15.05.2018, 21.22 Uhr

Nordkorea-Konflikt: Historisch gescheitert? Kim Jong Un droht Trump-Gipfeltreffen abzusagen

US-Präsident Donald Trump und der Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un.

US-Präsident Donald Trump und der Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un. Bild: dpa

Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge die geplanten Gespräche mit Südkorea ausgesetzt. Grund seien Militärübungen der USA mit Südkorea, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstagabend berichtet. Zudem droht Nordkorea damit das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump abzusagen. Geplante hochrangige Gespräche mit Südkorea für denselben Tag wurden demnach bereits abgesagt.

Gespräche zwischen Nordkorea und Südkorea wegen Militärübungen ausgesetzt

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas seien Militärübungen nicht eingestellt worden. So simulierten die südkoreanische und die US-Luftwaffe mit den sogenannten Max Thunder-Übungen einen Einmarsch in den Norden - dies sei eine Provokation inmitten der Erwärmung der innerkoreanischen Beziehungen.

Die Gespräche auf hoher Ebene sollten auf der südlichen Seite des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattfinden, um Folgemaßnahmen zu dem Gipfeltreffen der beiden koreanischen Führer im letzten Monat zu diskutieren. Durch die Gespräche wollte Südkorea versuchen, "die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und einen dauerhaften Frieden zu schaffen".

Keine Lösung des Atomkonflikts? Nordkorea wirft USA Mitschuld vor

Doch offensichtlich sieht der Norden wichtige Voraussetzungen nicht erfüllt - und wirft den USA eine Mitschuld vor. Das Treffen zwischen Kim Jong Un und Trump, das erste direkte zwischen den Staatschefs Nordkoreas und den USA soll in Singapur stattfinden und hatte Hoffnungen auf eine Lösung des Atomkonflikts genährt.

Vorausgegangen war das Gipfeltreffen Nord- und Südkoreas vom 27. April, das mit einer gemeinsamen Erklärung über Frieden und Aussöhnung endete. Kim Jong Un erklärte sich bei seinem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In unter anderem zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit. Wie und bis wann die "komplette Denuklearisierung" erreicht werden soll, blieb unklar.

Der Atomstreit mit Nordkorea gilt als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit. Beide Staaten erklärten sich zudem dazu bereit, auf alle Feindseligkeiten zu verzichten und eine neue Friedensordnung für die koreanische Halbinsel anzustreben. Zudem sollen humanitäre Projekte, etwa direkte Kontakte zwischen getrennten Familien, wieder aufgenommen und der Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärkt werden.

Lesen Sie auch: Historisch! Kim Jong Un verspricht Abschaffung von Atomwaffen.

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kad/news.de/dpa
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