30.05.2018, 10.29 Uhr

Gaza-Unruhen als News-Ticker: Einigung auf Waffenruhe nach Gewalt-Eskalation

Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem kam es am Gaza-Streifen zu blutigen Protesten.

Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem kam es am Gaza-Streifen zu blutigen Protesten. Bild: dpa

Nach massivem Beschuss Israels aus dem Gazastreifen hat ein Sprecher der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad am Dienstagabend eine Waffenruhe erklärt. Zuvor hattenmilitante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee insgesamt rund 70 Mörsergranaten und Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Alle weiteren Entwicklungen im Gaza-Konflikt lesen Sie hier im Überblick als News-Ticker.

+++ 30.05.2018: Hamas: Einigung auf Waffenruhe mit Israel +++

 

Nach einer Eskalation der Gewalt zwischen militanten Palästinensern und Israel gilt nach Angaben der radikalislamischen Hamas eine Waffenruhe in Gaza. Man habe sich auf eine Rückkehr zu den Vereinbarungen von 2014 geeinigt, teilte die Hamas in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter mit. Nach dem Gaza-Krieg im Sommer 2014 hatte Ägypten eine entsprechende Waffenruhe vermittelt. Sollte die Lage ruhig bleiben, will Israel die Vereinbarung nach Medienberichten akzeptieren, um Ägypten als moderierende Kraft zu stärken.

Mehr als 70 Mörsergranaten und Raketen sind seit Dienstag aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, wie die israelische Armee mitteilte. Im Gegenzug griff die Luftwaffe dutzende Ziele der radikalen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas an. Es ist die schwerste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze seit dem Krieg 2014.

Bereits am Dienstabend hatte ein Sprecher der militanten Gruppe Islamischer Dschihad die Einigung auf eine Waffenruhe unter Vermittlung Ägyptens verkündet. Man werde sich an die Kampfpause halten, solange Israel dies auch tue, hieß es.

Allerdings wurden auch in der Nacht zu Mittwoch weiter Raketen auf israelische Ziele abgefeuert. Eine Rakete traf nach Medienberichten ein Haus in einem Kibbutz im Süden Israels. Die Familie habe sich in ihrem Schutzraum befunden. Niemand sei verletzt worden. Eine weitere Rakete schlug demnach in der südisraelischen Stadt Netivot ein.

Am Dienstag waren zum ersten Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März Geschosse auf Israel abgefeuert worden. Seit Ende März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

+++ 29.05.2018: Erneut Geschosse aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert +++

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag erneut Geschosse auf Israel abgefeuert. Mehrere davon seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, teilte die israelische Armee mit. In mehreren Ortschaften entlang der Grenze zum Gazastreifen sowie im Bereich der Küstenstadt Aschkelon heulten am Nachmittag die Warnsirenen. Bereits am Morgen waren mindestens 28 Mörsergranaten aus dem Gazastreifen abgefeuert worden. Israels Armee griff daraufhin Ziele der militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad in dem Küstenstreifen an.

+++ 29.05.2018: Israel: Rund 70 Geschosse aus Gaza auf israelische Orte abgefeuert +++

 

Militante Palästinenser haben am Dienstag nach Angaben der israelischen Armee insgesamt rund 70 Geschosse auf israelische Ortschaften abgefeuert. Es handele sich um Angriffe mit Mörsergranaten und Raketen, teilte das Militär mit. Viele davon wurden von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen. Fünf Israelis wurden nach Medienberichten verletzt.

Der Beschuss, der am frühen Morgen begonnen hatte, ging bis zum späten Abend weiter. Immer wieder heulten in israelischen Grenzorten die Warnsirenen. Israel griff im Verlauf des Tages mehr als 30 Ziele der militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen an. Es ist nach Einschätzung der israelischen Armee die schwerste Eskalation seit dem Gaza-Krieg 2014.

Die Hamas und der Islamische Dschihad bekannten sich gemeinsam zu den Attacken auf Israel. "Angriff für Angriff und Blut für Blut", hieß es in der Stellungnahme. Die Angriffe auf Israel seien eine Reaktion auf "die Aggression der zionistischen Einheit und ihre Verbrechen gegen unser Volk und unsere Kämpfer".

+++ 29.05.2018: Rakete aus Gaza unterbricht Stromversorgung des Palästinensergebiets +++

 

Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hat nach Angaben der israelischen Elektrizitätsgesellschaft eine Einrichtung beschädigt, die Strom in das Palästinensergebiet liefert. Drei Stromleitungen, die den Süden des Gazastreifens versorgten, seien unterbrochen, hieß es am Dienstag nach israelischen Medienberichten in der Mitteilung. Die Reparatur werde voraussichtlich einige Tage dauern.

Energieminister Juval Steinitz habe das Unternehmen jedoch angewiesen, keine Mitarbeiter bei Reparaturarbeiten zu gefährden. Der Schaden solle erst dann behoben werden, wenn sich die Lage wieder beruhigt habe.

