08.06.2018, 10.35 Uhr

G7-Gipfel in Kanada: Mega-Eklat! Trump stänkert vor G7-Treffen

Am Freitag beginnt der G7-Gipfel in Kanada.

Am Freitag beginnt der G7-Gipfel in Kanada. Bild: Michael Kappeler / picture alliance / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitagmorgen zum zweitägigen G7-Gipfel nach Kanada abgeflogen. Bei dem am Abend deutscher Zeit in La Malbaie nahe Québec beginnenden Treffen der großen Industrieländer dürfte der tiefgreifende Streit mit US-Präsident Donald Trump in der Handels- sowie in der Außen- und Sicherheitspolitik im Mittelpunkt stehen. Merkel will angesichts der protektionistischen Politik Trumps ein entschlossenes und einheitliches Vorgehen der Europäer erreichen.

G7-Gipfel in Kanada: Streit mit US-Präsident Donald Trump eskaliert

Der Handelsstreit mit dem US-Präsidenten war wenige Tage vor dem Gipfel weiter eskaliert, nachdem Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumexporte aus der Europäischen Union, Kanada und Mexiko verhängt hatte. Am Donnerstag kündigte der US-Präsident an, er werde beim Gipfel in Handelsfragen für sein Land kämpfen. Aus seiner Umgebung hieß es, er sei wütend auf Gastgeber Justin Trudeau, Merkel und die britische Premierministerin Theresa May, weil diese sich seinen Forderungen vor allem beim Handel widersetzten.Nach Gesprächen mit dem kanadischen Gastgeber Justin Trudeau hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu aufgerufen, sich geschlossen der amerikanischen "Vormachtpolitik" zu widersetzen.

Trump beim G7-Gipfel gegen den Rest der Welt

Welche Gespräche Merkel am Rande des Gipfels führen wird, war zunächst offen. Als wahrscheinlich galt, dass sie den japanischen Regierungschef Shinzo Abe und dessen neuen italienischen Amtskollegen Giuseppe Conte treffen wird. Ob es eine Unterredung mit Trump im kleinen Kreis gibt, war zunächst ebenfalls unklar.

Trump will G7-Gipfel vorzeitig verlassen

US-Präsident Donald Trump will den Gipfel der sieben großen Industrienationen in Kanada vorzeitig verlassen. Er werde direkt von dem G7-Treffen nach Singapur reisen, wo er in der kommenden Woche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zusammentrifft, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Donnerstag (Ortszeit) mit. Dazu werde der Präsident bereits am Samstagmorgen nach einer Sektion zur Förderung von Frauen aufbrechen, hieß es. Ein Berater des Präsidenten werde ihn für den Rest des G7-Gipfels vertreten, der am Freitag und Samstag im kanadischen La Malbaie bei Québec stattfindet.

Hunderte Menschen demonstrieren in Québec gegen G7-Gipfel

Hunderte Menschen haben im kanadischen Québec gegen den G7-Gipfel führender Industrienationen protestiert. Die von einem Bündnis mehrerer Widerstandsorganisationen organisierte Demonstration zog am Donnerstagabend (Ortszeit) durch die Innenstadt von Québec. "Die G7 repräsentieren uns nicht", stand unter anderem auf den Plakaten der Demonstranten. Zu hören waren Slogans wie "Keine Deportationen! Öffnet die Grenzen!" Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Proteste blieben weitgehend friedlich. Erst zum Ende der Demonstration hin warfen einzelne Menschen einige Feuerwerkskörper in die Menge. Andere verbrannten die Flaggen der G7-Nationen, darunter auch die deutsche. Für Freitag und Samstag sind in Québec weitere Proteste angekündigt. Dann soll der G7-Gipfel im rund 150 Kilometer entfernten La Malbaie stattfinden.

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loc/news.de/dpa
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