im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion in Hannover mit. Allein in Hamburg seien sechs Wohnungen und ein Geschäftsraum betroffen gewesen. Weitere Durchsuchungen fanden in Bremerhaven, auf Sylt sowie auf Ærø statt. Ziel sei es gewesen, Beweismaterial sicherzustellen. Festgenommen wurde niemand.

Fünf deutsche Staatsbürger - vier davon mit Migrationshintergrund - gelten als tatverdächtig. Sie sollen in EU-Ländern Menschen gesucht haben, die ihren Wohnsitz in Deutschland hatten und dann zum Schein Menschen aus Asien heirateten. Dadurch konnten diese ein Aufenthaltsrecht bekommen. Die Eheschließungen hätten überwiegend auf Ærø stattgefunden, weil es dort für Ausländer leichter sei. Es seien aber auch Eheschließungen in den USA erfolgt, wobei in manchen Fällen keiner der Partner anwesend habe sein müssen. In den vergangenen zwei Jahren dürfte die Bande etwa 1000 Scheinehen vermittelt haben.

Ermittler gehen gegen Schleuser vor

In einem anderen Großeinsatz gegen bandenmäßig organisierte Scheinehen waren Ermittler am Mittwoch in fünf weiteren Bundesländern gegen Schleuser vorgegangen. Laut Bundespolizei wurden 27 Wohnungen und Geschäftsräume in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen durchsucht. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegen.

Lesen Sie auch: Polizei-Großeinsatz mit 800 Beamten – Groß-Razzia! Hatten die Schleuser Kontakt zur Reichsbürgerszene?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jat/news.de/dpa
Themen: Polizei
Asyl-MasterplanKampf um Asyl-MasterplanThe Voice of Germany 2018Neue Nachrichten auf der Startseite