Die rund zwei Millionen Einwohner des Küstengebiets hatten schon vor der jüngsten Runde der Gewalt unter erheblichem Strommangel zu leiden. Der Gazastreifen bekommt seine Energie von Israel, Ägypten und durch ein eigenes Kraftwerk. Daneben behelfen sich viele Menschen mit Generatoren.

+++ 29.05.2018: Israels Armeesprecher: Schwerste Eskalation seit Gaza-Krieg 2014 +++

 

Die jüngste Eskalation der Gewalt an der Gaza-Grenze ist nach Angaben eines israelischen Militärsprechers die schwerste seit dem Gaza-Krieg vor vier Jahren. Es sei "eindeutig die größte Anzahl von Geschossen", die seit Sommer 2014 aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert wurden, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Dienstag. Zugleich habe die israelische Armee den größten Gegenschlag in Gaza seit 2014 ausgeführt.

Es seien mehr als 30 militärische Ziele angegriffen worden, darunter ein neuer Angriffstunnel im Bereich des Warenübergangs Kerem Schalom an der Grenze zu Ägypten. Der Tunnel sei in U-Form verlaufen und habe vom Gazastreifen auf ägyptisches Gebiet und von dort nach Israel geführt. Es sei der zehnte Tunnel dieser Art, der seit Oktober zerstört worden sei. Der Gang sei zu Angriffszwecken und für Schmuggel bestimmt gewesen.

Conricus machte die militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad für die heftigen Angriffe auf Israel am Dienstag verantwortlich. Rund 25 Geschosse - Raketen und Mörsergranaten - seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Die israelische Bevölkerung im Grenzgebiet sei angewiesen worden, sich in 15 Sekunden Entfernung von Schutzräumen aufzuhalten.

Es liege jetzt in den Händen der Hamas, ob die Situation in den kommenden Tagen weiter eskalieren werde oder nicht. "Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden, Feindseligkeiten dagegen mit einer angemessenen Reaktion", sagte der Armeesprecher. Israel habe kein Interesse an einer Eskalation. Die Hamas könne die militanten Organisationen im Gazastreifen kontrollieren. Bei den Angriffen auf Israel am Dienstag seien Granaten aus iranischer Produktion verwendet worden.

+++ 29.05.2018: Palästinenser auf See von israelischer Marine abgefangen +++

Ein Boot mit 17 palästinensischen Aktivisten an Bord ist nach palästinensischen Angaben auf dem Meer von der israelischen Marine abgefangen worden. Die Palästinenser wollten als Protestaktion die Seeblockade des Küstengebiets durchbrechen. Vier israelische Boote hätten die "Al-Hurija" (Die Freiheit) knapp 17 Kilometer vor der Küste gestoppt, sagte Adham Abu Selmeja von der Palästinensischen Kommission gegen die israelische Blockade am Dienstag. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht dazu.

Auf der "Al-Hurija" fuhren nach Angaben der Organisatoren auch zwei Palästinenser mit, die bei den Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel in den vergangenen Wochen verletzt worden waren.

Israel hat seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt. Sie wird derzeit von Ägypten mitgetragen. Israel begründet die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Im April weitete Israel die Fischereizone von sechs auf neun Meilen (knapp 17 Kilometer) aus.

+++ 29.05.2018: Israel greift nach Granatenbeschuss Ziel im Gazastreifen an +++

Nach Granatenbeschuss aus dem Gazastreifen hat die israelische Luftwaffe Ziele in dem Palästinensergebiet angegriffen. Drei militärische Stützpunkte der Organisationen Islamischer Dschihad und Hamas seien getroffen worden, teilten die militanten Palästinenser selbst am Dienstag mit. Es gebe keine Berichte von Verletzten. Die israelische Armee bestätigte, sie operiere aktuell im Gazastreifen. Die zu hörenden Explosionen hingen damit zusammen. Bereits früher am Morgen hatte es Berichte von israelischen Angriffen in dem Küstengebiet gegeben.

Militante Palästinenser im Gazastreifen hatten am Dienstagmorgen mindestens 28 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee teilte mit, die meisten der Geschosse seien von dem Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Zunächst war von Beschuss mit Raketen die Rede gewesen.

Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für die Mörsergranatenangriffe auf Israel verantwortlich sei. Am Sonntag waren bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen drei Mitglieder des bewaffneten Flügels der Organisation getötet worden.

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März, dass Geschosse auf Israel abgefeuert wurden. Seit Ende März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

+++ 29.05.2018: Palästinenser wollen israelische Seeblockade durchbrechen +++

Ein Fischerboot mit 17 Palästinensern an Bord hat den Hafen von Gaza verlassen, um die israelische Seeblockade des Küstengebiets zu durchbrechen. "Wir haben das Recht, unser Land zu verlassen und auch wieder zurückzukommen", sagte Ramadan Al-Hajek, einer der Organisatoren der Protestaktion, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Auf der "Al-Hurija" (Die Freiheit) fuhren nach Angaben der Organisatoren auch zwei Palästinenser mit, die bei den Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel in den vergangenen Wochen verletzt worden waren.

Israel hat seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt. Sie wird derzeit von Ägypten mitgetragen. Israel begründet die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Im April weitete Israel die Fischereizone von sechs auf neun Meilen (knapp 17 Kilometer) aus.

Das Nationale Komitee des "Marsches der Rückkehr", das hinter der Aktion vom Dienstag steht, hatte in den vergangenen Wochen auch die Massenproteste an der Gaza-Grenze organisiert. Neben der "Al-Hurija" sei ein weiteres Boot mit Journalisten in See gestochen.

Die Aktion erfolgt acht Jahre nach der Erstürmung des Gaza-Solidaritätssschiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine. Dabei waren zehn türkische Staatsbürger getötet worden.

Bei Massenprotesten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel haben israelische Soldaten seit Ende März mindestens 120 Palästinenser getötet. Tausende wurden verletzt.

Israel hat mit dem Bau einer Sperranlage im Meer vor dem Gazastreifen begonnen. Die Anlage soll nach Angaben von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman verhindern, dass militante Palästinenser auf dem Seeweg nach Israel eindringen. Die Sperre in Form eines Art Wellenbrechers soll bis Ende des Jahres fertiggebaut sein.

+++ 29.05.2018: Militante Palästinenser in Gaza schießen 28 Mörsergranaten auf Israel +++

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag mindestens 28 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee teilte mit, die meisten der Geschosse seien von dem Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden. Zunächst war von Beschuss mit Raketen die Rede gewesen.

In mehreren Ortschaften an der Grenze zu dem Palästinensergebiet heulten am Morgen Warnsirenen. Nach israelischen Medienberichten schlugen einige Geschosse auf israelischem Gebiet ein, eines davon direkt neben einem Kindergarten. Es gab keine Berichte zu Opfern.

Es war das erste Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März, dass Geschosse auf Israel abgefeuert wurden. Nach palästinensischen Berichten griffen israelische Kampfflugzeuge nach den Raketenangriffen verschiedene Ziele im Gazastreifen an. In dem Palästinensergebiet waren laute Explosionen zu hören.

Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für die Mörsergranatenangriffe auf Israel verantwortlich sei. Am Sonntag waren bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen drei Mitglieder des bewaffneten Flügels der Organisation getötet worden.

Seit dem 30. März sind mehr als 120 Palästinenser bei Massenprotesten und Konfrontationen mit israelischen Soldaten am Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen getötet worden. Tausende wurden verletzt.

+++ 28.05.2018: Militanter Palästinenser bei Gaza-Beschuss getötet worden +++

Bei einem israelischen Angriff auf Posten der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist am Montag ein militanter Palästinenser getötet worden. Ein weiteres Mitglied des bewaffneten Hamas-Arms sei verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Augenzeugen berichteten, mehrere Hamas-Posten im Norden des Palästinensergebiets seien beschossen worden. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, man prüfe den Bericht. Seit Ende März sind bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze mehr als 120 Palästinenser getötet worden.

+++ 27.05.2018: Israel beginnt mit Bau von Seesperre zum Gazastreifen +++

Israel will auch im Meer eine Sperranlage zum Gazastreifen bauen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman teilte am Sonntag mit, der Bau eines "weltweit einzigartigen Hindernisses" habe begonnen. Die Anlage solle verhindern, dass militante Palästinenser aus dem Gazastreifen auf dem Seeweg nach Israel eindringen. Die Bauarbeiten hätten am Zikim-Strand am Rande des Gazastreifens begonnen.

Nach Angaben seines Büros handelt es sich um eine Art Wellenbrecher, der bis Jahresende fertiggebaut sein soll. Die Anlage solle undurchdringbar sein und aus drei Stufen bestehen. Ein Teil liege unter der Wasseroberfläche. Die Sperre bestehe aus Stein und Zäunen.

Während des Gaza-Kriegs 2014 sei es militanten Palästinensern gelungen, auf dem Seeweg nach Israel zu gelangen, hieß es in der Mitteilung. Dies solle die neue Anlage in Zukunft unmöglich machen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verliere damit eine weitere strategische Fähigkeit, sagte Lieberman.

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind sehr schlecht. Israel hat auch eine Seeblockade verhängt.

Die Veranstalter von Protesten im Gazastreifen, die am 30. März begonnen hatten, kündigten am Sonntag eine Aktion auf See an. Am Dienstag solle von Gaza aus ein Schiff in See stechen, um die Blockade des Palästinensergebiets zu brechen. Gaza sei heute "das größte Gefängnis der Welt". Die Aktion erfolge acht Jahre nach der Erstürmung des Gaza-Solidaritätssschiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine. Dabei wurden zehn türkische Staatsbürger getötet.

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